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Die Presse zum Buch „Kontrapunkte zur Einheitswelt“
Die Presse zum Buch „Bözberg West“
Die Presse zum Buch „Richtig gut Einkaufen“
Die Presse zum Buch „Konsumwelt mit Naturanschluss“

Die Presse zum Buch „Kontrapunkte zur Einheitswelt“

 

Aargauer Zeitung

AZ
vom 2. Juni 2005 (und Homepage der Gemeinde Biberstein)

Erstes Buch von Walter Hess ist erschienen

Biberstein Am Freitagabend wurde im Schlosshof das Buch «Kontrapunkte zur Einheitswelt» mit einer Vernissage vorgestellt.

Der Verlag Textatelier.com lud auf Freitagabend zur Buchvernissage in den Schlosshof von Biberstein ein. Rund 60 Gäste kamen in den Genuss eines wunderschönen Vorsommerabends. Unter der ausladenden Krone der Platane, umgeben von historischen Bauten mit Aussicht in den blühenden Aargau und begleitet von Harfenmusik, wurde das 1. Buch des Verlages gefeiert. Der Autor, Walter Hess aus Biberstein, war lange beim «Aargauer Tagblatt» als Journalist tätig und langjähriger Chefredaktor der Zeitschrift «Natürlich».

Hess lässt Warnlampen aufblinken
Sein Buch trägt den Titel «Kontrapunkte zur Einheitswelt» und ist mit Cartoons von Fernand Rausser bereichert. In gewohnter Frische, Sorgfalt und Prägnanz werden Fakten beschrieben, analysiert und interpretiert. Die im Buch vereinten Aussagen bilden eine wohltuende Abwechslung zu den einstimmigen Informationsgesängen, mit denen die modernen Menschen eingeschläfert werden. Walter Hess lässt bei den Lesern Warnlampen aufblinken und animiert zu eigenem Denken. Die bekannte und mehrfach ausgezeichnete Harfenistin Eliane Zweifel aus Baden bezauberte in freier Improvisation und mit Werken aus dem klassischen und volkstümlichen Bereich die aufmerksamen Gäste. Zuhörer und Geniesser durften erleben, wie stimmungsvoll die Möglichkeiten der Harfe, dieses königlichsten aller mittelalterlichen Instrumente, sind.

Der am Textatelier-Verlag beteiligte Betriebswirtschafter und Internet-Techniker Urs Walter, Küttigen, moderierte die Vernissage mit Gefühl und Sachlichkeit. Die Ansprache hielt der Ökologe Heiner Keller aus Oberzeihen AG. Der Referent wies auf die beeindruckend boomende Internetpräsenz des Schreibbüros und Verlags www.Textatelier.com hin. Er würdigte die journalistische Tätigkeit von Walter Hess, angefangen bei der früheren Berichterstattung aus dem aargauischen Grossen Rat über seinen Einsatz und Erfolg bei der Schliessung der Sondermülldeponie Kölliken bis hin zum engagierten und eigenständigen Chefredaktor der Zeitschrift «Natürlich». Der Cartoonist Fernand Rausser, Bern, überbrachte als Freund und Vertreter des Wegwarte Verlags eine herzliche Grussadresse.

Der Wissenschaftsautor Heinz Scholz aus dem deutschen Schopfheim, der die Verbindung des Verlags in den EU-Raum sicherstellt, betreute den beachtlichen Verkaufsstand mit den «Kontrapunkten» und einer reichen Palette verschiedenartigster Bücher aus befreundeten Verlagen.

Sich vor Vereinheitlichung retten
Die von der Atmosphäre und den Darbietungen begeisterten Gäste wurden mit Broten aus der Bibersteiner Schlossbäckerei, Käse aus den Alpen, süssem und vergorenem Öpfelmoscht aus Früchten des Fricktals verwöhnt. Diese Präsentation von Kultur und Genuss wurde möglich durch die Mitarbeit zahlreicher Helferinnen und Helfer des Verlags. Auch zwei junge Menschen vom Schloss haben sich, von der Harfenmusik magisch angezogen, spontan der Vernissage angeschlossen. Walter Hess: «Wir sind in ihre Welt eingedrungen. Sie haben uns akzeptiert. Hoffentlich haben wir alle auch noch ein Stück Unverbildetheit bewahrt.» Die Veranstaltung bot ein perfektes Beispiel, wie man sich durch eigenes Tun vor der Vereinheitlichung retten kann. (H. K.)

 

 Bern Aktuell

BernAktuell
Ausgabe Nr. 131, Juli/August 2005 (Auflage: 10 000)

"Kontrapunkte zur Einheitswelt"

Walter Hess stellt die Folgen der kulturellen Nivellierung für den Einzelnen dar und zeigt Auswege aus der globalen Vermassung und der amerikanisierten Banalkultur auf. Wie verhält man sich, in dieser vereinnahmenden und mit Schadstoffen und Elektrosmog belasteten, nach menschlichem Gutdünken veränderten Welt gesund und erfolgreich überleben zu können? Solche Antworten sind in diesem Buch inbegriffen.

Der bekannte Fotograf und Cartoonist Fernand Rausser hat das Werk mit 15 treffenden, gemäldeartigen Karikaturen bereichert – das Titelbild mit dem einsamen Fischer auf dem zum trauten Heim umfunktionierten Floss vor der Grossstadtkulisse ist ein Musterbeispiel dafür.

Es folgen Inhaltsangaben, bibliographische Angaben und die Lebensläufe der Autoren mit Foto.

 

27. Jahrgang. Nr. 45 – 16.11.2005

Kontrapunkte zur Einheitswelt
Wie man sich vor der Globalisierung retten kann.

Von der Globalisierung ist jeder betroffen, und jeder hat dazu eine Meinung, die von euphorischer Begeisterung über Skepsis bis zur totalen Ablehnung geht.

Was alles in diese Materie hineinspielt, welche Zusammenhänge bestehen, welche Folgen Globalisierungsmassnahmen haben können, darüber machen wir uns viel zu wenig Gedanken, ja oftmals haben wir uns eine Meinung gebildet, ohne nur annähernd alle Fakten überdacht zu haben.

Das Buch „Kontrapunkte zur Einheitswelt“ von Walter Hess (Text) und Fernand Rausser (Illustrationen) nimmt sich der Thematik tiefgreifend an.

Walter Hess, einer der Schweizer Top-Journalisten, ist ein kritischer Zeitgeist, der nicht brav nickend schluckt, was ihm gereicht wird, sondern der freilegt, was hinter und unter den beschönigenden „allgemein gültigen“ Behauptungen und Zusicherungen liegt.

Wirtschaftlichen, biologischen, historischen, soziologischen, psychologischen und sogar religiösen Hintergründen geht Walter Hess ohne Berührungsängste nach und spricht schonungslos an, was sonst so schonungsvoll verschwiegen wird. Der offenen Analyse der Missstände gesellen sich Ideen für Änderungsmöglichkeiten bei, so dass nichts im Konsequenzenlosen stecken bleibt, nur „gut zu lesen“ – ohne Folgen.

Ein inspirierendes Buch für „freiheitsliebende Selbstbewusste“, die eine klare Sprache und verantwortungsvolles Handeln lieben.

Rezension von Traude Walek-Doby, Publizistin, A-3812 Gross-Siegharts, für Zeitungen in Kanada, Ungarn und Österreich

Die unabhängige „Deutsche Presse“ wurde 1977 gegründet und richtet sich wöchentlich an die rund 500 000 deutschsprachigen Einwohner Kanadas; sie wird aber auch in den USA und Europa verkauft und gelesen. Sie hat eine Auflage von 35 000 Exemplaren und 120 000 Leser. Sie ist damit eine der grössten deutschsprachigen Zeitungen in Nordamerika. Sie verbreitet Nachrichten, Berichte und Neuigkeiten von lokalem und internationalem Interesse. Aufgrund eines ständigen Kontakts mit den europäischen Botschaften und Konsulaten, der Deutsch-Kanadischen Handelskammer, deutschen und kanadischen Behörden wird den Lesern ein Überblick über die aktuellen Entwicklungen gegeben.

Adresse
Deutsche Presse
87 Judge Road, 3rd Fl.
Toronto, Ontario
M8Z 5B3, Canada
E-Mail: deutschepresse@on.aibn.com

Das Echo

Eine ähnliche Besprechung wie in der „Deutschen Presse“ von Traude Walek-Doby ist auch in der „Zeitung für Deutschsprachige in Kanada und USA“ erschienen: „Das Echo von Küste zu Küste“. Diese 36 Seiten umfassende, monatlich erscheinende Zeitung enthält Nachrichten aus den Heimatländern der Ausgewanderten: Deutschland, Österreich und Schweiz sowie Lokalberichte aus Kanada und den USA in deutscher Sprache. Sie hat einen unterhaltenden und gleichzeitig informativen Panoramateil. Die Auflage: 30 000 Exemplare

Adresse
Das Echo
Box 27
Pointe-Claire QC
H9R 4N5 , Canada
E-Mail: dasecho@videotron.ca

Traude Walek-Doby

Traude Walek-Doby, Freie Journalistin, Wien-Niederösterreich-Korrespondentin für deutschsprachige Zeitungen in Kanada, USA, Australien, Russland, Ungarn

 

Gesellschaft für Gesundheitsberatung
Gesellschaft für Gesundheitsberatung (GGB) e.V.

„Der Gesundheitsberater“ 2005-09

„Der Gesundheitsberater“ ist das bekannte, monatlich erscheinende Publikationsorgan des emu-Verlags in D-56112 Lahnstein, der viele Gesundheitstips aus ganzheitlicher Sicht und damit verbundenes Wissen auf intelligente Art vermittelt. Darin wird das Erbe des bedeutenden Forschers, Arzts und medizinischen Aufklärers Max Otto-Bruker (1909–2001) in aktualisierter Aufbereitung dargestellt: Lebenshilfe, die an der Basis ansetzt.

Ilse Gutjahr-Jung im Editorial:

„Liebe Leserin, lieber Leser,

drei Bücher liegen vor mir. Allen ist gemeinsam dasselbe Ziel: Aufklärung über die Machenschaften multinationaler Konzerne und wirtschaftspolitischer Verstrickungen, spannend zu lesen, aber Wut erzeugend.

(...) „,Aber darf man zum Beispiel das Trinkwasser, auf das alle Lebewesen angewiesen sind, vom Allgemein- zum Konsumgut werden lassen, welches von einigen Konzernen gewinnbringend vermarktet wird?’, fragt der Schweizer Journalist Walter Hess in seinem spannenden Buch ‚Kontrapunkte zur Einheitswelt’. Der Titel hört sich nicht gerade aufwühlend an, aber der Inhalt ist es. Ein Klartext reiht sich an den anderen. Hess zeigt die verheerenden Folgen der Globalisierung schonungslos auf. Er nennt die wirklichen Schurken, denen an der Erhaltung von Leben und Schöpfung nichts gelegen ist, sondern an gigantischen Geschäften und Ausbeutung.

Die Folgen der Wasserprivatisierung listet Hess wie folgt auf: ‚In England sind die Wasserpreise nach der Liberalisierung um 50 % gestiegen, bei einer sich verschlechternden Wasserqualität. ...In Frankreich, wo diese Entwicklungen besonders weit vorangeschritten sind, führten die Liberalisierung öffentlicher Dienste zu Preiserhöhungen von rund 20 %.

... Die Stadt Stuttgart hat ihre lebenswichtigen Wasserversorgungsanlagen an ein Konsortium amerikanischer Trusts verramscht. Zahlen muss für diesen Skandal der Verbraucher.’

Hess: ‚So hat die Weltbank festgestellt, dass in Port-au-Prince, der Hauptstadt von Haiti, das Wasser der privaten Anbieter bis zehnmal teurer ist als jenes der öffentlichen Hand.

Und sie hat auch bekannt gegeben, dass die armen Familien in Mauretanien jetzt ein Fünftel des Haushaltseinkommens für Wasser ausgeben müssen.’

Dieses Buch ist ein Muss für jeden, der sich Gedanken über eine lebenswerte Zukunft macht. So schliesst der Journalist das letzte Kapitel denn auch mit der Aufforderung: Bleiben Sie wach!“

 

Horizonte

Horizonte
Nr. 13, 26. März 2006

Pfarrblatt Aargau

Das Buch will „Kontrapunkte“ setzen, Informationen und Gedanken vermitteln, die man sonst nicht in den Medien vernimmt. Themen sind u. a. Globalisierung, Erziehung, Medien, Gentechnologie, Gesundheit oder Massenkultur. Die hier vorgetragenen Überlegungen sind etwas undifferenziert und stark verallgemeinert. Sie machen aber gewisse Verhaltensweisen bewusst, regen dazu an, in eine andere Richtung zu denken und sich zu fragen, ob alles so gut ist, was uns da täglich „gepredigt“ wird.

Martin Brander

 

Natur und Heilen

Natur und Heilen
2006-04

Weite Wege durch Globalisierung – Weltreise einer Jeans
Wer heute eine Jeans kauft, findet im Etikett den Hinweis auf ein Herstellungsland. Doch diese Information hat laut einer Studie des Südwind-Institutes nichts mit der Realität zu tun, denn eigentlich müssten mindestens 7 Länder auf dem Etikett stehen – so viele Stationen durchläuft eine Jeans, bis sie fertig ist.

Im Folgenden exemplarisch die Reiseetappen:

  1. 0 km Nord-Indien: Anbau der Baumwolle, Pflücken in Handarbeit oder unter Einsatz von Entlaubungschemikalien und Maschinen.
  2. 4800 km Türkei: Verspinnen der Baumwolle zu Garn.
  3. 15 000 km Taiwan: Färben des Garns mit chemischer Indigofarbe aus Deutschland.
  4. 27 000 km Polen: Weben des Garns zu Stoff.
  5. 42 300 km Philippinen: Der Stoff sowie das Innenfutter und Schildchen mit Wasch- und Bügelhinweisen aus Frankreich werden zusammengenäht und Knöpfe und Nieten aus Italien angebracht.
  6. 54 000 km Griechenland: Endverarbeitung mit Bimsstein.
  7. 56 000 km Deutschland: Lieferung über Grosshandel an Bekleidungsgeschäfte und Kunden.

Angesichts der globalen Beteiligung stellt sich, abgesehen von den komplexen wirtschaftlichen Auswirkungen in den einzelnen Ländern die Frage nach den ökologischen Auswirkungen durch die enormen Transportstrecken.

Aufschlussreich in diesem Zusammenhang ist auch folgendes Buch: „Kontrapunkte zur Einheitswelt. Wie man sich vor der Globalisierung retten kann“ von Walter Hess und Fernand Rausser, Verlag textatelier.com GmbH, Biberstein/Schweiz 2005.

 

Neue Zeitung

Kontrapunkte zur Einheitswelt
Wie man sich vor der Globalisierung retten kann.

Von der Globalisierung ist jeder betroffen, und jeder hat dazu eine Meinung, die von euphorischer Begeisterung über Skepsis bis zur totalen Ablehnung geht. Was alles in diese Materie hineinspielt, welche Zusammenhänge bestehen, welche Folgen Globalisierungsmassnahmen haben können, darüber machen wir uns viel zu wenig Gedanken, ja oftmals haben wir uns eine Meinung gebildet, ohne nur annähernd alle Fakten überdacht zu haben.

