Textatelier
BLOG vom: 19.07.2023

Liebe zu den Kräutern in die Wiege gelegt

Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim

 


Gabi Rueb-Steinebrunner und Christian Wirth
 

Im Juni 2023 nahm ich an einer Kräuterwanderung am Schönauer Haselberg teil. Dabei waren einige Kräuterliebhaber, darunter Christian Wirth, ehemaliger Gymnasiallehrer von Schönau und Schopfheim.

Die Kräuterwanderung wurde von Gabi Rueb-Steinebrunner aus Schopfheim durchgeführt. Die Kräuterfrau bekam von ihrer Großtante Anneliese Wulff die Liebe zu den Kräutern in die Wiege gelegt.  „Ich bin auf alle Fälle stolz in ihre Fußstapfen treten zu dürfen, welch ein schönes Vermächtnis, ich werde es in Ehren halten“, sagte sie. Auch erwähnte sie, dass Anneliese Wulff gerne Gedichte oder Geschichten von Johann Peter Hebel und Manfred Jung an Familienfeiern vorgelesen hat.

In zwei Blogs wurde die Großtante schon vorgestellt. Besonders interessant waren ihr Erlebnisse beim Kräutersammeln und Hinweisen auf Hausmittel (Hinweise auf Blogs am Schluss).

Die aktive und bewundernswerte Kräuterfrau bietet heute als Phytopraktikerin Kräuterworkshops und entspannende Kräuterwanderungen an. Auf einer dreistündigen Kräutertour am Haselberg konnten die Teilnehmer etwa 30 verschiedene Heilpflanzen und essbare Wildpflanzen entdecken, darunter den Giersch, den Spitzwegerich, die Taubnessel, den Salbeigamander, die Hundsrose, den Thymian und die Knoblauchrauke.

 


Giersch mit Streifenwanze
 
 


Taubnessel
 
 


Spitzwegerichähre
 

Vorsicht vor Giftpflanzen
„Unter den Wildpflanzen, die ähnlich aussehen, gibt es lebensgefährliche Giftpflanzen, und die muss man kennen“, erklärte die Kräuterexpertin.

Die Kräuterfrau zeigte uns einige Giftkräuter, wie den Roten und Gelben Fingerhut, den Sumpf-Schachtelhalm, die Hundspetersilie, den Eisenhut und den Schierling. Oft werden die Giftkräuter mit dem Wiesen-Kerbel, der Bärwurz, dem Wiesen-Bärenklau, dem Wiesen-Kümmel und der Engelwurz verwechselt.

Aus dem Boden gezogen
Die Kräuterfachfrau zeigte den Teilnehmern viele Pflanzen und deren Wirkung. Als sie am Wegesrande ein Kraut herauszog, staunten die Gäste als sie erfuhren, dass es sich um die Nelkenwurz handelt Jeder durfte mal an einem Wurzelstückchen kosten und riechen. Die Wurzeln schmeckten tatsächlich nach Gewürznelken.

Volksmedizinisch wird die Wurzel als Tee gegen Durchfall, Gicht, bei Schleimhaut- und Zahnfleischentzündungen und bei Verstimmungen im Magen-Darm-Trakt gebraucht. Das Öl in der Wurzel wirkt antiseptisch.

Die Blätter, Blüten, Blütenknospen werden auch in der Küche verwendet.

 

Anhang (Rezepte)

Tannen-Honig (Maiwipfelsirup): Man gibt in ein Schraubglas ca. einen Zentimeter Rohrohrzucker, dann genauso viel Maiwipfel und führt so schichtweise fort bis das Glas voll ist. Wichtig ist, dass die letzte Schicht Zucker ist und man alles gut stampft. Das Glas wird dann gut verschlossen und an einen Ort bei Zimmertemperatur und ohne Sonneneinstrahlung aufbewahrt. Der Zucker und die Maiwipfel lösen sich im Lauf der Monate komplett auf. Im Winter kann man den wunderbaren Honig geniessen. Der Tannenhonig ist hilfreich bei Husten und Bronchialkatarrh.

Urtikation: Die Urtikation findet bei Arthrose Anwendung. Um die Schmerzen zu lindern schlägt man sich an 2-3 aufeinander folgenden Tagen mit Brennnesseln auf die entsprechenden Körperteile, es sollte in dieser Zeit nicht mehr geduscht werden. Durch das Histamin entsteht eine Durchblutung, welches eine wohlige Wärme hervorruft. Dies kann auch bei Hexenschuss und Ischiasbeschwerden helfen.
So zumindest wurde dies früher angewendet, heute kann man sich in der Apotheke entsprechende Brennnesselpräparate kaufen

 

Blogs über Annelies Wulff:
„Angriff auf Wanderer: Wer sind die gestörten Rindviecher?“:
https://www.textatelier.com/index.php?id=996&blognr=975
„Hausmittel: Wenn die Wegschnecke über die Warze kriecht.“
https://www.textatelier.com/index.php?id=996&blognr=1753

 

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