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BLOG vom 03.08.2017


Sonnenblume: Gelbe Schönheit, beliebt und gesund

Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D

 


Blütenkopf der Sonnenblume
 

Während unserer Wanderung am 28.07.2017, die uns von Lörrach-Brombach auf den Dinkelberg führte, kamen wir an einem grossen Feld mit Sonnenblumen vorbei. Es war ein schöner Anblick. Die Blüten zeigten alle in dieselbe Richtung. „Die richten sich wohl nach der Sonne aus“, bemerkte ein Wanderfreund. Diesen Vorgang bezeichnet man als Heliotropismus.

Die Sonnenblume (Helianthus annuus) ist eine Kompasspflanze. In einem Blog vom 06.09.2012 („Wetterpropheten: Herbstzeitlose, Neunenblume und Distel“) beschrieb ich schon dieses Phänomen. Neugierig, wie ich bin, wollte ich darüber etwas wissen und stöberte in diversen Pflanzenbüchern und in der Enzyklopädie Wikipedia.

Wikipedia: „An sonnigen Tagen verfolgt die Knospe die Sonne von Ost nach West, während sie nachts oder in der Morgendämmerung nach Osten zurückdreht. Es drehen sich nur die Blätter und Knospen zur Sonne, nicht jedoch die Fruchtstände. Diese weisen in der Regel nach Osten. Blühende Sonnenblumen sind nicht mehr heliotrop, und die meisten Köpfe zeigen in Richtung des Sonnenaufgangs.“
Nun wissen wir Bescheid. Die Sonne stand am Nachmittag  während unserer Wanderung im Westen, während die Köpfchen alle in Richtung Osten blickten. Kein einziges Blütenköpfchen fiel aus der Rolle. Alle zeigten in dieselbe Richtung.

Der Name Helianthus bezieht sich auf die grossen, gelben Blütenköpfe, die wie eine Sonne mit vielen Strahlen aussehen.
Die blühende Sonnenblume wird gerne von Insekten aufgesucht. Die Nektarbildung ist zwischen 10 und 14 Uhr am höchsten. Der Zuckergehalt von Nektar beträgt 35 %.

Zwischen den Sonnenblumen am Boden wuchsen viele Blütenpflanzen, wie Boretsch, Schafgarbe, Wicken, Storchenschnabel. Auch diese Blütenpflanzen werden gerne von Insekten wie Bienen, Wildbienen, Hummeln und Wespen aufgesucht. Sie laben sich am Nektar und als Gegenleistung erfolgt eine Bestäubung.  Leider finden wir heute auf den „sterilen“ Feldern kaum noch Blütenpflanzen. Wir sahen auf dem Dinkelberg grosse Weizenfelder und darin oder am Rand der Felder keine einzige Blütenpflanze. Früher erfreuten wir uns an Kornblumen und Klatschmohn.

Die Sonnenblume stammt aus Nord- und Mittelamerika. Spanische Seefahrer brachten die Sonnenblume 1552 nach Europa. Die Blumen wurden zunächst in Botanischen Gärten als Zierpflanze angebaut.

 


Blütenköpfe schauen in dieselbe Richtung
 

Es gibt 4 Typen
Öltyp: Die Kerne von 60 Sonnenblumen liefern 1 Liter Öl.
Futtertyp: Dieser Typ eignet sich als Grünfutterpflanze und zur Gewinnung von Silage.
Ziertyp: Dieser Typ sieht man häufig in Gärten. Er bildet mehrere Blüten pro Pflanze.
Speisetyp: Die Kerne sitzen locker und sind größer. Sie eignen sich für Backwaren, als Zugabe zu Salaten. Manche nutzen die Kerne als Ersatz für Kaffee und Trinkschokolade. Beliebt sind die Kerne auch als Vogelfutter.

Sonnenblume bindet Kohlendioxid
Das wussten wir noch nicht: Die Sonnenblume ist eine photosyntheseaktive Pflanze. Ein grosses Exemplar bindet pro Tag das in einem Raum von 100 Kubikmetern vorhandene Kohlendioxid.

Wertvolle Inhaltsstoffe
Kerne bzw. Samen: Die Kerne bzw. Samen weisen gesunde Fette, Eiweiss, Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe auf. Hier die wichtigsten Inhaltsstoffe je 100g essbarem Anteil:
Eiweiss: 22,5g
Fett: 49g (davon Ölsäure: 13,4g; Linolsäure: 27g)
Kohlenhydrate: 12,3g
Ballaststoffe: 6,3g
Mineralstoffe: 3,3g
Die Kerne enthalten viel Kalium (725mg/100g), Magnesium (420mg/100g), Kalzium (100mg/100g), etwas Eisen, Zink und einige B-Vitamine und Vitamin E.
Der Kaloriengehalt ist hoch (580 kcal = 2405 kJ je 100g).