Das Buch „Kontrapunkte zur Einheitswelt“ von Walter Hess* nimmt sich der Thematik tiefgreifend an. Walter Hess, einer der Schweizer Top-Journalisten, ist ein kritischer Zeitgeist, der nicht brav nickend schluckt, was ihm gereicht wird, sondern der freilegt, was hinter und unter den beschönigenden „allgemein gültigen“ Behauptungen und Zusicherungen liegt.

Wirtschaftlichen, biologischen, historischen, soziologischen, psychologischen und sogar religiösen Hintergründen geht Walter Hess ohne Berührungsängste nach und spricht schonungslos an, was sonst so schonungsvoll verschwiegen wird. Der offenen Analyse der Missstände gesellen sich Ideen für Änderungsmöglichkeiten bei, so dass nichts im Konsequenzenlosen stecken bleibt, nur „gut zu lesen“ – ohne Folgen.

Ein inspirierendes Buch für „freiheitsliebende Selbstbewusste“, die eine klare Sprache und verantwortungsvolles Handeln lieben.

Traude Walek-Doby

*„Kontrapunkte zur Einheitswelt“, Walter Hess und Fernand Rausser, März 2005, Verlag Textatelier. com, Biberstein – Schweiz. 240 Seiten, 15 ×21 cm, Paperback.

 

Zeit-Fragen

Zeit-Fragen Nr. 34 vom 29. 8. 2005

 «Kontrapunkte zur Einheitswelt»
Wie man sich vor der Globalisierung retten kann

von Dr. Eliane Gautschi, Zürich

Ziel des von Walter Hess* (Text) und Fernand Rausser* verfassten Buches «Kontrapunkte zur Einheitswelt. Wie man sich vor der Globalisierung retten kann» (ISBN 3-9523015-0-7) ist es, Kontrapunkte zu setzen zu den gängigen, oft seichten Informationen, die politisch Interessierten in den Medien heute vorgesetzt werden. Bestens legitimiert dazu ist der Autor unter anderem auch durch seine eigene journalistische Tätigkeit. Oft werden heute, so stellt er fest, grundlegende Themen der Menschheit nur einseitig beleuchtet, oder es wird gar nicht darüber berichtet. Auch wüssten die wenigsten, welchen Manipulationsmethoden sie in ihrem Lebensalltag durch die Massenmedien ausgesetzt seien.

In dicht formulierten Kapiteln beschreibt der Autor die verheerenden Auswirkungen der Globalisierung. Bereits seit Jahrhunderten sei die westliche Welt in kulturell hochstehende Länder eingedrungen − in jüngster Zeit waren es Afghanistan und der Irak − und habe diese in Trümmerhaufen verwandelt. Dabei gehe es immer um Besitznahme, eigennützige Wirtschaftsinteressen und Macht, während soziale und ökologische Verantwortung zusehends verloren gingen. So sei es heute ein Marktradikalismus auf der Grundlage der Freihandelsphilosophie, dem alles untergeordnet werde, statt die Lebensqualität für alle Arten von Lebewesen zur Grundlage des Handelns und des Handels zu machen. Auf der Strecke bleibe die bis vor wenigen Jahren noch für jedes Land übliche massgeschneiderte Wirtschaftspolitik, mit der jedes Land selber die Voraussetzungen schaffen konnte, dass Unternehmen im In- und Ausland optimal wirtschaften konnten. Der Raum für individuelle und gesellschaftlich eigenständige Entwicklungen werde durch diese Politik zunehmend eingeschränkt. «Die Globalisierung entpuppt sich eindeutig als Aspekt der Destabilisierung, der Zerstörung und der Einengung: Im so genannten globalen Dorf kommt es zunehmend zu einem Verlust an Verantwortungsbewusstsein, zur Vereinheitlichung auf tiefem Niveau, zur Normierung, zur Vermassung, die mit einer zunehmenden Datenerfassung und Überwachung der Intimsphäre verbunden ist, um Unangepasste zu orten und auszuschalten.» (S. 12)

Unter dem Druck der Deregulierung und Globalisierung seien viele Traditionsunternehmen zusammengebrochen, Heerscharen von zuverlässigen, guten Arbeitskräften hätten ihre Arbeitsplätze verloren − oft verschuldet durch gravierende Managementfehler. Dass hierbei ihre Standesvertreter in den Gewerkschaften und der Sozialdemokratischen Partei fördernd statt bremsend mitwirken, spotte, so der Autor, jeder Vernunft. «Plausible Gründe für all die Globalisierungsschritte, insbesondere solche, die im Interesse des werktätigen Volkes liegen würden, sind mit dem besten Willen nicht auszumachen. Im Gegenteil. Je früher man dieses Modell mit den verheerenden Auswirkungen beerdigt, desto kleiner wird der Schaden sein. Auch Globalisierungsvorstufen wie die EU sind liquidationsreif» (S. 22).

Genauso unverfroren werde das Zeitalter der Kolonialisierung in den verächtlich als Dritte Welt bezeichneten Ländern fortgesetzt. Sie dienten bestenfalls als günstiges Rohstofflager, das jeder Ethik spottend geplündert werde. Vorangetrieben werde diese Entwicklung durch WTO, flankiert von der Weltbank, dem Internationalen Währungsfonds (IWF), der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und Uno-Unterorganisationen, welche mit gesetzgeberischer und richterlicher Macht gegen so genannte «Handelshindernisse» einschreiten. Keine Berücksichtigung würden im Zuge weltweiter Vereinheitlichung ökologische Ziele finden, im Gegenteil würden oft bereits getroffene nationale Naturschutzstandards und Abstimmungsresultate zwangsweise wieder rückgängig gemacht und wirtschaftlichen Interessen untergeordnet. «Die Weltseuche Globalisierung ist eine praktizierte Philosophie im Interesse des Geschäfts, der Ausbeutung und keine solche der Verantwortung gegenüber unserem Lebensraum und der Menschlichkeit, die sie auch sein könnte und sollte» (S. 44).

Speziell schwer wiegend für die heutige Weltpolitik seien internationale Verträge, über die kaum gesprochen und geschrieben werde. So sei das WTO-Abkommen GATS (General Agreement on Trade in Services), das den Verkauf öffentlicher Einrichtungen an private Anbieter zum Ziel habe, kaum bekannt. Die Verhandlungen würden hinter verschlossenen Türen stattfinden, ohne dass die Öffentlichkeit davon erfahre, dass ihre mit Steuergeldern ausgebauten öffentlichen Dienstleistungsangebote schrittweise den demokratischen Einflussmöglichkeiten entzogen und zu Schleuderpreisen an profitorientierte internationale Grosskonzerne verschachert werden sollen. Gerade dieses internationale Abkommen, bei dem Wasser, Strom, Gesundheit und Bildung auf den globalen Weltmarkt geworfen werden sollen, berühre Traditionen, Werte und Daseinsvorsorge und ziehe einen erschütternden Verlust des Solidaritätsgedankens und des Gemeinwohls nach sich. Der Gestaltungsspielraum von Parlamenten und Volk werde zunehmend beschnitten, nationale Besonderheiten hätten keinen Platz mehr; man passe sich freiwillig an grössere Einheiten an, werde kompatibel. Gerade die Schweiz mit ihrer einzigartigen, tiefenscharfen Demokratie werde die eingeschränkten Mitsprachemöglichkeiten besonders drastisch zu spüren bekommen.

Diese Thesen illustriert der Autor mit aussagekräftigen Beispielen weltweit bereits erfolgter Privatisierungen von öffentlichen Dienstleistungen und dem Niedergang ehemals renommierter Firmen. Aktiver Widerstand gegen diese inhumane Entwicklung, bei der das Wirtschaftsinteresse über das Allgemeininteresse gestellt wird, sei angesagt. Dazu gehöre eine zwingende Einmischung und Mitwirkung durch das Volk und das Rückgängigmachen bereits getätigter Privatisierung öffentlicher Güter, präventive Schutzmassnahmen und die Verweigerung der GATS-Verträge durch GATS-freie Zonen.

Nach diesen grundlegenden Ausführungen zur Globalisierung als Grundlage der heutigen Politik widmet sich der Autor den Folgen dieser Entwicklung auf unser tägliches Leben. Dabei geht es um die Auswirkungen fehlgeleiteter Erziehung, eines gravierenden Bildungsabbaus, eines falsch verstandenen Krankheitsbegriffs, gentechnisch manipulierter oder anderweitig krankmachender Nahrungsmittel, von Elektrosmog und Massenproduktion in der Landwirtschaft. Hier sieht der Autor Chancen und Möglichkeiten, mit gesunder Ernährung und einer daraus sich entwickelnden sinnvolleren Lebensgestaltung der globalisierten Einheitswelt entgegenzutreten. «Die Globalisierung bedroht die Vielfalt, welche bereichernd und anregend wirkt sowie dem Gemüt guttut, und fördert die trostlose Einfalt» (S. 13).

Es gibt einen Ausweg, es gibt Kontrapunkte zur von oben diktierten Einheitswelt, aber nur wenn wir das «Heft in der Hand behalten», wie der Autor sagt. «Bleiben Sie wach!» Mit dieser Aufforderung schliesst er sein mit humorvollen, oft ironischen Bemerkungen gespicktes Buch ab, das, unterstützt von den sinnigen Cartoons von Fernand Rausser, vielerlei Anregungen zum Weiterlesen, Weiterdenken und Handeln gibt.

* Walter Hess, Jahrgang 1937, wohnt in Biberstein (CH). Er war tätig in der chemischen Forschung, als Publizist und Wissenschaftsredaktor («Aargauer Tagblatt») sowie als Chefredaktor der Zeitschrift «Natürlich». 2002 gründete er das Textatelier.com und 2004 den Verlag Textatelier.com GmbH.

** Fernand Rausser, Jahrgang 1926, wohnt in Bolligen (CH). Seit 1950 ist er selbstständiger Fotograf. Er schrieb zahlreiche Bücher mit Fotografien und Cartoons und gründete 2002 den Wegwarte-Verlag.

 

raum & Zeit

raum & zeit. Die neue Dimension der Wissenschaft
Nr. 137, September/Oktober 2005-09-07

Kontrapunkte zur Einheitswelt
Wie man sich vor der Globalisierung retten kann

Die Kontrapunktik ist in der Musik die Kunst, mehrere Stimmen gleichberechtigt nebeneinander her zu führen. Die in diesem Buch versammelten „Kontrapunkte zur Einheitswelt“ sind eine eigenwillige Begleitmusik zu einstimmigen Informationsgesängen, mit denen die modernen Menschen eingeschläfert werden. Die Auswirkungen der Globalisierung spüren wir alle. Ob wir es gewollt haben oder nicht, sind wir zu Dorftrotteln des globalen Dorfes umfunktioniert worden. Doch selbstbewusste Menschen werden es nicht zulassen, sich wie einfältige, willenlose und sich duckende Herdentiere durch dieses amerikanisierte Entenhausen zu bewegen.

Vorerst gilt es, die Machenschaften der machthungrigen Dorfkönige und Ausbeuter zu durchschauen. Die Schönredner, denen sich der Grossteil der Medien mehr oder weniger freiwillig angeschlossen hat, müssen entlarvt werden. Sie müssen mit jenen Informationen und Argumenten konfrontiert werden, die den Konsum-Enten im geklärten Informationsteich, die vom Wesentlichen abgelenkt sind, üblicherweise vorenthalten werden.

Dieses Buch bildet die fälligen „Kontrapunkte zur Einheitswelt“ in einer verständlichen deutlichen Sprache. Missstände werden beim Namen genannt, Änderungen zum Besseren für selbstbewusste Freiheitsliebende aufgezeigt. Sie bestehen oft in einem subtilen Zurück zur Natur, in einer Wertschätzung des eigenen, nahen Lebensraums. Es geht um die eigene Biosphäre, die zur Herzensangelegenheit wird und unter dem persönlichen Schutz der dort lebenden Menschen stehen muss.

Walter Hess, Fernand Rausser: „Kontrapunkte zur Einheitswelt“, 240 S., karton., 24,10 Euro, ISBN 3-952301-0-7, Verlag Textatelier.com, Biberstein/Schweiz 2005.

Der Stadtanzeiger

Zeitung aus D-79650 Schopfheim

Stadtanzeiger Schopfheim

22. 12. 2005

Schopfheim und Globalisierungsaspekte

Bemerkenswerterweise hat mich mein Schicksal immer wieder nach Schopfheim geführt. In den 90er-Jahren war mir das Restaurant Alte Stadtmühle empfohlen worden, und wir haben einige Male dort festlich und gesund getafelt. Zudem arbeitete ich seit langem mit den Schriftsteller Heinz Scholz zusammen; seine Adresse „Statthalterstrasse 6, D-79650 Schopfheim“ kenne ich auswendig. Und am 4. November 2005 haben wir im Grünkernladen von Jürgen Blaas die Vernissage für das Scholz-Buch „Richtig gut einkaufen“ durchgeführt.

Der Aufforderung, einmal etwas für den Schopfheimer „Stadtanzeiger“ über die Globalisierung zu schreiben, komme ich deshalb mit Vergnügen nach, zumal mir Schopfheim zu meiner weiteren Heimat geworden ist – dort ist schliesslich auch unsere Niederlassung unseres Verlags Textatelier.com für den Buchvertrieb innerhalb von Deutschland und in den EU-Raum. Daraus ist zu ersehen, dass ich gegen grenzüberschreitendes Handeln überhaupt nichts einzuwenden habe; ich wohne in CH-5023 Biberstein im Kanton Aargau, etwa 45 Strassenkilometer von Schopfheim entfernt. Wenn ich dennoch mit allen mir zur Verfügung stehenden gegen die Globalisierung mit ihrer immer unerträglicheren Auswüchsen ankämpfe, dann ist damit nicht der übliche und auch wertvolle internationale Verkehr gemeint, sondern die Unterwerfung der Welt unter die Fuchtel multinationaler Konzerne amerikanischen Zuschnitts.

Darüber habe ich ein Buch geschrieben: „Kontrapunkte zur Einheitswelt. Wie man sich vor der Globalisierung retten kann“. Bemerkenswerterweise kommt es in Deutschland noch besser als in der Schweiz an, weil bei Ihnen offenbar die Skepsis gegen die Vereinheitlichung der Erde stärker ausgeprägt ist als bei uns in der Schweiz. Deutschland ist in die EU eingebunden, die alle Elemente eines kompletten Staatsgebildes aufweist und im Prinzip die Nationalstaaten zunehmend überflüssig macht – beim entsprechenden Verlust an demokratischen Einflussmöglichkeiten. Wir Schweizer in unserem unbändigen Freiheitsstreben haben mit Fusionen auf Staatsebene noch weniger Erfahrungen, und infolgedessen ist bei uns das Problembewusstsein noch weniger geschärft als bei Ihnen.

