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BLOG vom 07.07.2016


Gifte im Körper: Interview mit Dr. E. Blaurock-Busch

Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D

 


Historisches Foto von 1989: Heinz  Scholz im Interview mit Frau Dr. E. Blaurock-Busch
 

Dr. Eleonore Blaurock-Busch PhD ist Gründerin und Direktorin vom Labor Micro Trace Minerals, Hersbruck und Trace Minerals International (Analytical & Clinical Laboratory), Boulder, Colorado. Ihr Labor führt schon fast 40 Jahre umweltmedizinische und toxikologische Untersuchungen durch.  Das Spezialgebiet ist die Metallanalytik. Seit kurzem werden auch mit Hilfe der Gammaspektrometrie der Nachweis der Radionukleotide Jod-131, Cäsium-134 und Cäsium-137 durchgeführt.

Dr. E. Blaurock-Busch ist international als Beraterin gefragt, Autorin mehrerer Bücher und vielen Artikeln in deutscher, englischer und anderen Sprachen. Sie referierte an Universitäten weltweit. Seit 2009 ist sie wissenschaftliche Beraterin der Deutschen Ärztegesellschaft für Metalltoxikologie.

Die Expertin lernte ich anlässlich einer Veranstaltung bei der Ernährungsberaterin Frau Hirt-Hewera 1989 in Deißlingen kennen. Damals interviewte ich sie zum ersten Mal (s. das historische Foto mit uns beiden). Im Laufe der Zeit gaben wir uns regelmässig Anregungen und Tipps in vielen Bereichen, besonders über Mineralstoffe, essentielle und giftige Spurenelemente.

Anlässlich des Workshops für Heilpraktiker am 25.02.2012 im Sheraton Carlton in Nürnberg durfte ich 2 Vorträge über Schwermetalle und über das Erkennen von Mangelerscheinungen und Vergiftungen an Haut, Haare und Nägel halten.

Dr. E. Blaurock-Busch hat sich bereit erklärt, Fragen über die Aufspürung von Giften und deren Ausleitung zu beantworten.

 

Als Sie vor über 30 Jahren die Haarmineralienanalyse (HMA) in Deutschland vorstellten, gab es noch geringes Interesse. Auf der einen Seite wurde die Methode von der Boulevardpresse hochgejubelt, auf der anderen Seite behaupteten bestimmte Therapeuten, die Ergebnisse wären nicht aussagekräftig und nicht mit anderen Tests vergleichbar. Gerne würden wir Ihre Meinung dazu hören. Sind  heute die Widerstände gegen die HMA ausgeräumt?

Dr. E. Blaurock-Busch: Nicht wirklich. Es gibt noch viele Vorurteile. Der Unsinn, der vor 30 Jahren in der Boulevardpresse verbreitet wurde, ist noch immer in den Köpfen der Leute. Aussagen wie ‚mit der Haaranalyse gegen Krebs vorbeugen‘ waren Öl auf das Feuer der kritisch Denkenden und das Feuer lodert noch immer. Ich verstehe das sehr gut. Letztendlich hat mich diese Art der Werbung auch sehr irritiert und ich habe, wenn Sie sich erinnern, immer wieder darauf hingewiesen, dass dieser Test Vorteile hat, aber keineswegs alle anderen diagnostischen Möglichkeiten ersetzt. 

Allerdings würde ich mir wünschen, dass Mediziner und Heilpraktiker internationale Forschungsarbeiten lesen, denn diese beweisen die Validität dieses Tests. Ganz sicherlich ist die Akzeptanz leicht gewachsen. Selbst das Umweltbundesamt weist heute bereits auf gewisse Vorteile dieses Tests hin, allerdings unter Vorbehalt und das ist auch in Ordnung. Kein Test kann alles.

Würden Sie uns die Vorzüge und Nachteile der Haarmineralienanalyse schildern?

