Textatelier
BLOG vom: 02.07.2016

Aphorismen

Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London


Das Wasser glitzert und wellt an der Oberfläche. Aber zum Fischen braucht es eine gewisse Tiefe.

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Jedem Pflänzchen sein Plätzchen; so gut wie die Redensart, laut Wilhelm Busch: “Jedem Tierchen sein Pläsierchen”.

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Zum Würdenträger gesellt sich der Schirmträger.

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Die Wertschätzung wird gemeinhin vom Vermögen und von Sachwerten bestimmt.

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Lobhudelei hat tückische Hintergründe.

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Zuviel gute Züge zur Schau gestellt, verkrampft die Gesichtsmuskulatur.

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Gute Sitten werden durch schlechte gefördert. Dieses Axiom mag sich als Trugschluss erweisen, weil zwischen guten und schlechten Sitten die Meinungen auseinanderklaffen, weitgehend vom Eigennutz bestimmt. Somit ist die Moral ein schaler Begriff.

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Verlange von Anderen nichts, was du nicht von dir abforderst.

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Die Quintessenz unseres Lebens ist der Atem – zeitlich befristet.

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Dem Zufall oder Irrtum verdankt die Menschheit viele Entdeckungen und Erfindungen.

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Beschaulichkeit sichert Abstand vom ziellosen Getümmel im Weltgeschehen.

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Vorsicht vor der Nachsicht, die sich nicht begründen lässt.

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Allein auf sich selbst bezogen, ist die Intelligenz steril.

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Gefühle sind flüssig und folglich oft überflüssig.

 


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