Die Globalisierung ist eine strukturelle Gewalt, die nicht allein die Wirtschaft erfasst hat. Sie verschärfte den transnationalen Kapitalismus dramatisch, wurde zum so genannten Neoliberalismus, der alles dem Ziel nach schnellen Unternehmensgewinnen unterwirft und jedes Gefühl für soziale und ökologische Zusammenhänge vermissen lässt. Der Gewinn kommt dem Management und den Aktionären zugute, und er wird zudem für weitere Rationalisierungen eingesetzt, die immer Arbeitsplatzabbau bedeuten. Die Arbeitslosigkeit vergrössert sich. Junge Menschen finden keinen Zugang zu Arbeit und Einkommen, ältere, erfahrene Menschen werden vorzeitig aus dem Arbeitsleben geworfen, eine unglaubliche Verschleuderung von Einsatzbereitschaft, Wissen, Können und Erfahrungen.

Da nur grosse Unternehmen den brutalen internationalen Wettbewerb einigermassen zu bestehen vermögen, müssen kleinere Betriebe aufgeben, und die so genannten Entwicklungsländer können ebenfalls nicht Schritt halten. Weltweit vergrössert sich die Armut ständig, das heisst die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich zunehmend. Die Folge davon sind Flüchtlingsbewegungen. Wie die Krawalle in Frankreich kürzlich augenfällig werden liessen, gelingt es nicht, die Einwanderer zu integrieren. Sie sind an den Rand gedrängt und müssen randalieren, um auf sich aufmerksam zu machen, ernst genommen zu werden.

Kein Wirtschaftszweig wird von diesen Vorgängen verschont. In der 2. Novemberhälfte 2005 haben in der Schweiz die Bauern gegen die Folgen der Unterwerfung unter die Vorgaben der von den USA gelenkten Welthandelsorganisation (WTO) protestiert, die einen rücksichtslosen Freihandel durchsetzt. In der Schweiz verschwinden im Durchschnitt täglich etwa 5 Bauernbetriebe, ausgerechnet jene übrigens, die noch mit der Natur zuammengearbeitet und für eine ökologische Vielfalt gesorgt haben. Allein durchrationalisierte Grossbetriebe haben eine Überlebenschance. Sie räumen die Landschaft aus, produzieren grossflächig. Weil die Natur mit Seuchen und Plagen aller Art auf Monokulturen, die keine Selbstregulationskraft haben, reagieren muss, braucht es enorme Mengen von Agrogiften. Doch diese sind der Biosphäre nicht mehr zumutbar, so dass Zuflucht zu gentechnologischen Abänderungen von Pflanzen und Tieren genommen wird, auch auf das Risiko einer kompletten ökologischen Katastrophe hin.

Die Lebensmittel sind in einem noch nie gekannten Zerfall begriffen, was eine Zunahme schleichender, chronischer Krankheiten nach sich zieht, die ihrerseits wieder brutal vermarktet werden, wie alles. Bereits das Trinkwasser wird in die neoliberalen Vermarktungsstrategien einbezogen – und all dieser Unsinn geht zulasten der breiten Bevölkerung. Neben dem Krankheitswesen, das oft beschönigend „Gesundheitswesen“ genannt wird, wird auch die Bildung zunehmend privatisiert oder abgeschafft. Die Globalisierung braucht massentaugliche Menschen, und das verträgt sich nicht mit einem hohen Bildungsstand und mit kritischem Denken.

Eine Ablenkung von den eigentlichen Problemen und zugleich ein Geschäft ist die Banalkultur (Hollywood-Filme, Video-Produktionen, Fernsehsendungen, Pop-Songs, Musicals, seichte Literatur), mit der wir aus den USA überschwemmt werden. Lokale Kulturäusserungen werden dadurch überlagert und erstickt. Die deutsche Sprache wird amerikanisiert, eine freiwillige Unterwerfung unter ein Land, das nur nationale Interessen verfolgt und weltweit eine kriegerische Stimmung verbreitet.

Das sind nur einige Beispiel über die Vorgänge in der neoliberalen Welt, in die nun auch konservative Werte eingebracht werden – der Begriff Neokonservativismus tritt häufiger auf: Die Raubzüge und Unterdrückungen werden religiös verbrämt, und wegen der zunehmend beunruhigten Bevölkerung werden „Ruhe und Ordnung“ heraufbeschworen: Der Persönlichkeits- und Datenschutz werden aufgeweicht, die Menschen werden zunehmend überwacht; Polizei und Armeen müssen schlagkräftiger werden. Der Staat wird wieder aufgewertet, um die Unzufriedenen, Verzweifelten unter Kontrolle zu halten.

Das ist die Welt, in der wir leben und in der wir uns behaupten müssen. Eine empfehlenswerte Verhaltensweise besteht darin, sich vermehrt den regionalen, lokalen Werten zuzuwenden, das lokale Handwerk, die nahe Landwirtschaft und alle regionalen Lebensäusserungen zu bevorzugen. Auf verschiedenen Fahrten durch das schöne Deutschland mit den stilvollen Dörfern und Städten habe ich erlebt, dass Sie dazu eine grosse Begabung haben.

Deshalb kam ich auch nicht als Lehrer daher – wir Schweizer haben von Ihnen sehr viel zu lernen. Ich wollte einfach aus meiner Sicht einige aktuelle Phänomene aufzeigen, die von den eingebetteten grossen Medien höchstens am Rande thematisiert werden, bei uns noch weniger als bei Ihnen in Deutschland.

Schopfheim hätte nicht einen solch liebreizenden Charakter, wenn das Nahegelegene in der Vergangenheit vernachlässigt worden wäre.

Walter Hess

Das im Schweizer Verlag Textatelier com (www.textatelier.com) erschienene Buch „Kontrapunkte zur Einheitswelt“, (ISBN 3-9523015-0-7) ist zum Preis von 24,10 Euro im Buchhandel oder unter heinz.scholz@textatelier.com zu beziehen.

*

Die Presse zum Buch „Bözberg West“

 

Aargauer Zeitung

AARGAUER ZEITUNG – Mittwoch, 14. Dezember 2005

EINE BANDSTADT VON BASEL BIS ZÜRICH?

HANS FAHRLÄNDER

«Die beiden Metropolen Zürich und Basel werden zu einer einzigen grossen Metropolitanregion zusammenwachsen.» Und: «Das Fricktal wird sich ganz ähnlich entwickeln wie das Limmattal.» Diese Sätze sprach an einem Wirtschaftspodium im Zürcher Limmattal der junge Architekt und Think-Tank-Chef Thomas Sevcik (zitiert nach einem Bericht in der Mittelland Zeitung). Sevcik zeigte sich überzeugt: «Die Regionen werden sich verdichten, die Orte werden zusammenwachsen» – und er empfahl, «nicht künstlich an einzelnen Grünflächen festzuhalten», sondern zuzugeben: «Wir sind urban.»

Schnitt. Vor einiger Zeit las man im Regionalformat Fricktal eine Kolumne von Heiner Keller, Biologe aus Oberzeihen und Autor des Buches «Bözberg West – Landleben zwischen Basel und Zürich». Keller bezeichnete das obere Fricktal als «die Toskana des Aargaus», als «Metropolitan-Trenngürtel» und als «unabdingbaren Gegenpol zu Stadt, Mittelland und Metropolitanregionen».

In einem Punkt sind sich der Planer und der Naturschützer also einig: Die Agglomerationen Zürich und Basel werden weiter ins Land hinaus wachsen, mit ausgelagerter Industrie und/oder mit Schlafstädten für Pendler. Die Planer sagen, diese Konzentration rund um die Städte müsse sein, zum Schutz des übrigen Landes vor Überwucherung. Wenn dies stimmt, hätten wir das untere Fricktal langfristig praktisch «verloren» zu geben, an die wuchernde Agglomeration Basel. Nicht einig sind sich der Think-Tanker und der Biologe bezüglich des oberen Fricktals, der Westabdachung des Bözbergs, welche genau in der Mitte zwischen Zürich und Basel liegt. Der grosszügig argumentierende Sevcik vereinnamt das Gebiet eilfertig für die Agglo-Wucherungen, der Bözberg-Kenner Keller will es um jeden Preis draussen halten.

Hier wird die Meinung vertreten, dass die Zupflasterung zumindest des mittleren und des oberen Fricktals nicht stattfinden wird. Man fühlt sich erinnert an die Planungseuphorie der 1960er-Jahre, als der Wirtschaftsprofessor Francesco Kneschaurek der Schweiz eine Bevölkerung von 10 Millionen fürs Jahr 2000 prognostizierte, mit entsprechenden Folgen für den Überbauungszustand des Mittellandes und auch des Jura-Nordfusses. Heute wissen wir: Kneschaurek irrte. Vermutlich werden wir in 20 Jahren feststellen, dass auch Sevcik irrte. Das Bevölkerungswachstum stagniert bereits, der Raumplanungsgrundsatz «Verdichten statt Expandieren» gewinnt immer mehr Anhänger, Zürich-Basel wird nicht zur Bandstadt werden.

Doch auch wenn dem so ist, steht das Fricktal vor grossen Herausforderungen. Eine der grössten heisst Verkehr. Die Fahrten zwischen den Metropolen werden noch zunehmen, nicht nur auf der Autobahn, sondern auch auf der Eisenbahn-Gütertransit-Achse. Wer nichts tut, über den wird verfügt. Das liebliche Erholungsgebiet des Fricktals erhält sich nicht von selbst. Kantonale und lokale Planungs- und Bewilligungsbehörden tun gut daran, auf der Hut zu bleiben.

* * *

AARGAUER ZEITUNG – Samstag, 12. November 2005

«S'BESCHT FÜR GÄSCHT – BÖZBERG-WESCHT»

HANS PETER JOSS

«S'Bescht für Gäscht – Bözberg-West»: So wird der Lustschwank in vier Akten heissen, den die Bözener Theaterleute am 1.1.2056 aufführen. Bauernverband, Grossverteiler und Landwirte sind die Akteure. Wir blicken 50 Jahre zurück: 1. Akt: Der Bauernverband wird als Beamtenstube dargestellt. Wohlbeleibte, zigarrenrauchende Verbandsobere zelebrieren einstudierte Rhetoriken: «Das haben wir immer so gemacht, das haben wir nie anders gemacht, und da könnte ja jeder kommen. Der Bund soll die Bauern schützen, die WTO massregeln – besser noch ignorieren – und den Patriotismus der Bevölkerung wachrufen: ‹Kauft nicht im Ausland!› Und er soll die SVP beknien, ja ihre treueste Wählerschaft nicht im Stiche zu lassen.»

2. Akt: Die Grossverteiler, mehrheitlich organisierte Genossenschaften, spielen die Profiteure des Bauernsystems. Neben ihnen preist ein Türkenladen sein Obst und Gemüse um einen fünffach tieferen Preis an. Er wird verspottet: «Noch nie etwas von Logistikkosten gehört?» Sie brüsten sich: «Hohe Löhne gleich hohe Preise, basta.» – «Die Bauernsame braucht Schutz, wir verstärken das Lobbying in Bern für Subventionen. Die Zahler sind eh die Konsumenten. Lidl und Aldi sollen nur kommen – denen zeigen wirs, wir haben ja schliesslich Zollschutz.» Hinten auf der Bühne ruft ein geplagter Bauer: «Wir können euch die Ware gratis liefern, ihr würdet immer noch unverschämt teuer verkaufen.»

3. Akt: Die Landwirte sind gefordert: Wirtschaftlichkeit ist angesagt; grössere Maschinen müssen her. Am Traktorensalon in St. Gallen werden die neuesten Ungetüme vorgestellt: Eine knapp bekleidete Maid (Bauernkalender 2005) steigt von der herabklappbaren Leiter des Fahrerhauses. Vorne und hinten werden Hilfsaggregate demonstriert. In einem Arbeitsgang werden sämtliche Arbeiten für die Anpflanzung und die Ernte verrichtet. Nur rationelle Bauernarbeit ist konkurrenzfähig. Arme Böden, arme Flurstrassen. Die Bauernsame wird von den Grossverteilern und der eigenen Partei zur Unabhängigkeit getrimmt. «Werdet endlich Unternehmer!» Die fremdgehenden Konsumenten kommen vor allen Akteuren an den Pranger: «Patrioten sind gefragt – nur Fotzelhunde kaufen ennet der Grenze.»

4. Akt: 1. Januar 2056: Bühnenbild: «Bözberg-West – die Toskana des Aargaus.» Hier zu leben ist ein Privileg. Es kam, wie es kommen musste: Der Verdrängungswettbewerb der Grossverteiler katapultierte sie alle aus dem Markt. Bözberg-West hat die Strapazen überlebt. Die Theater-Regisseurin verkündet selbstbewusst: «Together to the top» – gemeinsam zur Spitze. Landschaft, Ässe, Wy werden zelebriert: «S'Bescht für Gäscht – Bözberg-Wescht». Man erhebt sich zu einer Gedenkminute für Heiner Keller und sein Buch «Landleben zwischen Zürich und Basel». Der Vorhang fällt.

KOLUMNIST
Hans Peter Joss (Bözen) ist Obmann der Vereinigung ehemaliger Gemeindeammänner.

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AARGAUER ZEITUNG – Samstag, 24. September 2005

«Diese Region ist sehr speziell»

INTERVIEW Ein Buch über das Landschafts- und Naturpotenzial der noch wenig verbauten Region Bözberg West

GERI HIRT


Heiner Keller: «Ich habe keine Lösungen, aber ich kann meine Wahrnehmungen aufzeigen und Denkanstösse geben.»

Der in Oberzeihen wohnhafte Biologe Heiner Keller verfolgt seit Jahren die Veränderungen in Natur und Landschaft, insbesondere im engsten Lebensraum. Mit dem Buch «Bözberg West – Landleben zwischen Basel und Zürich» blickt er hinter die Kulissen und stellt schonungslos Entwicklungen infrage, die als ökologisch, nachhaltig oder intakt etikettiert werden.

AZ:Was hat Sie motiviert, ein Buch über die Region «Bözberg West» zu schreiben?
Heiner Keller: Walter Hess erzählte mir vor einiger Zeit, dass er einen Buchverlag gegründet habe. Da sagte ich scherzhaft: Ich hätte auch Material für ein Buch. Hess reagierte spontan: Das machen wir! Hinzu kamen Bestrebungen in Bözen, die Region zu stärken. Die Gruppe «Bözen braucht Impulse», unter der Federführung von Hans-Peter Joss, gab mir weitere Impulse.

Was ist das Besondere an der Region Bözberg West?
Keller: Diese Region ist sehr speziell. Die Bezirksgrenze und einstige Landesgrenze aus der Zeit von Maria-Theresia wirkt heute noch nach. Dies kann man an einem lapidaren Beispiel erklären: Die Turnvereine Bözen und Zeihen treffen sich erstmals an einem kantonalen Turnfest. Wenn man hier lebt, merkt man kaum etwas von den Nachbargemeinden, aber auf der andern Seite fehlt einem auch nichts. Was meine ich damit: Dieser Region fehlt die Gesamtsicht, die Identität. Betrachten wir die SBB-Immissionen. Jede Gemeinde schaut für sich, dabei führt die Neat-Zubringerstrecke zum Gotthard durch eben diese Region. Auf einem Trassee von 1870 und mit Kurvenradien von damals wird der Güterverkehr des 3. Jahrtausends abgewickelt. Da braucht man andere Trassen und neues Rollmaterial. Da müsste sich die Region als Ganzes für Verbesserungen wehren. Doch das Selbstverständnis in der Region fehlt.