Dr. E. Blaurock-Busch: Der Vorteil ist, dass es sich um einen nichtinvasiven Test handelt. Proben werden mühelos und schmerzfrei abgenommen. Das ist besonders vorteilhaft wenn eine Blut- oder Urinentnahme schwierig durchzuführen ist, zum Beispiel bei Kindern und empfindlichen Erwachsenen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Haaranalyse den Nachweis der Langzeitbelastung erbringt, denn das ist bei herkömmlichen Blut- und Urinuntersuchungen nicht der Fall. Letztere weisen auf Momentan-Aussetzungen, nicht Belastungen, die vor längerer Zeit stattgefunden haben. 

Allerdings kann der erwähnte Vorteil der einfachen Probeentnahme auch als Nachteil empfunden werden. Beispielsweise wird der Test auch von nicht ausreichend qualifizierten Menschen genutzt, die den Unterschied von Langzeit- und Momentanbelastung nicht verstehen. Das führt zu Fehlinterpretationen. Selbst Mediziner verstehen oft nicht den Unterschied von Momentan- zu chronischer Belastung.  Oder sagen wir es anders: Therapeuten fast aller Richtungen sind nicht geschult eine zurückliegende Belastung, die zudem häufig mit untypischen Krankheitssymptomen einhergeht, einzuordnen. Das braucht Zeit und der Normalmediziner hat davon zu wenig. Die wenigsten davon befassen sich mit einer Haaranalyse.

Sie sagten einmal, die HMA liefere nur eine Teilinformation, die durch viele andere Informationen ergänzt werden muss. Um welche anderen Untersuchungen handelt es sich und wann sind sie besonders angezeigt?

Dr. E. Blaurock-Busch: Wie schon erwähnt, weist die HMA nur auf die Speichervorräte hin, d.h. wir sehen nicht den Ist-Zustand, sondern zurückliegende Belastungen. Haben wir beispielsweise vor Jahren in einem Haus gewohnt, in dem noch Bleirohre lagen, dann haben wir eben in diesen Jahren Blei aufgenommen.  Wenn unser Körper nicht in der Lage war dieses Blei vollständig wieder auszuscheiden (was er selten kann), dann wurde Blei in Organen wie z.B. Knochen abgelagert. Auf diese Speichervorräte weist die HMA uns hin. Allerdings, wenn wir heute Blei schlucken oder inhalieren, dann würde die HMA heute und auch in den nächsten Tagen nichts anzeigen. Der Blut- oder Urintest schon.

Wie zuverlässig sind die Untersuchungsergebnisse? Wie wichtig sind Kooperationen mit anderen Umweltlabors und Beteiligung an Ringversuchen?

Dr. E. Blaurock-Busch: Sie selbst sind Analytiker und können bestätigen, dass das jeweilige zwar spezifische Anforderungen an die Probevorbereitung stellt, aber nicht zwischen einer wässrigen Urin-, Blut- oder Haarprobe unterscheiden kann.  Deshalb setzen wir Qualitätskontrollen ein, die für die Besonderheiten der jeweiligen Matrix geeignet sind. Die Vorwürfe der HMA-Gegner basieren auf Problemen der nicht sachgemäßen Probenzubereitung und Qualitätskontrollen. Ringversuche identifizieren unsere internen Schwachstellen, sodass wir diese beseitigen können. Bislang gab es keine HMA-Ringversuche von staatlicher Seite. Diese gibt es jetzt in Kanada und wir beteiligen uns seit 2 Jahren daran. Dabei haben wir ausgezeichnete Resultate erzielt. Das ist von staatlicher Seite verifiziert und dokumentiert.

Es wird immer wieder betont, dass auf Grund der Umweltbelastung mit Schwermetallen und anderen problematischen Stoffen immer wieder mit Vergiftungen zu rechnen ist. Welche giftigen Metalle setzen heute dem Menschen im In- und Ausland besonders zu?

