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BLOG vom 28.12.2016


Kuriositäten 2016: GPS statt Glocken, Kühe als Model

Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D

 

Auch in diesem Jahr gab es viele Geschichten aus dem Kuriositätenkabinett. So biss eine betrogene Frau ihrer Kontrahentin den Finger ab. Dann kam es noch schlimmer: Ein Mann hackte den Liebhaber seiner Frau den Penis ab (das gute Stück wurde dann im Krankenhaus wieder angenäht). Ein anderer suchte einen Ausweg aus der Ehehölle. Er forderte in einer Bankfiliale Geld, bekam auch 3000 Dollar, dann ergriff er nicht die Flucht, sondern setzte sich auf eine Bank in der Filiale und wartete auf die Polizei. Er liess sich festnehmen. Er sagte noch, er wäre lieber im Gefängnis als zu Hause. Oder diese Geschichte: Ein Mann suchte nach einer Party einen Schlafplatz. Er drang in ein Haus ein, legte sich leicht bekleidet in einen Hundekorb und deckte sich mit der Hundedecke zu. Der Hauseigentümer entdeckte den ungebetenen Gast. Der Besucher erklärte, er habe nur einen Schlafplatz gesucht.
Jetzt gibt es auch ein Produkt, das für übergewichtige Hunde entwickelt wurde. Mit „Schlank Doc“ soll der Hund jede Woche 2 % seines Gewichtes verlieren.

Betrachten wir einmal einige Kuriositäten, die ich mit eigenen Worten schildere, näher. Einige Kommentare von mir sind eingefügt.

Kuhstyling bei Miss-Wahl
Es gibt auch für Kühe eine „Miss-Germany-Wahl“.  Die vierbeinigen Top-Models werden gekämmt, geföhnt und gebürstet. 12 Kuhfriseurinnen sind seit Tagen im Dauereinsatz. So werden die Haare der Dorfladys raspelkurz geschnitten. Danach wird auch der Bauch bearbeitet. Eine Friseurin erläuterte: „Dadurch kommen die Adern besser zu Geltung.“ Ein gut durchblutetes Gewebe ist ein wichtiges Schönheitsideal bei Kühen, aber auch ein kräftiger Knochenbau und ein pralles Euter. Die Kühe werden auf Schönheit getrimmt. So kommen auch Puder und Haarsprays zur Anwendung. Dann geht es auf den Laufsteg.  Hier müssen sich die 250 Kandidatinnen aus Deutschland, Luxemburg und Österreich in Oldenburg präsentieren. Zur schönsten Kuh Deutschlands wurde die Emsländerin Loh Nastygirl gekürt. „Sie hat viel Stärke von hinten bis vorne“, sagte Juror Marko Radke. Wie ich hörte, haben klapprige Kühe keine Chance. Bei den menschlichen Models ist das leider oft anders. Da werden Untergewichtige bevorzugt.
dpa (14.06.2016)

Keine Dicken im Nacktrestaurant
In Tokio wurde im August 2016, wie AFP meldete, das erste Nacktrestaurant eröffnet. Es gab drakonische Einlassregeln. Wer mehr als 15 kg über das Durchschnittsgewicht (bezogen auf die Grösse des Gastes) hat, darf nicht rein. Den Vorwurf der Diskriminierung wies eine Sprecherin des Restaurants auf der Webiste „The Amrita“ zurück. Sie verwies auf ein Nacktrestaurant in London. „Dort haben sich Gäste beschwert, dass sie einen schrecklichen Abend verbracht haben.“ Zutritt haben in Tokio nur Gäste zwischen 18 und 60 Jahren. Sie müssen ihre Kleider ablegen und erhalten dann Einweg-Unterwäsche. Belästigungen und Berührungen anderer Gäste sind untersagt. Eintrittskarten für rund 80 000 Yen (600 Euro) sind zu haben. Dafür bekommen die Gäste was geboten: Gute Speisen, die von muskulösen Kellnerinnen im Tanga serviert werden. Eine Tanzshow mit männlichen Models ist auch im Programm. Bei der Veranstaltung dürften sowohl Frauen wie Männer gesättigt und befriedigt nach Hause gehen.