Dennochlässt sich die Lebensqualität dieser Region neben andern durchaus sehen.
Keller: Man kann nicht mit «grossartig wohnen im Aargau» werben und gleichzeitig an lärmexponierter Lage Häuser bauen. Die Bahn beeinträchtigt hier das Wohnen zunehmend. Zudem sind wir in Bezug auf das Wohnen zur Manipuliermasse der Agglomerationen Zürich und Basel geworden. Basel und Zürich drängen nach aussen; diese beiden Städte wachsen am Rand und nicht im Zentrum. Wenn jede Gemeinde selber wurstelt, erhält die Region keine eigene Identität, sondern sie wird vom normalen Siedlungsbrei vereinnahmt.

Nun, in der Region Bözberg West hat die Natur dennoch ihren Platz.
Keller: Ja, das ist grundsätzlich so. Aber nehmen wir die Waldbewirtschaftung von heute: Das ist reiner Luxus! Ich betrachte es als falsch, für die Schaffung von so genannten Naturwaldinseln Geld auszugeben. Denn nichts machen, kostet ja nichts. Wir sollten den Wald nutzen, wenn wir Holz benötigen. In der Aufbruchstimmung des jungen Kantons Aargau wurde 1805 eine sehr fortschrittliche Forstverordnung geschaffen, welche stark auf Nachhaltigkeit (zur Vermeidung von Nöten) ausgerichtet war. Darauf sollten wir uns besinnen. Wir müssen vom Wald lernen – er hat Zeit und er ist uns unwahrscheinlich überlegen. Der Wald ist der stärkste Lebensraum mit einer enormen Fülle von Genetik. Der Gedanke, dass der Wald den Klimawechsel nicht übersteht und unserer steten Pflege bedarf, ist absurd, das haben Jahrmillionen gezeigt.

Was würden Sie als die Schönheiten von Bözberg West bezeichnen?
Keller: Da würde ich die unverbaute Landschaft nennen, die wir hier im Vergleich zum überbauten Teil des Mittellandes noch besitzen. Die Harmonie der Landschaft, die Dörfer, die Wälder, das Kulturland – alles in hömöopathischer Dosierung. Wer am Abend vom Bözberg gegen Westen blickt, der sieht die ganze Kaskade der Jurahügel – ein herrlicher Anblick wie in der Toskana. Das Klima hat ebenfalls eine besondere Qualität, speziell im Vergleich zur Nebelhäufigkeit des Aaretals. Die geringere Bautätigkeit hat einerseits bewirkt, dass Zeugen der Vergangenheit überlebt haben, andererseits dass die Dörfer in ihrer Anordnung erhalten blieben. Wo die Bauerei durch ist, muss man die Landschaft nicht mehr suchen. Wir haben gewisse Möglichkeiten, die Zukunft zu gestalten. Der Verein «dreiklang.ch Aare–Jura–Rhein» beispielsweise gibt gute Impulse, wirkt als Starter. Allerdings wünschte ich mir «dreiklang » etwas radikaler. Die augenfälligen Entwicklungen lassen sich sonst nicht in eine positive Richtung lenken.

Denken Sie, dass Sie mit dem Buch etwas bewirken können?
Keller: Ich kann keine Lösungen anbieten, weshalb ich mir auch nicht anmasse, mit dem Buch «Bözberg West» etwas zu bewirken. Ich kann meine Wahrnehmung aufzeigen und Denkanstösse geben. Aber dieses Buch ist nicht für Mimosen gedacht.

BÖZBERG WEST
Vernissage des Buches «Bözberg West – Landleben zwischen Zürich und Basel»: Samstag, 1. Oktober 2005, 8.30 Uhr bei der Linde in Linn. Das Buch kann bis zur Vernissage zum Subskriptionspreis von Fr. 19.50 bestellt werden (www.textatelier.com; Telefon 062 827 12 36).

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AARGAUER ZEITUNG – Samstag, 17. September 2005

BÖZBERG WEST – TOSKANA DES KANTONS AARGAU

HEINER KELLER

Wenn Sie bei Sonnenuntergang von der Bözbergstrasse oberhalb Effingen Richtung Westen schauen, wähnen Sie sich in der Toskana. Hügel reiht sich hinter Hügel bis zum Horizont. Bözberg West, der sanft gewellte Aargauer Tafeljura, ist eine liebliche Gegend mit Feldern, Wäldern, Dörfern und Weinbergen, die mit der Toskana viel Ähnlichkeit hat.

Bözberg West im Bereich der Gemeinde Zeihen bildet zufälligerweise auch die geografische Mitte zwischen den Metropolitan-Regionen Basel und Zürich. Solche Wirtschaftszentren gelten als notwendige Wachstums- und Wohlstandsmotoren für die Schweiz. Augenfällig lösen die Städte eigentliche Verkehrslawinen aus. Magneten gleich ziehen sie Autos und Züge in die Zentren. In einem 30-Minuten-Radius um die Zentren wachsen die Agglomerationen: Wohnen und Erholung auf dem Land, Verdienst, Ausbildung und Konsum in den Städten und Vorstädten. Um die letzten unverbauten Autobahnausfahrten buhlen Lidl und Aldi. Metropolitan-Regionen haben dem Land bisher vor allem Strassen, Verkehr und Lärm gebracht.

Der Verkehr auf der Autobahn und die Güterzüge durch das Fricktal nehmen kontinuierlich zu. Der Wind und die Windrichtung sorgen dafür, dass die Eisenbahn nachts irgendwann in jedem Dorf von Bözberg West zu hören ist. Wenn die Tunnels der Neuen Alpentransversale Neat fertig sind, wird die Bözberglinie zur Hauptzubringerstrecke für den Alpentransit werden.

Die ländliche Gegend zwischen Bözberg, Staffelegg und Rhein ist durch das ungebremste Wachstum der Agglomerationen zu einem eigentlichen Metropolitan-Trenngürtel geworden. Der Bözberg und Bözberg West bilden damit einen unabdingbaren Gegenpol zu Stadt, Mittelland und Metropolitan-Regionen. Die eigenen Landschaftsqualitäten wie Unverbautheit, Harmonie, Ruhe und Erhabenheit brauchen zu ihrer Erhaltung viel mehr Einsatz als bisher. Wir dürfen nicht einfach warten, bis uns der Siedlungsbrei, der Lärm und die Verschmutzung ganz überrollt haben. Dass der Kanton Aargau auf dem Bözberg nach Kalkvorkommen bohren will und der Opalinuston unter der Toskana des Aargaus das Interesse der Entsorger von radioaktivem Abfall gefunden hat, macht die Aufgabe nicht einfacher. Die Verantwortung der Einwohner und die innere Verpflichtung, sich für die Menschen, die Dörfer und die Landschaft zu engagieren, bleibt.

DER AUTOR
HEINER KELLER ist Biologe und lebt in Oberzeihen. Am 1. Oktober 2005 erscheint sein neues Buch «Bözberg West – Landleben zwischen Basel und Zürich» im Verlag Textatelier.com. Darin sind die angesprochenen Einflüsse und Entwicklungen detailliert und im Zusammenhang beschrieben.

 

 

General-Anzeiger

General-Anzeiger – Nr. 40; 7. Oktober 2005

Vernissage "Bözberg West"

Linn: Öffentliche Buchvernissage

Gedanken zum Bözberg

Bei der Linner Linde wurde das Buch «Bözberg West, Landleben zwischen Basel und Zürich» des im Naturschutz engagierten Heiner Keller von Oberzeihen vorgestellt.

ci. Das Aaretal war vom Nebel verdeckt, vom Westen wehte ein kühler Wind, als sich eine Hundertschaft warm angezogener Leute bei der Linner Linde versammelte. Seit einiger Zeit wurde von der bevorstehenden Buchvorstellung gesprochen und man war gespannt darauf. Walter Hess vom Verlag Textatelier.com stellte die Region Bözberg West als herrliche Landschaft vor.

«Bözberg West, Landleben
zwischen Basel und Zürich»
Ehrlich und persönlich beschreibt der Autor Heiner Keller diese wunderschöne Region, die sich der Zivilisation und Globalisierung nicht entziehen kann. Das Buch setzt sich mit Spannungsfeldern zwischen den platzerheischenden Städten Basel und Zürich auseinander. Als Gemeindeammann von Linn stellte Vreni Hirt ihr Dorf vor, das im nächsten Jahr das 700-Jahr-Jubiläum feiern wird. Mit Blick auf das Buch bemerkte Hirt, dass der Autor darin seine eigene Meinung darlegt, dass es aber jeder lesen und seine eigenen Gedanken machen soll.

Der Autor Heiner Keller
In seinem Festvortrag beschieb der ehemalige Gemeindeammann von Bözen, Hans Peter Joss, seine erste Begegnung mit dem Ökologen Heiner Keller. Er empfand ihn als einen Menschen mit hoher Sensibilität für Landschaft und Natur. Seine Feinfühligkeit und die profunden Kenntnisse von Ökologie und Geologie kommen in seinem Buch voll zur Geltung. So warnt er darin: «Wenn uns die Landschaft nicht interessiert, bemerken wir Veränderungen nicht, und was wir nicht merken, stört uns nicht.»

Heiner Keller, Bözberg West, ISBN-Nummer 3-9523015-2-3, Verlag textatelier.com GmbH, Biberstein

 

02.10.2005

LINN

Buchvernissage unter der Linde

Die Landschaft und ihre Veränderung sind zentrale Themen im Buch «Bözberg West – Landleben zwischen Basel und Zürich» von Heiner Keller. Was lag da näher, als das neue Werk draussen in ebendieser Landschaft – unter der Linner Linde – vorzustellen?

Aus dem Aaretal steigen Nebelschwaden auf. Über dem Fricktal lässt sich zwischen tief hängenden Wolken zumindest stellenweise ein Stück Himmelsblau erahnen. Durch das Geäst der mächtigen Linner Linde rauscht ein recht frischer Wind. Statt «in Schale» zu werfen haben sich die – trotz der relativ frühen Morgenstunde und der Witterung – zahlreichen Vernissagegäste mit Windjacken und Wanderschuhwerk ausgerüstet.

Aber schliesslich steht im Anschluss an die Präsentation des neuen Buches von Heiner Keller die von dreiklang.ch im Rahmen der Veranstaltungsreihe «Landschaft. Ässe und Wy» organisierte Wanderung von Effingen nach Hornussen auf dem Programm. Es gibt Most, Bauernbrot und Nüsse: Einen passenderen Rahmen für die Vernissage des Buches «Bözberg West – Landleben zwischen Basel und Zürich» hätte man sich wohl kaum denken können.

Dem einen oder andern Leser und der einen oder andern Leserin des Buches könnte allerdings – rein bildlich gesprochen – bei der Lektüre des Buches der Bissen Bauernbrot zuweilen durchaus im Halse stecken bleiben. Denn hinter dem unverfänglich-harmlosen Titel verbirgt sich der unbestechlich-forschende Blick des Wissenschafters auf diese Landschaft und auf die Vorgänge, die sie geprägt haben und die sie laufend weiter prägen.

«Kein Werbeprospekt»
«Das Buch ‹Bözberg West› nimmt sich dieser herrlichen Landschaft an, in der wir uns befinden», stellt Walter Hess, der Verleger des Werkes, fest. «Bei aller Zuneigung zu Land und Leuten ist es nicht einfach ein Werbeprospekt, sondern eine ehrliche, persönliche Beschreibung einer wunderschönen Region, die sich aber den Einflüssen der Zivilisation und Globalisierung nicht entziehen kann. Basel auf der einen und Zürich auf der andern Seite sind wie Riesentintenfische, die ihre Tentakeln dorthin ausstrecken, wo noch Platz ist. Heiner Keller setzt sich in seinem Buch mit solchen Spannungsfeldern auseinander.»

Wie Walter Hess erklärt, hat der Verlag Textatelier.com das Buch von Heiner Keller als drittes Verlagsobjekt herausgegeben. «Das Verlagsprogramm ist auf die Wertschätzung des eigenen Lebensraums ausgerichtet», betont der Verleger. „Wir versuchen mässigend auf die Globalisierung einzuwirken und sind eher der Regionalisierung zugetan. Wir haben also ähnliche Zielsetzungen wie die Regionalorganisation Dreiklang.ch. Wir können die Welt zwar nicht verändern, aber wir können aufrütteln.“

Vreni Hirt – als Gemeindeammann von Linn sozusagen Mit-Gastgeberin der Vernissage – stellt die Linner Linde und das bevorstehende Jubiläum «700 Jahre Linn», das im kommenden Jahr gefeiert wird, ins Zentrum ihrer Rede. «Wir sind dankbar, dass die Linde, das Wahrzeichen von Linn, Lothar gut überstanden hat», meint sie zur jüngsten Vergangenheit des sagenumwobenen Baumes, der – wenn man der Sage Glauben schenken will – auch das Haus Habsburg überdauern wird.

Zum Grund des Treffens unter der Linde – dem Buch «Bözberg West» – stellt Vreni Hirt fest: „Der Autor hat schon seine eigene Meinung. Lesen Sie darum das Buch und machen Sie sich Gedanken. Die Zeit wird weisen, welches die richtigen Gedanken waren. Doch vorerst feiern wir 700 Jahre Linn.“

„Wer etwas liebt, kämpft dafür“.
In Bözen habe man sich gefragt, wieso sich der ehemalige Gemeindeammann als Mann der Wirtschaft mit diesem Grün-Intellektuellen Heiner Keller verbinde, meint Hanspeter Joss in seiner launigen Ansprache. «Es kam noch schlimmer: Unsere erste Begegnung hinterliess mir den Eindruck eines stock-konservativen Bürgers, einer Persönlichkeit, welche das Rad gut und gerne hundert Jahre zurückdrehen möchte. Einer Persönlichkeit, welche die Werte der Vergangenheit schätzt, jene Werte allerdings, die sich bewährt haben und die schützenswert sind.»

Heiner Keller liebe die Region zutiefst, betont Hanspeter Joss. «Wer etwas von Herzen liebt, kämpft dafür, kritisiert unmögliche Zustände und Entwicklungen. Für ein gutes Standortmarketing ist es unabdingbar, den Finger auf Unschönheiten zu legen. Dass das weh tut, versteht sich.»

Die Reden sind zu Ende. Der Wind hat aufgefrischt. Die Linde «entlässt» einige dürre Blätter. Die Vernissagegäste stehen beim Gespräch zusammen. Heiner Keller signiert. Dann erscheint das Postauto, das die Leute an den Ausgangspunkt der Wanderung bringen wird. Zurück bleibt die Landschaft. (mz/lp/pbl)

 

«Die Landschaft wird auf jeden Fall überdauern»

«Bözberg West»: Ein spannendes Buch zur «Schärfung der Wahrnehmung»

«Bözberg West ist überall, wo der Begriff Landleben seine Berechtigung hat», stellt Walter Hess zu Heiner Kellers Buch fest. «Das Buch möchte die Wahrnehmung für alles, was in und mit der Landschaft passiert, schärfen, damit sich die Bewohner ihrer besonderen Verantwortung bewusst werden.»

