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BLOG vom 04.04.2016


Akademien: Ein Engpass?

Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London


Schulen aller Art werden jetzt in Grossbritannien zu Akademien verwandelt. Das scheint mir ein politisches Mätzchen zu sein, womit sich der Staat das Recht anmasst, diesen Akademien gute und schlechte Noten zu erteilen. Damit werden auch unabhängige Schulen von Bürokraten mehr und mehr unterjocht, die über keinerlei Fachkenntnisse verfügen. Primarschüler werden durch Prüfungen gehetzt und gesiebt. Sie sind Examensängsten ausgesetzt. Der Lehrkörper wird dabei entmachtet. Die Eltern verlieren das letzte Grämmchen von Mitspracherecht. Das Budget für das Erziehungswesen wird gekürzt. Wer sind die Gewinner, wer sind die Verlierer in diesem Lotto?

Es ist wohlbekannt, dass es unter Kindern Früh- und Spätzünder gibt. Ich war beides, je nach Lehrfach, bald eine Niete, bald ein Musterschüler. So kam ich ordentlich in meiner Ausbildung über die Runde. Man darf sich nicht über eine Leiste schlagen lassen.

Es mangelt an gewiegten Pädagogen. Das stellte ich in meiner Schulzeit immer wieder fest: Lehrer, die sich vor der Klasse brüsteten, und Kinder aus guten, will besagen reichen Familien bevorzugten, und die Mutter mit Frau Doktor ansprach, wiewohl der Titel ihrem Mann gehörte. Ein Arbeiterkind hatte es ungleich schwerer von ihnen beachtet und gefördert zu werden.

Im Gymnasium hatte es einen Deutschlehrer, der im Nebenamt Psychoanalyse betrieb und sich abwechselnd bald diesen, bald jenen Schüler vorknöpfte. Er nahm sich auch meiner an. Ich lauschte seiner Analyse abschätzig lächelnd. Als er bemerkte, ich sei “undurchsichtig”, erntete er eine Lachsalve seitens meiner Freunde, die mich freute.

“Ich bin doch nicht der Pestalozzi” ist eine Redensart, die ich öfters in der Schweiz gehört hatte. Johann Heinrich Pestalozzi ist ein richtungsweisender Schweizer Pädagoge und Reformer, den ich bewundere. Er verdient nach wie vor Wertschätzung, besonders jetzt in einer Zeit der schmalspurigen Einheitswelt.

 


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