Verkäufer lief schneller
Ein 18-Jähriger klaute in einem Koblenzer Einkaufszentrum 1 Paar neue Laufschuhe. Nun könne er ja jeden davonlaufen, wie er wohl dachte. Er rechnete jedoch nicht mit dem Verkäufer, er holte den Dieb ein und brachte ihn ins Geschäft zurück. Als der Dieb merkte, dass die Mitarbeiter die Polizei benachrichtigen, ergriff der Bursche erneut die Flucht, aber ohne die Schuhe. Der flinke Verkäufer war wieder schneller und holte ihn ein. Bevor die Polizei anrückte, floh er nicht, sondern versuchte vergeblich sich mit Schlägen und Tritten zu befreien.
Es ist also immer gut, wenn man fitte Verkäufer im Laden hat.
dpa/tst (13.10.2016)

Selber schlagen ginge auch
Die neueste Meldung kam aus der Fast-Food-Nation USA. Dort hat eine Firma, die Sprühsahne (Reddi-Wip) herstellt, die Produktion eingestellt. Es mangelte wegen eines schweren Betriebsunfalls an Distickstoffmonoxid, das als Treibmittel in den Dosen verwendet wird. Von nun an gab es einen Notstand an Sprühsahne. Die Firma riet, man solle doch Geschäfte durchforsten, um eventuell noch an Dosen zu gelangen.
Der Einkaufsverband Purchasing Association of Private Clubs schlug vor, man solle doch Milch kaufen und diese zur Sahne schlagen. Presseorgane gaben wertvolle Tipps zur Herstellung. In der Chicago Tribune war dies zu lesen: „Schlagsahnepuristen würden einfach vorschlagen, sie selber zu machen.“ Die Internetseite Slate wird konkreter. „Haben Sie gewusst, dass Sie etwas ähnliches wie Reddi-Wip  schlagen können, wenn sie Sahne kaufen? Man findet sie oft in Kartons in der gekühlten Milchwaren-Abteilung.“ Die Washington Post riet, man solle doch einen Mixer anwerfen und das Magazin-Time riet: „Alles, was man braucht, um eine wattige Wolke süsser Schlagsahne zu geniessen, ist etwas Ellbogenschmalz.“

Man fragt sich, ob die an Fast-Food verwöhnten US-Bürger so unbeholfen und nicht in der Lage sind, einen Notstand mit Sahne (Rahm) durch Eigeninitiative zu beheben? Die Redakteure der Presseorgane gaben hier wertvolle Tipps. Sie hatten wohl keine gute Meinung zu den Kochkünsten ihrer Leser. Vielleicht  war eine Portion Ironie im Spiel.
Quelle: „Unterm Strich“ von Jens Schmitz, „Badische Zeitung“ vom 21.12.2016.

Ein besonderes Urlaubssouvenir
Vor vielen Jahren waren wir bei einem Bekannten eingeladen. Auf seinem Esstisch stand ein ungewöhnlicher Gegenstand. Er war mit Sand und Muscheln verziert. Auf die Frage, woher er dieses als Kerzenständer  umfunktionierte Produkt erworben hatte, sagte er, dies wäre ein Urlaubssouvenir von Mallorca gewesen. Er fand jedoch heraus, dass es sich hier um eine alte Granate handelte, die wahrscheinlich aus dem Meer gefischt wurde.  Er versicherte uns, die Granate wäre nicht scharf zu machen. Aber das glaubten wir ihm nicht.

Wie dpa am 25.10.2016 berichtete, hat ein Hesse eine Panzerfaustgranate als Urlaubssouvenir  mit nach Hause genommen.  Auch hier war die Granate mit Muscheln bewachsen. Als das Mitbringsel zerbrach, kamen kleine Metallteile zum Vorschein. Er brachte die Teile zur Polizei. Der Hesse dachte sich, es könne sich um Munition handeln. Ein Experte des Kampfmittelräumdienstes entsorgte dann die Granate. Der Mann hatte Glück, von der Granate ging keine Gefahr aus.