In seinem Buch «Bözberg West» berichtet der aus Windisch stammende, heute in Oberzeihen lebende Biologe und Ökologe Heiner Keller «vom Alltag, von der Landschaft und von banalen Realitäten unter dem Einfluss der einzigartigen politischen Situation in der Schweiz», so der Klappentext. «Von der Wirtschaft dominierte Denkwelten, durch Werbung vernebelte Fakten, die Ausdehnung von Agglomerationen bis hin zur Kompensation von Sehnsüchten durch Konsum und Ablenkung lassen sich auf dem Land am besten beobachten.» Der Autor gelangt in seinem Werk zum ebenso beruhigenden wie beunruhigenden Schluss: «Die Erwartung, dass das Buch in der Landschaft etwas bewirkt, ist mir fern. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt: Die Landschaft wird langfristig und auf jeden Fall sowohl die Zerstörungen als auch die Ökologisierungen und Aufwertungen überdauern.»

Heiner Keller: «Bözberg West − Landleben zwischen Basel und Zürich». Verlag Textatelier.com GmbH. ISBN 3-9523015-2-3.

Louis Probst (AZ)

 

Neue Fricktaler Zeitung

Freitag, 9. September 2005 - Neue Fricktaler Zeitung


Heiner Keller, aufrüttelnder Buchautor, über unsere Heimat Fricktal.
[Foto: Monika Hauswirth]

Aufrüttelnder Lesegenuss mit «BözbergWest»

Heimat, heile Welt – Das Buch erscheint am 1. Oktober

Monika Hauswirth

Heiner Keller (1949), Ökologe, frischt in seinem Buch einiges über die biologische Evolution auf: Boden und Klima, Aufbruch in die Moderne am Beispiel Zeihen, die Nähe zu Metropolitan-Regionen und Arten auf der Überholspur im Fricktal. Mit dem Kapitel «Wie bitte soll die Landschaft aussehen?» gibt er Denkanstösse, die seiner Meinung nach bei der heutigen «Faulheit zu Denken», wie er es nennt, dringend nötig sind.

ZEIHEN. Heiner Keller wuchs im aargauischen Windisch auf und machte an der Universität Zürich ein Biologiestudium. Er wirkte als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Geobotanischen Institut der ETH Zürich und er war 1979 Mitgründer der AG Natur und Landschaft (ANL AG, Aarau). Die ANL ist ein erfahrenes Team von Ökologen, Botanikern und Zoologen, das Projekte im Umfeld von Natur und Landschaft nach naturnahen Prinzipien umsetzt. Seit 1996 wohnt Heiner Keller in Oberzeihen und geniesst dort die «Wohnqualität wie in den Ferien», wie er es beschreibt. Durch Zufall, im Gespräch mit dem Verlag Textatelier.com GmbH, kam die Idee, ein Buch über geschichtliche und detaillierte Informationen zum Anregen und Nachdenken über das Gebiet zwischen Zürich und Basel zu schreiben. Der gesellschaftskritische Biologe gibt sein Fachwissen zur Vertiefung des Naturverständnisses in seinem Buch weiter und scheut sich nicht, die Bevölkerung mit Darstellungen im Klartext aufzurütteln.

Heimat, heile Welt
Zwischen «der Metropolitan-Region Zürich und Basel» liegt «Bözberg West». Die Kampagne «Grossartig wohnen im Aargau» wird vom Autor analysiert und er beschreibt die landschaftliche Lage des dazwischen liegenden Fricktals. Er ist nicht zufrieden mit der stetigen Verbauung der Landschaft und fragt sich, wo diese schlussendlich bleiben soll? Am Beispiel Zeihen zeigt er «aus paradiesischen Zuständen» den Aufbruch in die Moderne auf und überrascht mit vielen vergessen gegangenen Details. Dass die Landschaft und das Landleben viel spannender und im Alltag präsenter ist als wir gemeinhin annehmen, soll in diesem Buch klar werden.

«Und nach uns die Sintflut»
Dem Fricktal gings noch nie so gut wie heute, meint Heiner Keller im Gespräch mit der «Neuen Fricktaler Zeitung».Man sollte nicht nur abwarten und denken «und nach uns die Sintflut», fügt Keller hinzu. Man sollte sich Gedanken über neue Infrastrukturen machen und er spricht im Gespräch auch die Hauptzuführungslinie für die NEAT-Bahnlinie und deren Auswirkungen für den Aargau an. Er sagt, im Internet findet man heute alles, aber machen wir jetzt etwas anderes? Man sollte aufwändiger und riskierter denken, so der Autor. Bis jetzt habe man noch für alles eine technische Lösung gefunden! Sein Buch verspricht noch einigen Zündstoff und kann unter www.textatelier.com noch bis zu seiner Veröffentlichung am 1. Oktober 2005 für Fr. 19.50 bestellt werden. Später beträgt der Verkaufspreis Fr. 29.50. Bözberg West – Landleben in der Mitte zwischen Basel und Zürich – wird am 1.Oktober 2005 um 8.30Uhr bei der Linde zu Linn vorgestellt.

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Dienstag, 4. Oktober 2005 - Neue Fricktaler Zeitung

Vernissage "Bözberg West"
Interessiert lauschten die Anwesenden den Festrednern. [Fotos: Peter Larson]

Vom Landleben zwischen zwei Grossstädten

Buchvernissage «Bözberg West» bei der Linde von Linn

Peter Larson

Eine Buchvernissage der besonderen Art erlebten die rund 100 Besucher, die sich am Morgen des 1. Oktober warm eingepackt um 8.30 Uhr bei der berühmten Linde von Linn trafen.

LINN. Zwar war es an diesem Samstagmorgen recht rau auf der Kuppel des Bözberges, der Himmel war verhangen und es blies eine frische Bise durch die Äste der mächtigen Linde. Doch die drei Festredner und die Festrednerin verstanden es auf unterhaltsame Weise, den Angereisten etwas Wärme ins Herz zu bringen. Der in Oberzeihen wohnhafte Ökologe Heiner Keller stellte an diesem sagenumwobenen Ort sein neues Buch «Bözberg West – Landleben zwischen Basel und Zürich» vor. Er beschreibt darin auf seine persönliche und auch kritische Art eine Region, die ihm sehr am Herzen liegt. Es ist das Grenzgebiet, das genau in der Mitte der Metropolen Zürich und Basel liegt, auch verläuft hier die Grenze zwischen Falten- und Tafeljura, zwischen Fricktal und Aargau. Die Feinfühligkeit und die profunden Kenntnisse von Ökologie und Geologie von Heiner Keller kommen in seinem Buch voll zur Geltung. So nennt er diese Region gerne auch «die Toskana des Aargaus» und schreibt dazu: «Vom Bözberg her betrachtet gleicht unsere Landschaft in der Abenddämmerung der Toskana. Sanft eingerahmt von Wäldern mit den Dörfern, unsichtbar in den Tälern».

Kein Werbeprospekt
«Bözberg West» ist überall, wo der Begriff «Landleben» seine Berechtigung hat. «Keller möchte die Wahrnehmung für alles was in und mit der Landschaft passiert, schärfen. Das Werk ist nicht einfach ein Werbeprospekt, sondern gerade die besondere Zuneigung des Autors mit Land und Leuten lässt ihn so manches hinterfragen. Schliesslich kann sich auch diese wunderbare Region nicht vor den Einflüssen der Globalisierung entziehen», erklärte Walter Hess, der Verleger des Buches den Anwesenden.

Frau Gemeindeammann Vreni Hirt erläuterte im Anschluss die interessante Geschichte des Wahrzeichens von Linn, der rund 800 Jahre alten Linde mit einem Stammumfang von 11 Metern. Sie bietet nicht nur einen einzigartigen Ausblick auf das Aaretal, sondern steht auch etwa in der Mitte der drei Aargauer Weintäler, die es zu entdecken gilt.

Hanspeter Joos betont danach in seiner Laudatio, wie Keller seine Region zutiefst liebe. «Und wer etwas von Herzen liebt, kämpft auch dafür und kritisiert unmögliche Zustände und Entwicklungen.» Das offerierte Speckbrot mit frisch gepresstem Most passte wunderbar zu dieser Vernissage und stärkte für die anschliessende Genusswanderung durch das oberfricktalische Weinbaugebiet.

Heiner Keller
Autor Heiner Keller präsentierte in
Linn sein Buch «Bözberg West –
Landleben zwischen Basel und Zürich.

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Dienstag, 8. November 2005 - Neue Fricktaler Zeitung

Hans Peter Joss

Hans Peter Joss, OK-Präsident «Bözberg-West», ist erfreut über den gut gelungenen Anlass.
[Foto: Monika Hauswirth]

«Und nächstes Jahr wird es noch besser»

Hans Peter Joss über den erfreulichen Anklang von «Landschaft, Ässe und Wy»

BÖZEN. Hans Peter Joss war als OK-Präsident des Dreiklang-Anlasses «Bözberg West» zusammen mit den beteiligten Gastrobetrieben und Winzern hauptverantwortlich für die Organisation der Weinwanderung zwischen Effingen und Hornussen. Der Auftakt mit einer Vernissage des Buches von Heiner Keller «Bözberg West» war ein Volltreffer und leistete einen kulturellen Beitrag an die exzellente Mischung von Kultur, Landschaft, Essen und Wein.

NFZ: Welche Erwartungen hatten Sie?
Hans Peter Joss: Unsere Erwartungen wurden klar übertroffen. Bei 300 Personen mussten wir die Anmeldungen abklemmen. Vor dem Anlass beschäftigte mich auch noch, ob es im finanziellen Bereich aufgehen würde. Zum Schluss kamen wir knapp raus mit den Kosten, was nicht zuletzt dem Entgegenkommen aller Akteure zu verdanken war. Dies war ein Riesenaufsteller. Aufgrund der zahlreichen positiven Rückmeldungen der Gäste wussten wir, dass wir mit unserer Arbeit beste Referenzen geschaffen haben und nur das zählt.

Wie kam der kulturelle Einstieg mit dem Buch von Heiner Keller «Bözberg West-Landleben zwischen Zürich und Basel» an?
Zur Vernissage seines Buches fanden sich bei der Linner Linde bereits über 100 Interessierte ein. Seine zum Teil kritischen Ausführungen über «die Toskana im Aargau», wie er das Gebiet Bözberg-West gerne nennt, stellten einen hervorragenden Einstieg für diesen Anlass dar und trugen zu anregenden Diskussionen bei. Dieses Buch ist unbedingt empfehlenswert. Die Einwohner der darin nicht immer geschonten Dörfer: Zeihen, Linn, Gallenkirch, Effingen, Elfingen, Bözen, Hornussen, Densbüren, Ueken,Herznach, Frick, Küttigen, Thalheim, Oberflachs und Schinznach-Dorf sollten dieses Buch, erhältlich im Verlag www.textatelier.com in 5023 Biberstein, unbedingt lesen.

Wie war das Zusammenspiel mit den Gastrobetrieben?
Diese Kombination war ein absoluter Glücksfall.Die spezialisierten Rebbetriebe, Rebfamilien mit angegliederter Landwirtschaft aus der Umgebung, dem Edelschnapsbrenner Ruedi Käser sowie den Bözer Gasthäusern Bären und Post mit ihren Köstlichkeiten verwöhnten die Gäste hervorragend. Mit ihrer Herzlichkeit, Fröhlichkeit und einem Schuss Lässigkeit sprang der Funke zu unseren Gästen über.

Wie war das Echo?
Das war rundweg positiv. Hier nur einige Ausschnitte von Reaktionen: «Der Tag war unvergesslich». «Wir sind abends total begeistert heimgekommen ». «Riesiges Kompliment!», «Essen und Trinken war super!». «Nochmals herzlichen Dank für die tolle Idee!». «Wir kommen nächstes Jahr wieder». Ein erfreulicher gemeinschaftlicher Aspekt waren auch viele neue Gesichter und Bekanntschaften.

Also gibt es einen weiteren Anlass?
Ja, das Gesamt-OK des Dreiklang «Bözberg West» hat bereits ein Datum für den nächsten Anlass bestimmt. Am Samstag, 9. September 2006, wird der Anlass auch für eine grössere Teilnehmerzahl, verfeinert und noch besser organisiert, mit mehr Verpflegungsmöglichkeiten stattfinden. Natürlich wird auch wieder ein kultureller Teil zum guten Gelingen beitragen. Mehr möchte ich dazu aber noch nicht verraten.

Sie erwähnen immer dieses «Miteinander » und diesen «Teamgedanken»?
Ja, ich finde auch in unserer ländlichen Gegend sollte nicht jeder selbst auf sich fixiert sein. Ich war 35 Jahre in einer Verkaufsführungsposition tätig und habe dort feststellen können, dass Einzelkämpfer meistens verlieren und der Weg gemeinsam im Team immer zum Ziel und aufs Siegerpodest führt. Es ist so: «Wer allein arbeitet, addiert; wer gemeinsam kämpft, multipliziert». Mein Credo: «Together to the top – gemeinsam zur Spitze». Und es stimmt: «Bözberg-West – s’bescht für d’Gäst!». Und nächstes Jahr wirds noch besser!

Der ornithologische Beobachter

Ornithologischer Beobachter

Februar 2007

Keller, H. (2005): Bözberg West: Landleben zwischen Basel und Zürich. Biberstein, Verlag Textatelier.com, 238 S., Ill., sFr. 29.50. ISBN 3-9523015-2-3.

Wer Heiner Keller, Zoologe und Mitinhaber des Planungsbüros ANL in Aarau, kennt (auch wenn das wie in meinem Fall nur sehr flüchtig ist), wird nicht bloss nettes Heimatbuch über seinen Wohnort Oberzeihen und seine Umgebung erwarten, mit schönen Bildern und einem Kapitel über die Vögel, das die Besprechung in dieser Zeitschrift rechtfertigt. Tatsächlich setzt sich der Autor in kurzen, prägnanten und oft provokativen Texten mit verschiedenen Aspekten einer ländlichen Region im Aargauer Jura auseinander, die mitten zwischen den städtischen Ballungsräumen von Basel und Zürich liegt und mehr und mehr von ihnen beeinflusst wird. Trotz der vielen konkreten lokalen Bezüge könnten die meisten Aussagen des Buches ohne weiteres auf andere Landgemeinden in der Schweiz übertragen werden. Oder, wie es auf dem Klappentext steht: Bözberg West ist überall, wo in der Landschaft etwas passiert.