Dr. E. Blaurock-Busch: Das ist sicherlich unterschiedlich. In Indien sehen wir noch immer akute Arsenintoxikationen und folgerichtig auch deutliche Arsenlangbelastungen. Dafür verantwortlich sind Wasser- und Bodenverhältnisse. In Deutschland sind Arsenbelastungen wenig auffällig. Natürlich haben wir es in anderen Regionen mit geographisch bedingten Langzeitbelastungen zu tun, beispielsweise Uran. Dann ist die Anzahl der industriell verursachen chronischen Belastungen wie Blei, Quecksilber, Kadmium, selbst Mangan schon bei Kindern deutlich, vor allem in Mega-Städten wie Kairo oder Mexico City. Nicht ignorieren dürfen wir auch die zunehmende Problematik der Agrarpolitik, die Überdüngung der Böden mit Phosphatdüngern, die auch Schwermetalle wie Kadmium oder Uran enthalten können. Die zunehmende Nutzung von Schwermetallen in Nanopartikelform in Nahrung, Kosmetika und Medikamenten wird uns sehr bald vor schwierige Aufgaben stellen, denn während wir bis vor einigen Jahren noch Metallen ausgesetzt waren, die auf Grund ihrer Partikelgröße von unserem Körper wie z.B. der Darmmukose oder der Bluthirnschranke noch abgewiesen werden konnten, ist das bei Nanopartikeln nicht mehr der Fall. Das heisst, das Problem der Zukunft wird riesengross sein und selbst wenn wir unsere Umwelt besser schützen werden, diese winzig kleinen Giftpartikel durchdringen all unsere natürlichen Barrieren.

Tatsache ist, dass selbst geringe Mengen an Giften Enzym- und Stoffwechselfunktionen stören. Ich hoffe wir finden frühzeitig Lösungen.

Sie analysieren in Ihrem Labor auch Trink- und Brunnenwasser. Die Stiftung Warentest betonte, dass unser Leitungswasser den Vergleich mit Mineralwasser nicht scheuen muss. Wie sieht es mit der Reinheit von Trinkwasser bei uns und im Ausland aus?

Dr. E. Blaurock-Busch: In Deutschland haben wir vergleichsweise sehr gutes Trinkwasser, das übrigens dem Mineralwasser meist überlegen ist. Trinkwasserprobleme sind hierzulande meist kein städtisches Problem, sondern sind meist hausintern erzeugt. Beispielsweise durch alte oder nicht sachgereichte Schweissstellen an Rohren, Armaturen etc.
Ich persönlich trinke mein hauseigenes Leitungswasser, das ich natürlich auch in Abständen teste.  Im Ausland trinke ich meist nur Mineralwasser.

Wie erfolgreich ist die von Ihnen propagierte Ausleitung mit Chelatsubstanzen?

Dr. E. Blaurock-Busch: Höchst effektiv, sofern sie von erfahrenen Therapeuten durchgeführt wird und dabei darf ich erwähnen, dass es nicht einfach ist einen erfahrenen Therapeuten zu finden, der gut und kostengünstig arbeitet. Nicht alles was teuer ist, ist gut und leider zahlen die Kassen nur sehr zögernd, wenn überhaupt. Auch sind die Chelattherapeuten, die sich laut anprangern nicht immer die besten. Wir haben aber schon Listen von guten Leuten und nennen die auch bei Anfrage.

 

Wie erfolgreich ist die sanfte, natürliche Entgiftung auf Nährstoffbasis?

Dr. E. Blaurock-Busch: Sehr effektiv. Siehe obige Antwort, wobei ich erwähnen darf, dass die sehr teuren Nährstoffe m.E. nicht effektiver sind. Sicherlich entscheidet die Zusammensetzung über Preis und Wirkung, aber kompliziert und teuer muss das nicht sein. Ich habe genügend Fallbeispiele, die das bestätigen.

Liebe Frau Dr. Eleonore Blaurock-Busch ich bedanke mich für das sehr informative Interview.

Hinweis auf Blogs über Nachweis und Entgiftung
06.07.2016: Gifte sind überall: Quellen und natürliche Entgiftung
29.06.2016: Giftige Metalle im Körper: Nachweis und Entgiftung

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