CPS statt Kuhglocken
Ein Vermieter von Ferienwohnungen in der Vorarlberger Gemeinde Zwischenwasser beschwerte sich über das Kuhglockengeläute der Vierbeiner seines Nachbarn. Gäste können nicht mehr schlafen, argumentierte der Vermieter. Er brachte sein Anliegen vor Gericht. Jetzt wurde nach jahrelangem  Rechtsstreit ein Kompromiss geschlossen. Der Kläger erklärte sich bereit, die Kühe für 3000 Euro mit einem GPS-System auszustatten. Der Landwirt kann dann ohne Glockengebimmel seine Kühe orten.
AFP (21.12.2016)

Wann darf ein Hahn krähen?
Es gibt liebe Tierchen, die sich schon sehr früh bemerkbar machen und den Schlaf der Zweibeiner stören. So hörte ich besonders an Urlaubsorten oder bei Verwandten auf dem Land, immer wieder Hähne krähen, Hunde bellen, Frösche quaken, Glocken bimmeln (nicht nur von Kühen, sondern auch schon um 6 Uhr von Kirchtürmen). Das regte mich bei Besuchen bei den Schwiegereltern auf. Zwischen 5 und 6 Uhr wurden wir durch das Glockengebimmle an Werktagen (die Kirche befand sich nur wenige Hundert Meter vom Wohnhaus der Schwiegereltern entfernt) und einen krähender Hahn geweckt. Der Hahn krähte als erster so gegen 5 Uhr. Später wurden schalldämmende Fenster eingebaut. Auch verschwand der krähende Hahn auf unerklärliche Weise. Dann hatten wir Ruhe.

In meinem Blog vom 18.09.2008 („Wirtegeschichten VI: Diebische Elster, geiziger Professor“) zitierte ich einen Gast, der seinen Unmut im Gästebuch einer Wirtschaft hineinschrieb:
„Es war hier sehr gemütlich, das Essen lecker und die Bedienung freundlich. Aber dem Paffen sollte man verbieten, morgens um 6 Uhr schon seine Glocke zu läuten.“

Dazu noch eine neuere Geschichte: Kürzlich verklagte ein Mann einen Geflügelzüchter wegen des morgendlichen Konzerts seiner Schützlinge. Es ereignete sich im Dorf Zitz, westlich von Berlin. Auf 300 Einwohner kommen laut Geflügelzuchtverein 140 Hähne. Der Kläger wollte erreichen, dass der Züchter seine Hähne nicht zu früh und nur zu bestimmten Zeiten aus dem Stall lässt. Der Züchter betonte, das gehe nicht. Inzwischen hat er seine Hühner der Rasse „Antwerpener Bartzwerg“ gegen die ruhigeren japanischen Zwerghühner  „Chabos“ getauscht.
Der Ortsvorsteher äusserte, ihm sei die Klage unerklärlich. Bisher habe sich keiner beschwert. In einem Dorf, in dem fast jeder Tiere  halte, werde auch gegackert. Die Gemeinde hat jetzt beschlossen, die Nutztierhaltung in der Gemeindesatzung als ortsüblich festzuhalten.

Es gibt noch ganz andere Störungen. Es sind die Krähen, die sich bei uns unbeliebt machen. Im Schopfheimer Stadtpark und in Hausen im Brennet-Park geht vielen Leuten das laute Krächzen der Krähen auf die Nerven. Es wurde vorgeschlagen, die Nester auf den Bäumen zu entfernen. Das dürfte nicht funktionieren, da die schlauen Krähen auf mehr als 15 m hohen Bäumen neue Nester bauen.
dpa (10.05.2016 und „Badische Zeitung“ vom 27.12.2016)

Im 2. Teil berichte ich über weitere Kuriositäten.

Weiteres Futter aus der Kuriositätenkiste von Heinz Scholz
10.09.2016: „Nahverkehr“ in Brennnesseln und feurige Pferde
30.12.2015: Kuriositäten 2015. Granate in Kartoffeln, Ebola-Scherz
08.12.2012: Kuriositäten: Weiche Papsteier, turmspringende Schweine
03.07.2011: Kuriositäten: Windelkontrolle, Diktatorentoilette, Kirchensex
27.12.2008: Kuriositäten aus aller Welt: Das Schlafen und Hüpfen für Gott
07.01.2008: Kuriositäten vom Sport: „Wir haben mit Weissbier gedopt"
07.10.2007: Kuriositäten: Klage gegen Gott. Seidenhöschen im Vatikan
17.09.2007: Priester-Geschichten (II): Domherr baumelte am Glockenseil
28.08.2007: Priester-Geschichten (I): Wenn US-Pfarrer sexuell ausrasten
02.06.2007: Kuriositäten: Fussball auf Gletscher, Waffenlizenz für Baby
07.06.2006: WM-Kuriositäten: Halbzeitpizza, Fussballwurst, Knusper-Ball

 


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