Themen sind etwa die Landschaft und ihre Veränderung, Politik, Wirtschaft, dörfliche Kultur, Mobilität, und, vor allem im hinteren Teil des Buches, Natur, Land- und Forstwirtschaft sowie Naturschutz. Schonungslos deckt Keller auf, was hier alles falsch läuft und warum einst verbreiteten Kulturlandvogelarten trotz aller Erfolgsmeldungen über die Ökologisierung und Nachhaltigkeit verschwunden sind. Zum Beobachten, müssen wir halt in die Ferien fahren – wir können es uns ja leisten. Der Autor prangert Naturschutzfunktionäre an, die als Beamte oder Mitarbeitende von Institutionen und Verbänden Hecken und gestufte Waldränder als natürlich oder naturnah propagieren, oft wider besseres Wissen: Längst ist belegt, dass nur ein vorrückender Waldrand gestuft ist und ein vom Menschen fixierter Waldrand auch nur von ihm und mit massiven Eingriffen in dem Zustand gehalten werden kann, den man gemeinhin für wertvoll hält. Vertraute Sätze etwa über CO 2 oder Neophyten, wie sie in vielen Gutachten oder Zeitungsmeldungen zu lesen sind, werden zitiert und in aller Schärfe demontiert.

Die Seitenhiebe gegen im Naturschutz tätige Organisationen (die Schweizerische Vogelwarte eingeschlossen) sind relativ gemässigt und vielleicht auch gerechtfertigt: Naturschutz ist im Laufe des letzten Jahrhunderts von der hobbymässigen Aktivität einzelner Vorkämpfer zu einem Beruf geworden, und Verwaltungen und Organisationen bieten damit auch Arbeitsplätze, setzen öffentliche oder private Gelder um und wollen selber überleben – was allerdings nur gelingt, wenn sie Leistungen und Erfolge ausweisen können. Mein kleiner Einwand: Bei Öko- und Planungsbüros ist es schliesslich nicht anders, und das ist auch nicht à priori schlecht. Ausserdem sind es nicht nur „die anderen“, die Landschaft beanspruchen und damit verändern. Trotzdem: Das Buch ist für alle im Naturschutz Tätigen lesenswert. Der Autor bekennt am Schluss, dass er nicht erwarte, dass sein Buch in der Natur draussen etwas bewirken würde. Aber – so hoffe ich – vielleicht etwas in den Köpfen.

Dr. Christian Marti
Betriebsleiter/ Bibliothekar
christian.marti@vogelwarte.ch
www.vogelwarte.ch
Schweizerische Vogelwarte
Luzernerstrasse 6
CH-6204 Sempach
Switzerland

 

Regional

Zeitung für den Bezirk Brugg und die Nachbargemeinden

Nicht einfach nur Idylle

Klar: Das Buch ist eine Ode an ein Stück liebenswerte Heimat. Die, genau in der Mitte zwischen Basel und Zürich, durch ausgebaute Verkehrswege von allen Seiten vom Einflussbereich dieser «Metropolitan-Regionen» bedrängt ist. Bei aller Zuneigung zeigt das Buch mit kritischem Engagement und einem Feuerwerk von Informationen und Ideen auf, warum etwas ist, wie es ist, und was anders sein könnte – und anders sein müsste. Es analysiert den Einfluss von Subventionen, Planern, Land- und Forstwirtschaft sowie die Auswirkungen des modernen Lebensstils, der «Irrwege der Dienstleistungsgesellschaft», auf das Aussehen einer Landschaft, die von Keller treffend auch als «Toscana des Aargaus» bezeichnet wird. Das 240 Seiten starke Werk ist damit exemplarisch fürs Landleben, wie es sich heute präsentiert, und es stellt das Ganze zudem auf ein geschichtlich wie geologisch tragfähiges Fundament.

Überhaupt: Ein brillant formuliertes Lehrstück, unterhaltsam und zum kritischen Nachdenken und Hinterfragen anregend. Damit möchte Keller auf die Menschen – auch auf jene vom Bözberg, die er beschreibt – einwirken bzw. deren Blick schärfen, damit sie sich ihrer besonderen Verantwortung bewusst werden. Und nicht zuletzt möchte er, so schreibt er in seinem Vorwort «meine Gedanken, meine Beobachtungen, die Analysen, die Freude, das Staunen, die Machtlosigkeit und die Rebellion durch Schreiben einer gewissen Klärung zuführen».

Bedenklich findet Keller zum Beispiel – bekannt als Gründer des Vereins «Forum Doracher – Lebendiges Oberzeihen» (www.doracher.ch) und auch im Rahmen von Pro Bözberg aktiv –, dass «für das Heer der Pendler und Reisenden die Landschaft zum flüchtigen Hintergrund» verkommt und die Regionen durch Verkehrsverbindungen «an die Zentren angeschlossen, gleichgeschaltet und austauschbar gemacht werden». Der dem zugrundeliegende Gedankengang: «Damit die Wirtschaftszentren funktionieren, müssen Menschen ihre Lebensorte wechseln. Erwerbstätige pendeln zwischen Stadt und Land. Sie machen die kleine Schweiz zu einer einzigen Stadt. Mobilisiert verschieben sie Erfahrungen, Fähigkeiten, Schwächen und Geld rasch von einem Ort zum andern. Bund, Kantone, Gemeinden und Anbieter aller Art machen das Profitieren einfach und vom eigenen Boden unabhängig. Nahrung, Arbeit, Gewinn und Erholung stammen aus Dienstleistungen, Staatsquellen und sekundenschnellen globalen Angeboten. Die Landschaft verödet bei dieser Ausrichtung von Staat und Gesellschaft auf Geschäft, Wachstum und Einheitlichkeit. Sie verliert an Notwendigkeit, Bedeutung und Struktur.»

Vernissage-Prozedere
Das Buch «Bözberg West» ist eine Produktion des Verlags Textatelier.com GmbH in Biberstein. So wird Verleger Walter Hess wird die Gäste an der Vernissage begrüssen. Danach wird Vreni Hirt, Gemeindeamman Linn, den berühmten Baum und die Geschichte der Gemeinde, die 2006 ihr 700-Jahr-Jubiläum feiert, vorstellen. Die eigentliche Festrede wird Hans Peter Joss halten – der ehemalige Gemeindeammann von Bözen ist nicht nur im Rahmen des Forums «Bözen braucht Impulse» nie um eine markige Stellungnahme verlegen. Die Vernissage findet übrigens bei jedem Wetter statt – schliesslich gibt es auch die Region «Bözberg West» nicht nur bei Sonnenschein...

«Landschaft, Ässe, Wy»
Im Anschluss an die rund einstündige Vernissage besteht die Möglichkeit zu einem kulinarischen Flanieren durch die oberfricktalischen Rebberge im Raume Effingen–Elfingen–Bözen–Hornussen: ein umfangreiches Kultur-Kulinarium inklusive Degustationen und einem Mittagessen mit einheimischen Delikatessen, das von «dreiklang.ch» veranstaltet wird. Dabei kann die im Buch vorgestellte Landschaft Bözberg West eingehender erkundet und genossen werden. Dafür ist ein Tagespass nötig, der bei der erwähnten Organisation bezogen werden kann (Informationen und Anmeldung: www.dreiklang.ch / Tel. 062 877 15 04).

ISBN-Nummer 3-9523015-0-7
Bestellung beim Verlag: verlag@textatelier.com
Format: 14,8 x 21 cm, 240 Seiten, broschiert mit farbigem Umschlag, 16 Farbseiten mit Fotografien
Preis: Fr. 29.50 (bis zum 30. September Subskriptionspreis von Fr. 19.50)

 

Tages Anzeiger

12. Dezember 2005

HEINER KELLER: BIOLOGE UND BUCHAUTOR

Er zeigt, wie sich die Landschaft schleichend verändert

Von Peter W. Frey, Oberzeihen

Der Bözberg in der Mitte zwischen Zürich und Basel ist für Heiner Keller ein Beispiel: Eine unverbaute Landschaft vermisst man erst, wenn sie verschwunden ist.

Am Bürgerort von Bundesrat Joseph Deiss fahren die Züge immer vorbei. Zeihen im Aargau liegt zwar direkt an der SBB-Strecke Zürich-Basel, aber einen eigenen Bahnhof hatte die Gemeinde nie. Und die nächstgelegene Station Effingen beim Nordportal des Bözbergtunnels ist längst geschlossen. Doch Zeihen, ein Dorf mit etwas über 900 Einwohnern, liegt geografisch in einer Mitte: Nach Basel und Zürich ist es gleich weit.

Und Zeihen ist Grenzland. Bis hierher reichte der lange Arm Wiens. Ein Grenzstein zwischen dem ehemals österreichischen Fricktal und dem einstigen Berner Aargau ist im Garten hinter dem Haus von Heiner Keller zu besichtigen. Der 56-jährige Biologe ist seit 1979 Mitinhaber einer Planungs- und Beratungsfirma für Natur und Landschaft in Aarau und war in den Achtzigerjahren Geschäftsführer und später Präsident des Aargauischen Bundes für Naturschutz (heute Pro Natura).

Im Aargau gilt Keller als unbequemer Mahner: «Ich habe den Ruf, dass ich Dinge sage, die andere Leute nicht zu denken wagen», sagt er in der Wohnküche seines umgebauten Bauernhauses in Oberzeihen, einem Weiler von 130 Einwohnern. Den kompetenten Naturwissenschafter in eine links-grüne Ecke zu stellen, gelang aber nie. Das schlossen auch seine militärischen Meriten aus. Der gross gewachsene Major Keller Heiner kommandierte einst rund tausend Landwehrsoldaten des Füsilierbataillons 181 im Raum Bözberg.

Heimatkunde der besonderen Art
Um den Berg, der eigentlich keiner ist, sondern in den Worten Kellers eher «ein massiver, etwas unebener Klotz», geht es auch in einem Buch des Naturwissenschafters, das vor wenigen Wochen erschienen ist. «Bözberg West - Landleben zwischen Basel und Zürich» ist eine Heimatkunde der besonderen Art. Ausgehend von Zeihen, wo er und seine Gattin seit 1996 wohnen, schärft Keller den Blick für sichtbare und schleichende Veränderungen in der Landschaft und zeigt Fehlentwicklungen der offiziellen Politik auf.

«Ich habe mir immer eine gewisse Frei- und Frechheit erlaubt», sagt Keller. Er ist ein genauer Beobachter und formuliert sehr direkt. Etwa, wenn es um Direktzahlungen an Landwirte geht, die dafür mindestens sieben Prozent ihrer Betriebsfläche als ökologische Ausgleichsfläche ausweisen müssen: «Drei Haselnüsse und zwei Schilfhalme ergeben sieben Prozent», spottet er im Gespräch über «diesen buchhalterischen Naturschutz», der alles und alle über einen Kamm schere. Das werde dem Schutz der Landschaft überhaupt nicht gerecht.

Die Hoffnung stirbt zuletzt
Bözberg-West ist eine im Gegensatz zum Mittelland noch wenig verbaute Landschaft im Tafeljura. Doch mit der Eröffnung der A 3 wurde das obere Fricktal zur verkehrsattraktiven Wohnregion. In der geografischen Mitte zwischen Basel und Zürich wächst der Druck durch den nahenden Siedlungsbrei der Agglomerationen. «Hier am Rand kommt diese Entwicklung aber überhaupt nicht als Druck an», beobachtet Keller. Viel eher heisse es, nun steige endlich die Bevölkerungszahl. «Jetzt machen wir den Fehler, dass wir diesem vermeintlichen Fortschritt keinen anderen Wert entgegensetzen», warnt er.

Eine unverbaute Landschaft werde in Zukunft ein Kapital sein. «Aber wir merken es erst, wenn wir es nicht mehr haben.» In seinem Buch und im Gespräch zeigt sich Heiner Keller als Realist: «Die Erwartung, dass das Buch in der Landschaft etwas bewirkt, ist mir fern», steht auf Seite 226. Aber die Hoffnung sterbe zuletzt. Dabei setzt Keller auf Langfristigkeit. «Wenn in der nächsten Eiszeit der Gletscher wieder kommt, wie sieht dann wohl in Möhlin am Rhein unten die Moräne aus?», fragt er und lacht. Eine Landschaft, die über Millionen Jahre geformt worden sei, werde sowohl Zerstörungen wie ökologische Aufwertungen überdauern.

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Die Presse zum Buch „Richtig gut einkaufen“

Badische Zeitung

Einkaufen mit Augen des Fachmanns  

Der Schopfheimer Autor Heinz Scholz stellt sein neuestes Buch vor / Wegweiser im Dschungel des Nahrungsangebots

Von unserer Mitarbeiterin Roswitha Frey

Vernissage "Richtig gut einkaufen"
Sein neues Buch „Richtig gut einkaufen“ stellte der Schopfheimer Autor Heinz Scholz vor, hier mit Verleger Walter Hess (links) und Jürgen Blaas bei der Buchpräsentation im Grünkern-Naturkostladen.
FOTO: ROSWITHA FREY

SCHOPFHEIM. Vogelgrippe, Schweinepest, Rinderwahnsinn, Acrylamid, gentechnische Manipulationen: Immer neue Schlagzeilen und Lebensmittelskandale schrecken die Verbraucher auf, machen sie unsicher beim Kauf von Nahrungsmitteln. Einen Wegweiser im Dschungel des Riesenangebots bietet der Schopfheimer Autor Heinz Scholz mit seinem neu erschienenen Buch „Richtig gut einkaufen“.

Der mit Zeichnungen illustrierte Band, der Einkaufstipps für den gesundheitsbewussten Kunden gibt, wurde jetzt bei einer Buch-Vernissage im Grünkern-Laden in Schopfheim vorgestellt. Heinz Scholz hat schon zahlreiche Bücher und Fachartikel zu Themen wie Mineralstoffe, Vitamine, Heilpflanzen, gesunde Ernährung, Naturheilkunde und Kosmetik veröffentlicht. Zu Gute kommt ihm dabei sein wissenschaftlicher Hintergrund in der Pharma- und Lebensmittelanalytik, seine fundierte chemische und pharmazeutische Ausbildung.

Seit seiner Frühpensionierung mache er gern selbst die Einkäufe, erzählt er. Diese eigenen Erfahrungen schlagen sich in seinem neuen Einkaufsbrevier für den Alltag nieder. Doch Heinz Scholz hat sich für seine Ratschläge nicht nur in Supermärkten, Bioläden und auf dem Wochenmarkt umgesehen, sondern auch mit Marktbesuchern oder Biobauern in der Gegend über ihre Arbeit gesprochen und das Buch mit Anekdoten und kleinen Geschichten aufgelockert. Wichtig sind Scholz die Angaben von seriösen Quellen, Studien, Untersuchungen und Tabellen über Zutaten, Zusatzstoffe und Schadstoffe, die dem Verbraucher hilfreiche Information liefern. Bei allen Hinweisen zum Lebensmittelkauf und gesundem Essen will Scholz aber nicht „sektiererisch“ vorgehen und das Thema Ernährung auch nicht „reißerisch“ aufmachen. Stattdessen setzt er auf sein profundes Wissen und viele Erfahrungen aus der Praxis. So gibt Scholz Infos zum Thema „Essen ohne Risiko“ und klärt darüber auf, was beim Einkauf von Gemüse, Obst, Brot, Milchprodukten oder Fleisch zu beachten ist. Dabei rät er, immer mit Zettel einzukaufen, genau zu schauen, was in den Produkten drin ist, auf Frische und Qualität zu achten, naturbelassene und regionale Ware zu bevorzugen, besonders auch Bioprodukte. Auch die Unterschiede zwischen Bioprodukten und industriellen Produkten, die oft mit künstlichen Aroma-, Farb- und Konservierungsstoffen behandelt sind, werden genau dargestellt. In den Gesprächen mit Biobauern wird auch begründet, warum Bioprodukte teurer sind. Dass viele Verbraucher am Essen sparen und weit mehr für Reisen, Auto, Freizeit ausgeben als für Lebensmittel, kommentiert Scholz kritisch: „Es ist nicht verkehrt, wenn man zukünftig mehr in qualitativ wertvolle Lebensmittel investiert“.

