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BLOG vom 03.09.2020


Früchte und Beeren mit erstaunlichen Wirkungen

Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim

 

Nicht nur Gemüse, sondern auch Früchte und Beeren, haben erstaunliche Wirkungen. So schützen sie uns vor bestimmten Krebsarten, stärken das Immunsystem, senken das Cholesterin, beseitigen Durchfälle, scheiden Harnsäure aus, senken einen erhöhten Blutdruck und straffen die Haut. Relativ unbekannt ist, dass es eine Frucht gibt, die die Durchblutung im Penis steigert. Dieser Effekt dürfte bei der erektilen Dysfunktion bzw. Erektionsstörung hilfreich sein. Die Pharmaindustrie dürfte was dagegen haben, wenn das publik wird. Die Hersteller von Medikamenten verkaufen lieber ihre teuren roten, weissen und blauen Pillen und erzielen damit Milliardenumsätze.

Wie schon unter den Gemüsen aufgeführt, beschränke ich mich auf 12 Früchte, die einen besonderen gesundheitlichen Wert haben.

Apfel
Der „König der Früchte“ erfreut sich bei Gesunden und Kranken einer grossen Popularität.  Wohl deshalb, weil der Apfel hervorragend schmeckt und die gesundheitliche Wirkung unübertroffen ist. Äpfel vermögen nicht nur den Appetit zu steigern, sondern Durchfälle und Wasseransammlungen zu beseitigen, Cholesterin zu senken, Harnsäure abzutransportieren.

Apfeltage eignen sich vorzüglich im Rahmen einer Diät zur Gewichtsreduktion. Das haben auch Zeitungsredakteure entdeckt. In einer Ausgabe einer Frauenzeitschrift Anfang August 2020 prangte auf dem Titelblatt die Überschrift „Abnehmen durch Äpfel“. Die Zeitschriftenmacher sind sehr erfindungsreich mit neuen Diätmitteln. Sie werden als neu und unübertroffen deklariert. Dabei habe ich schon 1990 in der Serie „Gemüse und Früchte als Arznei“ auf die Apfeldiät hingewiesen.

Was macht den Apfel so wertvoll? Es sind die vielen Inhaltsstoffe, wie Pektin, Fruchtsäuren, Aromastoffe, Zuckerarten, Enzyme, Mineralstoffe und Vitamine. Viele davon, wie auch Antioxidantien, stecken besonders in der Schale. Aus diesem Grunde sollte man Äpfel mit Schale essen (Bio-Äpfel bevorzugen!).

 


Erdbeeren
 

Erdbeere
Die köstlich duftende Beerenfrucht ist appetitanregend und ein Kosmetikum. Innerlich dient sie zur Verbesserung des Bindegewebes und äusserlich zur Straffung der schlaffen Haut. Erdbeerblättertee hilft bei Durchfall. Die Erdbeere ist reich an Fruchtsäuren, Mineralstoffen und Vitaminen.

Banane
Die grosse Krumme ist mild, wenig belastend und leicht verdaulich. Eignet sich gut als Heilkost bei Magen-Darm-Leiden, Rheuma und Gicht. Sie hilft, Ödeme auszuschwemmen und bringt dem Herz-Kreislauf-Kranken Erleichterung. Bananenbrei wird bei akuten Verdauungsstörungen, Dickdarmentzündung, bei Zöliakie und Sprue gegeben. Enthält Zucker, Kalium, Magnesium und Vitamin C.

Blaubeeren
Frische Blaubeeren (Heidelbeeren) machen verstopfte Därme flott und befördern so manchen Wurm aus dem Darm. Getrocknete Beeren stoppen dagegen den Durchfall. Ein Tee aus den Blättern wirkt entzündungswidrig und wundheilungsfördernd.

Der Konsum von Blaubeeren soll das Erinnerungsvermögen verbessern und eine Reduzierung des Risikos für bestimmte Krebserkrankungen bewirken.

Es gibt Kombinationspräparate (mit Beta-Carotin, Vitamin E), die hilfreich sind bei Störungen des Nacht- und Dämmerungssehens und bei altersbedingten Augenhintergrundveränderungen.

Heidelbeeren enthalten Vitamin C und E, Kalium, Zucker, Fruchtsäuren, Anthocyane (Pflanzenfarbstoffe), Ballaststoffe, Pektin.

Rezept: 0,5 Liter Buttermilch oder Vollmilch (alternativ Haferdrink), 50 g frische oder tiefgefrorene Heidelbeeren, 1 Esslöffel Haferflocken und etwas Ahornsirup hinzufügen und pürieren oder mixen.