Alfred Vogel empfahl in seinem Buch „Der kleine Doktor“ das Verzehren von Rosinen und Sonnenblumenkernen. Diese Mischung schmeckt ausgezeichnet. Dann fügte er noch dies bei: „Er ist viel wertvoller als das Sonnenblumenöl, denn die Kerne enthalten ausser den hochungesättigten Fettsäuren noch ein wertvolles Eiweiss.“ In seinem Werk „Die Natur als biologischer Wegweiser“ betonte er, dass die Kerne nicht nur für Vögel und Kinder, sondern auch für Erwachsene von hohem Wert sind.

Laut Dr.med. E. Schneider eignen sich die Kerne wegen der idealen Inhaltsstoffe und des hohen Energiewertes gut für Sportler, Radfahrer und Wanderer.

Sonnenblumenöl:  100 g Öl setzt sich wie folgt zusammen: Palmitinsäure (6,15g), Stearinsäure (4,4g), Ölsäure (19,9g), Linolsäure (63g), Linolensäure (o,5g), Vitamin E (63 mg).

Sonnenblumenkernmehl: Das Mehl, das noch nicht lange auf dem Markt ist, hat einen hohen Sättigungseffekt, einen beachtlichen Ballaststoff- und Eiweissgehalt (45%). Auch soll es die Verdauung nicht stark belasten.
Das Mehl eignet sich für Smoothies, Desserts, Cremes, Sossen. Es ist für Sportler interessant, wenn sie sich eine pflanzliche Eiweissquelle wünschen.
Hier gibt es Infos und eine Bezugsquelle:
http://www.vitalpilze-nhc.de/sonnenblumen-protein-sonnenblumenmehl-bio-500g.html

Ölziehen
In Asien werden die Sprossen wie Gemüse gepriesen. In der russischen und ukrainischen Volksmedizin wird das Sonnenblumenöl für Ölkuren verwendet. Durch das Ölziehen soll der Organismus entgiftet und entschlackt werden. Das Ölziehen, Ölsaugen oder Ölkauen, das auch bei uns praktiziert wird, ist eine alternativmedizinische ayurvedische Methode. Die Kur wirkt sich auch positiv auf die Zahn- und Mundgesundheit aus. Infos dazu unter www.zentrum-der-gesundheit.de/oelziehen.html

Sonnenblumen in der bildenden Kunst
Claude Monet (1840−1926) schuf das Bild „Stilleben mit Sonnenblumen“ 1881. Vincent van Gogh (1853−1890) schuf sogar mehrere Bilder mit der Sonnenblume. Das Ölbild „15 Sonnenblumen in einer Vase“ wurde 1987 von Christie`s für 39,9 Millionen US-Dollar verkauft.
Und noch etwas gibt es zu erwähnen. Die Sonnenblume ist als Helianth der Titel eines Romans von Albrecht Schaeffer.
Die Sonnenblume ist Statussymbol des US-Staates Kansas.

Hier noch 2 Zitate:
„Auch die schönste Sonnenblume lässt einmal den Kopf hängen.“ (Cecilia Kirsten).
„Ich wünsche dir die Eigenschaften der Sonnenblume, die ihr Gesicht der Sonne zuwendet, damit der Schatten hinter sie fällt.“ (Mara Thoene).

Kleines Fazit
Die Sonnenblume ist also etwas ganz Besonderes. Die gelbe Schönheit erfreut nicht nur Vögel und Insekten, sondern auch den Menschen. Der Zweibeiner kann sich mit den Kernen und dem Öl wichtige Nährstoffe zuführen. Ferner eigenen sich die Produkte sehr gut für Sportler, Radfahrer und Wanderer. Die Produkte der Sonnenblume haben sich auch in der Küche einen Platz erobert.

Internet
https://de.wikipdedia.org
www.lebensmittel-warenkunde.de
www.vitamine.com
www.mara-thoene.de

 

Literatur
Der kleine Souci, Fachmann, Kraut: „Lebensmitteltabelle für die Praxis“, WVG mbH, Stuttgart 2003.
Vogel, Alfred: „Der kleine Doktor“,  Verlag A. Vogel, Teufen.
Vogel, Alfred: „Die Natur als biologischer Wegweiser“, Verlag A. Vogel, Teufen 1983.

 


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