Mit seiner „modernen Lebensmittelkunde“ wendet sich der 1942 geborene Autor „an alle, die einkaufen“. Und das seien längst nicht mehr nur die Hausfrauen, sondern mehr und mehr auch Männer, oft Rentner, wie er beobachtet hat. Gerade die Mischung aus Fachwissen und Praxisbezug mache den Reiz des Buches aus, sagte bei der Buchvorstellung der Verleger Walter Hess vom Schweizer Verlag Textatelier.com. Scholz sei ein Wissenschaftler und Analytiker, der komplizierte Zusammenhänge verständlich und aufgelockert darstellen könne. Trotz des Überflusses bestünde Mangel an vollwertiger Nahrung, so Hess, denn heute würden „Turbotiere und Turbopflanzen“ gezüchtet, um mehr Ertrag zu erzielen. Deshalb wende sich dieses Buch an Leute, die sich aufgeklärt und verantwortungsvoll um ihr Wohlergehen und ihre Gesundheit kümmern wollen. Gastgeber Jürgen Blaas, dessen „Grünkern“-Naturkostladen in der Schopfheimer Altstadt 25-jähriges Jubiläum feiert, ging selbst auf das Thema Bioprodukte und ökologischer Anbau ein.

Und nicht zuletzt konnten die vielen Gäste zur Zithermusik von Hans Frey leckere Biokost-Häppchen probieren.

Tipp: „Richtig gut einkaufen“ von Heinz Scholz, Verlag Textatelier.com, 19,50 Euro.

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08. Dezember 2005

Einkauf mit Schlemmen

Wer selbst kocht und Wert auf gute Zutaten legt, dem kann der Ratgeber „Richtig gut einkaufen“ helfen. Diese „moderne Lebensmittelkunde“ hat der Schopfheimer Heinz Scholz verfasst. Erschienen ist das 240 Seiten starke Werk für 19,50 Euro im Schweizer Verlag Textatelier.com.

fri

Der Stadtanzeiger

Zeitung aus D-79650 Schopfheim

Interessante Lektüre:

„Viagra aus Bosnien“ und hässliche Tomaten

Der Schopfheimer Ernährungsspezialist und Autor Heinz Scholz entlarvt in seinem neuen Buch „Richtig gut einkaufen“ (Die moderne Lebensmittelkunde für den Alltag) die Tricks der Verkäufer und vermittelt zu jeder Lebensmittelgruppe wertvolle Einkauftipps (insgesamt 350). Er zeigt in prägnanter Weise auf, welche Unterschiede zwischen naturnaher und industrialisierter Produktion bestehen. So gibt es zum Beispiel 7000 verschiedene Geschmacks- und Aromamischungen, die Produzenten ihren Lebensmitteln zusetzen. Nur wenige Zusatzstoffe sind unbedenklich.

Der Autor klärt ferner auf, welche Schadstoffe und Zusatzstoffe in unseren Lebensmitteln vorkommen, wie es zum „Wahnsinn mit dem Rind“ (BSE) kommen konnte. Auch die „schöne Welt“ der Gentechniker wird kritisch beleuchtet.

Der Leser erfährt etwas über das „Ratten-Gen im Salat“, über „Krebs durch Nitrosamine“, „Antibiotika im Schnitzel“, Eier aus Käfig- und Freilandhaltung, und er erhält unter anderem Antwort auf die Frage „Wie viel Huhn ist in der Fertigsuppe?“ Der Autor vermittelt dem Leser in leicht verständlicher Form ein Wissen, das diesem beim Einkauf zugute kommt.

In fast jedes Kapitel sind Anekdoten über Ernährungspioniere und amüsante Geschichten eingefügt – das Lesen soll ebenso wie das Einkaufen und Essen ein Vergnügen sein. So erfährt der Leser beispielsweise etwas über die hässlichsten Tomaten der Welt, dann über ein „Viagra“ aus Bosnien, was die Weinfreunde Robert Quinche und Theodor Heuss empfahlen, wie sich der Coca-Cola-Konzern blamierte, was Dr. Max Bircher-Benner einer Magenkranken empfahl und was eine Produzentin von Bio-Lebensmitteln mit Neidern, Saboteuren und Denunzianten erlebte.

Das ohne Sponsorenbeiträge entstandene, allein dem Leser verpflichtete Buch zeigt in klarer Sprache objektiv auf, was wir heute noch essen können. Das illustrierte Werk enthält Empfehlungen, die letztlich für unsere Gesundheit von eminenter Bedeutung sind. Es liegt in der Hand des Einzelnen, die Tricks der Verkäufer und Werbefachleute zu entlarven und das Richtige und Beste einzukaufen.

Das im Schweizer Verlag Textatelier.com (www.textatelier.com) erschienene Buch ist zum Preis von 19,50 Euro im Buchhandel (ISBN 3-9523015-1-5), in Naturkostläden oder direkt beim Verfasser (heinz.scholz@textatelier.com), Statthalterstrasse 6 in Schopfheim zu beziehen.

Gesundheitsnachrichten

Gesundheits-Nachrichten 1/2006

Die „A. Vogel Gesundheits-Nachrichten“ sind ein traditionelles (seit 1929 bestehendes) bekanntes und hilfreiches Publikationsorgan, welches monatlich das Wissen des Naturheilkunde-Pioniers Alfred Vogel (1902–1996) verbreitet.

Buchtipp: Richtig gut einkaufen
Auch wenn man sich mit Lebensmitteln auskennt, ist es nicht immer leicht, in der angebotenen Riesenauswahl das Richtige zu finden. Heinz Scholz, der Autor des Buches „A. Vogel - Aktiv gegen Rheuma“, hat einen Einkaufsführer verfasst, der Kunden dabei hilft, gesunde Lebensmittel zu wählen.

Das Buch bietet grundlegende Informationen und viele Tipps zum Einkauf von Obst und Gemüse, Milchprodukten, Getränken, Fetten und vielem mehr. Zusatzstoffe, Austauschstoffe und mögliche Schadstoffe werden dargestellt und erklärt, auf Verkaufstricks hingewiesen und die Unterschiede zwischen naturnaher und industrialisierter Produktion erläutert. Eine Liste der E-Nummern ist ebenso enthalten wie viele Adressen und Produkthinweise für die Schweiz und Deutschland. in fast jedem Kapitel sind Anekdoten über Ernährungspioniere und amüsante Geschichten eingefügt – das Lesen soll ebenso wie das Einkaufen und Essen ein Vergnügen sein. So erfährt der Leser beispielsweise etwas über die hässlichsten Tomaten der Welt, was Dr. Max Bircher-Benner einer Magenkranken empfahl und warum Grossmutter Kaffee schmuggelte.

Heinz Scholz: „Richtig gut einkaufen“, 240 S., broschiert, Verlag Textatelier.com 2005, ISBN 3-9523015-1-5; CHF 29.50 / Euro 19.50
Sie können dieses Buch bei uns (Gesundheits-Nachrichten) telefonisch bestellen. Telefon in der Schweiz; 071 335 66 66, Telefon in Konstanz/D: 07533 40 35.

 

Deutsche Presse

28. Jahrgang. Nr. 05 – 08.02.2006

Zur Rezension von Frau Traude Walek (wie unter „Neue Zeitung“) schreibt Rosemarie Meyer im Vorwort der „unabhängigen Wochenzeitung der deutschsprachigen Bevölkerung in Kanada“:

„Der Artikel von Frau Walek-Doby ‚Richtig gut einkaufen’ erschien gerade rechtzeitig, da in dieser Woche vom 5. bis zum 11. Februar 2006 die ‚Eating Disorder Awareness Week’ in Canada stattfindet.“

 

Kosmetik Online

Kosmetik international

Heft 4-2006

Richtig gut einkaufen – mit den Einkauftipps von Heinz Scholz (ISBN 3-9523015-15) ist dies in Zukunft kein Problem mehr. Das Buch zeigt anschaulich, was wir heute noch bedenkenlos essen können.

 

Neue Zeitung

50. Jahrgang, Nr. 5, Budapest, 3. Feber 2006

Richtig gut einkaufen
Moderne Lebensmittelkunde für den Alltag

Wer auf Grund der riesengrossen Werbelettern überzeugt ist, das Beste (für teures Geld) erstanden zu haben, staunt of nicht schlecht, wenn er auf den Produkten in winzigen Lettern angeführt sieht, was er alles „nebenbei“ mitgekauft hat; das heisst, wenn er überhaupt versteht, was da so winzig gedruckt steht, denn Buchstabencodes, chemische Formeln und Fremdwörter sagen dem Normalverbraucher meistens nicht allzu viel.

Das Problem ist zudem nicht nur national, es ist global, denn weltweit gibt es kaum noch Menschen, die sich mit Lebensmitteln selbst versorgen, die nicht einkaufen gehen oder deren Produkte in grossem Ausmass direkt verkauft und nicht von Firmen noch weiter verarbeitet werden.

Um glauben zu können, dass alles, was „nach strenger Kontrolle“ angepriesen wird, uns auch wirklich gut tut, muss man vorher wissen, was wir tatsächlich brauchen.

Heinz Scholz, der studierte Chemotechniker und erfolgreiche Schriftsteller aus Schopfheim (D), weiss, wovon er redet und worauf zu achten ist. Es ist ihm gelungen, der Materie die Spröde zu nehmen und ein rundum verständliches, spannendes, sogar richtig unterhaltsames Buch* zu schreiben – und nicht ein weiteres, das die einen durch die anderen Unverständlichkeiten ersetzt. Es sollen mit diesem Buch keine Lebensmitteltheoretiker herangezogen werden, sondern informierte Käufer, kritische Verbraucher und gesunde Geniesser.

Ein alter Spruch besagt: „Wer kauft, hat hundert Augen nötig, wer verkauft nur eines“. Wir sollten uns durch die Werbung nicht an 99 Augen blind machen lassen …

Von der gesundheitlichen Wirkung der Lebensmittel, über Inhalts- und Zusatzstoffe, Rückstände und Schadstoffe, bis hin zu Tipps für den Einkauf im Alltag, findet sich alles, was den Unterschied vom naiven zum kritischen Verbraucher ausmacht.

Am Ende der informativen, detaillierten Kapitel über Obst und Gemüse, Getreide, Milchprodukte, Eier, Fleisch, alkoholfreie und alkoholhaltige Getränke, Schokolade, Kräuter und Gewürze und vieles mehr vermitteln die nützlichen Tipps für den Einkauf nicht nur ein richtiges Aha-Erlebnis gegenüber den Tricks der Werbestrategen, sondern bescheren auch konkrete Ersparnisse. Selten so zufrieden geschmunzelt wie beim Gefühl: „Ihr seid durchschaut“ – das erst noch der Gesundheit und dem Geldbeutel dient!

Traude Walek-Doby

*„Richtig gut einkaufen“
Heinz Scholz
Verlag Textatelier, Biberstein, Schweiz
Broschiert, Format 14,8 × 21 cm, 240 Seiten

 

Podologie Schweiz

2005-08

„Richtig gut einkaufen“

Es ist nicht immer leicht, aus der Riesenauswahl an Lebensmitteln, die im Supermarkt angeboten werden, das Richtige auszuwählen. Nur der aufgeklärte Käufer, der seine Augen offen hält, kommt nicht unter die Räder der Versuchung und Täuschung und kann seine Gesundheit erhalten. Diese „moderne Lebensmittelkunde für den Alltag“ (Untertitel) entlarvt die Tricks der Verkäufer und vermittelt zu jeder Lebensmittelgruppe wertvolle Einkauftipps (insgesamt 350 Tipps). Es zeigt in prägnanter Weise auf, welche Unterschiede zwischen naturnaher und industrialisierter Produktion bestehen. So gibt es zum Beispiel 7000 verschiedene Geschmacks- und Aromamischungen, die Produzenten ihren Lebensmitteln zusetzen. Nur wenige der Zusatzstoffe sind unbedenklich.
Der Autor klärt ferner auf, welche Schadstoffe und Zusatzstoffe in unseren Lebensmitteln vorkommen, wie es zum „Wahnsinn mit dem Rind“ (BSE) kommen konnte. Auch die „schöne Welt“ der Gentechniker wird beleuchtet. Dazu gibt es wichtige Tipps für den gentechnikfreien Einkauf.
In fast jedem Kapitel sind Anekdoten über Ernährungspioniere und amüsante Geschichten eingefügt – das Lesen soll ebenso wie das Einkaufen und Essen ein Vergnügen sein. So erfährt der Leser beispielsweise etwas über die hässlichsten Tomaten der Welt, dann über ein „Viagra“ aus Bosnien, was die Weinfreunde Robert Quinche und Theodor Heuss empfahlen, wie Coca-Cola sich blamierte, was Dr. Max Bircher-Benner einer Magenkranken empfahl und was eine Produzentin von Bio-Lebensmitteln mit Neidern, Saboteuren und Denunzianten erlebte.
Das Buch zeigt in objektiver Weise auf, was wir heute noch essen können. Es sind Empfehlungen, die letztlich für unsere Gesundheit von eminenter Bedeutung sind. Es liegt in der Hand des Einzelnen, die Tricks der Verkäufer und Werbefachleute zu entlarven und das Richtige und Beste einzukaufen.

Reformrundschau

Die „Reform-Rundschau“ ist die Monatszeitschrift aus dem Reformhaus für gesunde Lebensführung, Ernährung, Ökologie, Lebensreform, Alltags- und Krankheitsbewältigung. Herausgeber: Höpping & Schwabe AG, Postfach 2461, D-61294 Bad Homburg v. d. H. Redaktion: Ralph Höpping. Die Zeitschrift erscheint im 73. Jahrgang.

Ausgabe Januar 2006

NEU
Heinz Scholz
Richtig gut einkaufen
Die moderne Lebensmittelkunde für den Alltag

Der Schopfheimer Ernährungsspezialist und Autor Heinz Scholz entlarvt in seinem neuen Buch „Richtig gut einkaufen“ (Die moderne Lebensmittelkunde für den Alltag) die Tricks der Verkäufer und vermittelt zu jeder Lebensmittelgruppe wertvolle Einkauftipps (insgesamt 350). Er zeigt in prägnanter Weise auf, welche Unterschiede zwischen naturnaher und industrieller Produktion bestehen.

So gibt es zum Beispiel 7000 verschiedene Geschmacks- und Aromamischungen, die Produzenten ihren Lebensmitteln zusetzen. Nur wenige Zusatzstoffe sind unbedenklich.

Das ohne Sponsorenbeiträge, entstandene, allein dem Leser verpflichtete Buch zeigt mit klarer Sprache objektiv auf, was wir heute noch essen können.
Das illustrierte Werk enthält Empfehlungen, die letztlich für unsere Gesundheit von eminenter Bedeutung sind. Es liegt in der Hand des Einzelnen, die Tricks der Verkäufer und Erbefachleute zu entlarven und das Richtige und Beste einzukaufen.