 


Brombeeren
 

Brombeeren
Unwiderstehlich werden Kranke, Neugierige und Lustlose vom Brombeerstrauch angezogen. Bei unseren Wanderungen sind wir immer erfreut die durstlöschende Beeren, die wir an Wanderwegen finden, zu verkosten. Vom Besitzer eines Schrebergartens in Schopfheim wurden wir sogar aufgefordert Beeren von Brombeerhecken am Zaun seines Grundstückes zu naschen. Das Foto zeigt eine Fülle von Beeren, reife und grüne an einem Zweig.

Die Beeren helfen bei Verdauungsschwäche und Appetitmangel. Der Tee aus den Blättern stoppt den Durchfall, wirkt bei Darmentzündungen, Zahnfleisch- und Mandelentzündungen. Die Beeren enthalten reichlich Gerbstoffe, Pflanzenfarbstoffe, Pflanzensäuren, Fruchtsäuren, Pektin, Mineralstoffe, Karotin, Vitamin C, Zucker.

Pflaume/Zwetschge
„Der Pflaumenkompott ist das notwendigste Nahrungsmittel der Hämorrhoidarier, der Hypochonder, der galligen, hitzigen, reizbaren Menschen und all der Leute, die schwer zu Stuhle gehen“, schrieb vor mehr als 100 Jahren Roques. An dieser Aussage hat sich bis heute nichts geändert. Trockenpflaumen sind immer noch ein beliebtes mildes und unschädliches Darmregulierungsmittel.

Beliebt ist Pflaumenmus als Brotaufstrich und als Füllung für Knödel und Kuchen. Ein Pflaumenkuchen ist ein unbeschreiblicher Genuss. Beliebt sind Saft, Wein und Liköre.

Pflaumen oder Zwetschen sind reich an Pektine und zelluloseartigen Stoffe (Ballaststoffe). Als weitere Inhaltsstoffe sind Traubenzucker, Fruchtzucker, Farbstoffe, Mineralstoffe (Kalium: 220 mg/100g zu nennen.

Zitrusfrüchte
Zu den Zitrusfrüchten gehören die Orangen, Zitronen, Bitterorange (Pomeranze), Bergamotte, Mandarine, Grapefruit, Kumquat und die Pampelmuse.

Die appetitanregende und verdauungsfördernde Orange (Apfelsine) liefert nicht nur eine beachtliche Dosis Vitamin C, sondern auch Orangenblütenwasser und das kostbare Neroli-Öl. Bedeutung erlangte das aus den Blüten der  Bitterorange gewonnene Öl in der Parfümindustrie und Aromatherapie. Es erwies sich als ein vortreffliches Mittel bei Depressionen, Angstzuständen, Nervosität und Hysterie.

Zitronensaft erhielt als Skorbut-Verhüter nicht nur Gesundheit und Kraft vieler Seebären, er brachte auch so manche verborgene Schönheit zum „Erblühen“. Der saure Saft und das erfrischende keimtötende Öl fördern nämlich die Hautdurchblutung und straffen das Bindegewebe. Infolge des hohen Vitamin-C-Gehaltes stellt die Zitrone ein vortreffliches Mittel bei Erkältungskrankheiten, schlechter Wundheilung und Appetitlosigkeit dar.

Dr. Michael Greger weist in seinem Buch „How not to die“ darauf hin, dass durch Zitrusfrüchte die Reparaturfunktion der DNA am besten zu funktionieren scheint. Die Stoffe stecken hauptsächlich in der Schale.

Er verwendet Zitrusabrieb von Zitronen, Limetten und Orangen für bestimmte Gerichte.

Der Autor weist auch darauf hin, dass der Verzehr von Grapfruits mit Vorsicht zu geniessen ist. Die Frucht unterdrückt bestimmte Enzyme, die häufig verschriebene Medikamente abbauen. Man benötigt dann eine erhöhte Dosis an Medikamenten. Der Arzt wird dann entscheiden, ob eine Änderung der Dosierung erfolgen soll.

Weintraube
Trauben regen die Harnausscheidung an und führen zu einer vermehrten Ausscheidung von Stoffwechselprodukten. Trauben steigern die Leber- und Gallenfunktion, kräftigen einen geschwächten Organismus und beseitigen Verdauungsbeschwerden. Trauben enthalten viel Kalium, Trauben- und Fruchtzucker und Fruchtsäuren.

Eine Traubenkur ist eine Wohltat für den Körper. Diabetiker und Patienten mit Blähungen, Durchfall und akuter entzündlicher Gallenblasenentzündung sollten eine Traubenkur meiden.

Ananas
Vortrefflich wirkend bei Verdauungsschwäche und Entzündungen. Ananasenzyme dienen ferner zur Unterstützung einer Krebs- und Thrombose-Therapie. Inhaltsstoffe sind Enzyme (Bromelin oder Bromelain), Aromastoffe, Fruchtsäuren, Kalium und Vitamin C.