Hinweis
In der gleichen Ausgabe ist ein 1½-seitiger Artikel „Vitale Vollwertkost kontra Gammelfleisch“ von Heinz Scholz abgedruckt.

Buchvorstellung «Richtig gut einkaufen» im Südwestfunk (SWR4), Mitglied der ARD

Das Interview führte Dirk Starke von SWR4 mit dem Autor Heinz Scholz am Freitag, 20. Januar 2006

Anmoderation: Für viele von Ihnen ist heute Grosseinkaufstag, die Einkäufe fürs Wochenende stehen an, und da kommt ein Buch gerade recht. „Richtig gut einkaufen“ heisst es, die moderne Lebensmittelkunde für den Alltag. Heinz Scholz aus Schopfheim hat dieses Buch geschrieben, und jetzt sitzt er in unserem SWR-Studio in Lörrach. Herr Scholz, geben Sie uns mal ein paar Tipps zum Einkaufen.

Ich gehe immer grundsätzlich mit einer Einkaufsliste einkaufen. Auch sollte man nicht hungrig einkaufen gehen, denn wer hungrig ist, kauft mehr als beabsichtigt. Bei kleineren Einkäufen sollten Sie nicht den grossen Einkaufswagen verwenden, sondern den eigenen Korb oder eine Tasche. Ein grosser Einkaufswagen verführt wieder zum Mehrkaufen.

Richtig gut einkaufen. Wie sind Sie eigentlich auf das Thema gekommen?

Ich bin seit 3 Jahren in Frühpension, und ich habe die Einkäufe übernommen; da kann man gute Erfahrungen sammeln. Wichtig sind eigene Beobachtungen, das Studieren von Test-Berichten in Zeitschriften, Artikeln in Fachzeitschriften und Infos aus dem Internet. So habe ich mir ein Wissen über Giftstoffe, Nebenprodukte und Zusatzstoffe angeeignet. Der Verbraucher muss heute gut informiert sein, um das Beste für sich einzukaufen.

Es gibt viele Lebensmittel, ich glaube über 40'000, ist das richtig?

In normalen Supermärkten gibt es zwischen 20'000 und 30'000 verschiedene Lebensmittel.

Also wir könnten jetzt über alles sprechen, deshalb konzentrieren wir uns zur frühen Morgenstunde ein bisschen aufs Frühstück. Sachen, die fürs Frühstück wichtig sind, z.B. Brot. Worauf muss ich beim Einkaufen von Brot achten Herr Scholz?

Beim Brot wird der Verbraucher oft durch die dunkle Farbe getäuscht. Dieses Pseudo-Vollkornbrot enthält meistens Malzextrakt und Karamelsirup. Man muss beim Kauf besonders darauf achten, dass möglichst wenig oder gar keine Zusatzstoffe im Brot sind. Es gibt ja ausgezeichnete Brote; man muss nur wissen, wo man sie kauft.

Bei einem gesunden Frühstück ist auch das Obst nicht ganz unwichtig.

Man soll nicht auf das schönste Obst zurückgreifen, weil dieses meistens gespritzt wurde, und wenn die Oberfläche nicht so schön aussieht, dann macht gar nichts aus, denn geschmacklich ist dieses Obst viel besser.

In ihrem Buch geht es auch – da haben Sie sich auch damit beschäftigt – um Zusatz- und Aromastoffe, aber auch um Gifte in Lebensmitteln. Macht es Ihnen eigentlich überhaupt noch Spass zu Essen, wenn man sich so wie Sie intensiv mit diesem Thema immer beschäftigt hat?

Es macht noch Spass, und zwar ist ja entscheidend, wenn man gut informiert ist, dass man die Nahrungsmittel zu sich nimmt, die am wenigsten Giftstoffe und Zusatzstoffe enthalten. Es gibt viele ausgezeichnete Bio-Produkte ohne diese Stoffe.

Wie sieht denn ihr richtig gut eingekauftes Frühstück aus, Herr Scholz?

Ich verwende hauptsächlich Vollkornbrot und ein Müesli. In dieses Müesli rühre ich frische Obststücke hinein. Ab und zu esse ich noch einen Joghurt oder Bio-Käse oder streiche eine vegetarische Paste aufs Brot. Als Getränke bevorzuge ich Milchkaffee oder Tee. Es gibt viele Möglichkeiten, das Frühstück optimal zuzubereiten.

Schlussmoderation von Dirk Starke: „Richtig gut einkaufen, die moderne Lebensmittelkunde für den Alltag“, heisst das Buch von Heinz Scholz. Es ist erschienen im Verlag Textatelier.com und kostet 19 Euro 50.

*

Anmerkung von Heinz Scholz: Da Gespräche zu je 3 Minuten die Regel geworden sind, mussten sich der Interviewer und Autor relativ kurz fassen. Eine Vertiefung in die Materie war also nicht möglich. Die Sendung auf SWR4 hat zu dieser Stunde (Sendung von 8 bis 9 Uhr) etwa 150'000 Hörerinnen und Hörer (Mitteilung von Klaus Gülker, Redaktionsleiter Unterhaltung/Magazine und Musik, SWR-Studio Freiburg im Breisgau).

 

Vital & Gesund in Baden

Ausgabe vom 17. Februar 2006-04-26

Tipps zur Ernährung im Dickicht der Lebensmittelskandale

Der Schopfheimer Autor Heinz Scholz hat den Ernährungs- und Einkaufsratgeber „Richtig gut einkaufen“ in Verlag Textatelier.com herausgebracht

Hohe Regale im Arbeitszimmer von Heinz Scholz sind gefüllt mit Fachliteratur und Nachschlagewerken, darunter Ausgaben alter Kneipp-Bücher und antiquarischer Pflanzenbücher. „Aber das ist noch nicht alles, vieles habe ich auch in Schränken“, schmunzelt der in Schopfheim lebende Autor für Fachbücher und Ernährungsprofi. Mit einem Griff holt er ein Pflanzenbuch von 1896 aus dem Regal und blättert in einem „Botanischen Bilderatlas“ oder Sturms „Flora von Deutschland“ aus dem Jahr 1906.

Die Themen gesunde Ernährung, Naturheilmedizin, Heilpflanzenkunde, Vitamine, Mineralstoffe und Kosmetik hat Scholz schon in rund 15 Büchern und ungezählten populärwissenschaftlichen Artikeln für verschiedene Zeitschriften behandelt. In sein umfangreiches Fachgebiet ist der pensionierte Arzneimittel-Analytiker, der von 1968 bis 2001 in der pharmazeutischen Industrie tätig war, „langsam hineingewachsen“, wie er berichtet.

Der aus dem Sudetenland stammende Scholz kam 1946 mit seiner Familie nach Bayern. „Nach dem Krieg waren wir Selbstversorger, haben in einem Dorf gewohnt und hatten dort einen Schrebergarten, in dem wir Gemüse, Obst und Kartoffeln angebaut haben“. Er hat auch den Bauern bei der Ernte geholfen und Milch quasi direkt von der Kuh bekommen. Schon während er seine Laborantenausbildung machte und die Chemieschule in Augsburg besuchte, hat sich Scholz stark für Lebensmittelanalyse, Inhaltsstoffe und Qualität der Lebensmittel interessiert. In Augsburg lernte er Ernährungspioniere wie Dr. Felix Grandel kennen. Aber auch der Naturarzt Alfred Vogel hat ihn begeistert, der im schweizerischen Riehen einen Echinacea-Anbau leitete.

Schon früh begann Scholz, erste Artikel für die Kneipp-Blätter oder die Reformrundschau zu schreiben. 1971 kam sein erstes Taschenbuch über Vitamine heraus, sein zweites Buch über Mineralstoffe erschien sogar in Argentinien und der Ratgeber „Meine Hausapotheke“ auch in Litauen.

Sein Hintergrundwissen in den Bereichen Chemie und Physik kommt ihm beim Schreiben sehr zugute, „um die stofflichen Dinge im Körper zu begreifen und zu beschreiben und Zusammenhänge leichter zu erkennen“. Dabei ist es ihm wichtig, die Dinge so darzustellen, „dass sie auch jeder versteht". Ebenso viel Wert legt Scholz aber auch auf fundierte und genau recherchierte Angaben etwa von Tabellen und Testergebnissen. Dieses exakte analytische Arbeiten ist ihm schon durch seinen früheren Beruf vertraut.

Sein neuestes Buch „Richtig gut einkaufen“ gibt Tipps für Verbraucher, die sich gesundheitsbewusst und verantwortungsvoll durch den täglichen Einkaufsdschungel bewegen wollen. Der Aufklärungsbedarf in Sachen Ernährung ist seiner Meinung nach hoch in einer Zeit, da sich Lebensmittelskandale häufen wie zuletzt um das so genannte Gammelfleisch. „Man muss in Zukunft noch mehr aufklären, weil die Leute vieles wieder vergessen“, so Scholz, „Aufklärung darüber ist wichtig, wo und was man kauft“.

Seit er im Ruhestand ist, übernimmt Scholz gern selbst das Einkaufen. „Wir kaufen auch mal beim Aldi ein, im normalen Supermarkt, im Naturkostladen, im Reformhaus, auf dem Markt, immer mal abwechselnd“, sagt er, „ich gehe in viele Läden, um die Produkte zu testen“. Als kritischer Käufer achtet er genau auf die Inhalts- und Zusatzstoffe. In seinen Einkaufstipps informiert er über die Gefahren durch synthetische Aroma- und Zusatzstoffe in vielen Produkten und klärt über Unterschiede zwischen Bio- und konventionellen Lebensmitteln auf.

Roswitha Frey

Heinz Scholz: Richtig gut einkaufen, Verlag Textatelier.com, 240 Seiten, 19.50 Euro bzw. 29.50 CHF.

WeinLese

WeinLese

Das Delinat-Journal für Geniesserinnen und Geniesser, Nr. 3, September 2006

Delinat-Kunde Heinz Scholz rät: Richtig gut einkaufen

pek. Es ist nicht immer leicht, aus der Riesenauswahl an Lebensmitteln das Gute auszuwählen. Das Buch „Richtig gut einkaufen“ von Heinz Scholz hilft hier weiter. Es zeigt in prägnanter Weise auf, welche Unterschiede zwischen biologischen und herkömmlich produzierten Produkten bestehen. Informationen über die gesundheitliche Wirkung und Inhaltsstoffe der wichtigsten Lebensmittel sind ebenso aufgeführt wie die möglichen Gefahren durch Schadstoffe und Lebensmittelzusätze. Ein Ratgeber mit vielen Einkauftipps und viel Wissen für eine gesunde, wohlschmeckende Ernährung.

Der Autor Heinz Scholz ist Chemotechniker mit Zusatzausbildung in Lebensmittelanalytik.

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Die Presse zum Buch „Konsumwelt mit Naturanschluss“

Mittellandzeitung

© Aargauer Zeitung / MLZ 27.03.2006

Visionär für Lebensqualität

Geburtstag Konrad Pfeiffer, früherer Migros-Chef AG/SO, wurde 80

Er bewies, dass man wirtschaftlich erfolgreich sein und gleichzeitig umweltbewusst handeln kann: Gestern wurde Konrad Pfeiffer, der frühere Chef der ehemaligen Migros Aargau/Solothurn, 80 Jahre alt.

Freunde und Weggefährten von Konrad Pfeiffer würdigten mit seiner Familie am Samstag im Suhrer Migros-Verteilzentrum Wynenfeld – ein Werk des Jubilars vor 20 Jahren – das Wirken des Unternehmers und naturverbundenen Menschen. Der Respekt vor diesem Mahner für Umwelt und Wirtschaft, Visionär und Macher kommt in einer für das Geburtstagskind und eine breite Öffentlichkeit geschaffenen Festschrift zum Ausdruck. Ihr Titel «Konsumwelt mit Naturanschluss» zeichnet vor allem Pfeiffers Spuren nach, die er als früherer Chef der ehemaligen Migros Aargau/Solothurn (heute Teil der grössten Migros-Genossenschaft Aare) hinterliess.

Konrad Pfeiffer setzte mit dem riesigen Migros-Verteilzentrum Suhr neue Massstäbe. Er sorgte für einen Bahnanschluss sowie eine Fernwärmeverbindung zur Kehrichtverbrennungsanlage Buchs - und er veranlasste auf dem 120 000 Quadratmeter grossen Areal eine ungewöhnliche, ja revolutionäre ökologische Umgebungsgestaltung mit Kies- statt Rasenflächen. Die Natur eroberte die «Wüste» mit voller Wucht. Heute gedeihen in diesem Naturgarten rund 400 Pflanzenarten, zwei Drittel siedelten ohne menschliches Dazutun an. Die Pflege der Anlage macht etwa einen Fünftel vergleichbarer Unterhaltskosten aus.

Umweltschutz müsse vor der eigenen Haustür beginnen, sagte der Jubilar immer. Er leistete den Tatbeweis sowohl im privaten Naturgarten wie auch in seiner Wohngemeinde mit der ersten Renaturierungsetappe des Stadtbachs auf Suhrer Boden, mit der Umgebungsgestaltung für das Dorfschulhaus nach dem Muster Wynenfeld und mit der bis in die Regierung und den Grossen Rat wetterleuchtende Rettung der «Galeggen», eines Biohofs und Naturparadieses, vor Einzonung und Überbauung.

Konrad Pfeiffer spielte in der aargauischen Umwelt- und Naturschutzpolitik der letzten 25 Jahre eine wesentliche Rolle. Er gehörte in den 90er-Jahren zu den Initianten des Aargauer Auenschutzparkes sowie zu den Rettern des Naturama-Museumsprojektes in Aarau. Auch in dem – inzwischen aufgelösten – Forum für Natur hatte Pfeiffers Stimme Gewicht. Kein Wunder, dass ihm zwei frühere Aargauer Baudirektoren, Ulrich Siegrist und Thomas Pfisterer, nebst weiteren Persönlichkeiten in der Festschrift ihre Hochachtung bezeugen.

An der vom früheren Suhrer Arzt Walter Widmer und vom Aargauer Heimatschutzpreisträger Gerhard Ammann moderierten sowie von den Trompetern Clemens Rehmann und Markus Meier musikalisch verschönerten Feier trafen sich alte Weggefährten wieder. Der ehemalige oberste Migros-Chef Jules Kyburz war da. Bildhauer Erwin Rehmann schilderte, wie ihm der Jubilar Vertrauen für die Kunst am Bau des Zentrums schenkte, der Biologe Heiner Keller erläuterte, wie die Umgebungsgestaltung im Wynenfeld in der Region Schule machte. Ein aktuelles Beispiel dafür ist das Projekt zur Wiederansiedlung des Storchs im Suhrental, über das Martin Bolliger, Abteilungsleiter im Naturama, informierte – Konrad Pfeiffer gehört wieder zu den Förderern.

Der Jubilar machte es in seinem Schluss- und Dankeswort kurz: Was in der Welt geschehe, beginne im Dorf, sagte er. «Auf zu euren Taten», rief er Freunden und Gästen zu. (H. P. W.)

 

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