Johannisbeere (Cassis)
Absoluter Star und den Johannisbeerarten ist die schwarze Frucht (im deutschsprachigen Raum auch die französische Bezeichnung Cassis; in Österreich: Schwarze Ribisel). Sie entfaltet eine grössere Wirkung als ihre rote und weisse „Schwester“.

Heisser Cassissaft leistet dem Erkältungsgeplagten gute Dienste. Er löscht vorzüglich den Durst und regt den Appetit an.

Hinweis: Zur besseren Schonung der Vitamine den Saft nicht kochen. es ist besser, wenn man heisses Wasser in den unverdünnten Saft giesst.

Cassis ist ein exzellenter Spender von Vitamin C (rote Frucht: 35 mg, schwarze Frucht 18omg/100g), Fruchtsäuren, Kalium (350mg/100g), Bioflavonoide, Pektine und Ballaststoffe.

In der Parfümindustrie wird der Blütenknospenextrakt verwendet.

Leckere Rezepte unter: https://utopia.de/ratgeber/schwarze-johannisbeere-leckere-rezepte-mit-den-beeren/

 


Kirschen
 

Kirsche
Das saftreiche Fruchtfleisch der Kirsche fördert die Verdauung, den Appetit, hilft beim Abnehmen und strafft eine zu schlaffe Haut. Der Tee aus Kirschenstielen wirkt entzündungshemmend, harntreibend und säureausscheidend.  Er ist allen Menschen, die sich mit Durchfall, Gicht und Arthritis herumplagen, bestens zu empfehlen.

Die Kirsche enthält Fruchtsäuren, Mineralstoffe, Zucker und etwas Vitamin C.

Dazu eine Episode: Dr. Eduard Hiepe, ehemaliger Stadtapotheker aus Zell im Wiesental, „fürchtete“ die Kirschenzeit. Er meinte, die Kirschenzeit wäre schlecht fürs Geschäft. Warum? Nun, wenn die Leute viel Kirschen essen, dann haben sie weniger Beschwerden und machen um Apotheken einen grossen Bogen.

Melone
„Man kann sie essen, trinken und sich damit das Gesicht waschen“, sagen die Neapolitaner. In der Tat ist die Melone vielseitig verwendbar und ein vorzüglicher Durstlöscher. Die kugelrunde, footballähnliche oder walzenförmige Melone, die zu den Kürbisgewächsen gehört und mit der Gurke verwandt ist, hat sehr wenig Kalorien, ist reich an Mineralstoffen und Beta-Karotin. Sie wirkt harntreibend, blutreinigend und leicht abführend.

Im Gegensatz zu Wassermelonen haben die Zuckermelonen einen höheren Gehalt an Beta-Karotin, Kalium (330mg/100g), Vitamin C (30 mg/100g). Die orangefarbenen Typen sind reichlicher mit Karotin ausgestattet als die blassen Sorten.

Citrullin in Wassermelonen
Die Wassermelonen haben jedoch noch einen ganz anderen Wirkstoff zu bieten, nämlich das L-Citrullin, welches eine Aminosäure ist.

L-Citrullin, das es auch als Nahrungsergänzungsmittel gibt, wird gerne von Sportlern und Athleten eingenommen. Es fördert die Durchblutung und die Leistung.  Es ist auch befähigt, die Freisetzung Freier Radikale zu reduzieren. Dr. Michael Greger weist darauf hin, dass L-Citrullin das Weiten der Blutgefässe bewirkt und für einen verbesserten Blutfluss im Penis sorgt. Es wirkt sich positiv auf die Potenz aus. Die Wirksamkeit wurde bei Erektionsstörungen schon nachgewiesen.

Infos über L-Citrullin unter: https://www.geovis.de/l-citrullin-dosierung-und-wirkung/

Kleines Fazit
Gemüse und Obst sollten in der Gunst jedes einzelnen ganz oben stehen. Wir sollten verrückt sein nach appetitanregenden Salaten, schmackhaften Gemüsen und Nüssen, herrlich duftenden Apfelsorten und saftigen Früchten und Beeren. Bedeuten doch diese Produkte für den Konsumenten Gesundheit, aber auch eine kulinarische Abwechslung für den verwöhnten Gaumen. Besonders empfehle ich Erzeugnisse aus kontrolliertem biologischem Anbau.

Hinweis auf den Blog über Gemüse:
16.08.2020:  Gesund, fit und schlank durch Gemüse und Nüsse

 

Literatur
Greger, Michael: „How not to die“, Unimedica im Narayana Verlag GmbH, Kandern., 10. Auflage 2019.
Souci, Fachmann, Kraut: „Lebensmitteltabelle für die Praxis“, WVG Stuttgart 2003.
Yanek; Dawn: „Essen Sie sich gesund“ Readers Digest, o5/2020.
White Ellen G.: „Bewusst essen, bewusst leben“, Adventverlag, Zürich 1989 (1. Auflage), MHA Medien, Rudersberg (2. Auflage).

 


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