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BLOG vom 06.03.2016


Lurch des Jahres 2016: Der gelb-gefleckte Feuersalamander

Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D

 


Feuersalamander (Foto: www.dght.de)
 

Der leuchtend-gelb gefleckte Feuersalamander (Salamandra salamandra) wurde von der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT*) zum Lurch des Jahres 2016 ernannt.

Zum Glück trifft man diese nachtaktive Amphibie im Naturpark Südschwarzwald mit seinen 394 000 Hektar Grösse, immer wieder an. So sahen wir bei unseren Wanderungen, besonders nach einem Regen,  ab und zu den Feuersalamander. Entweder in Wäldern, im Hügel- und Bergland, oder von Fahrzeugen überfahrene Exemplare. Das war kein schöner Anblick.

In den meisten deutschen Bundesländern ist der Feuersalamander derzeit nicht gefährdet. „Er hat keinen Fressfeind, weil seine Haut giftig ist“, erklärte Andreas Mendt, Geschäftsführer der DGHT. Er erwähnte auch, dass der Feuersalamander eine Lebenserwartung von etwa 20 Jahren hat. Er kann 23 cm lang und 40 g schwer werden.
Aber es gibt nach dem Auto noch eine ganz andere Gefahr für den Lurch. In den Nachbarstaaten bedroht ein Hautpilz das Tier. Dieser Chytridpilz wird auch Salamanderfresser bezeichnet. Der „Bösewicht“ frisst Löcher in die Aussenhaut des Lurches. Er erstickt, weil er nicht mehr über die Haut atmen kann.
In Südbaden wurde der Pilz noch nicht nachgewiesen.

Mendt weist jedoch noch auf eine ganz andere Gefahr hin. Der feuchtigkeitsliebende Lurch leidet besonders durch die Austrocknung seiner Lebensräume und die Klimaerwärmung. Das könnte sich besonders auf den Nachwuchs auswirken. Schon jetzt haben die Feuersalamander in einigen Regionen weniger Nachkommen.

Einzigartig ist seine Fortpflanzungsweise. Nach der Paarung an Land und innerer Befruchtung erfolgt die komplette Entwicklung im Mutterleib. Das Weibchen setzt 10 bis 70 kiementragende Larven in Bächen ab.

Hautgift und Warnfarbe
Der Name Feuersalamander wurde aus einem Aberglauben heraus geboren. Man glaubte, der Feuersalamander würde Feuer überleben und sein giftiges Hautsekret könne die Glut löschen. Im Mittelalter glaubte man an die extreme Giftigkeit. Fiel ein Feuersalamander in einen Brunnen, wurde das Wasser angeblich vergiftet und man sagte: „Der „blosse Hauch seines Atems soll Menschen töten“.

Das Gift wird aus Ohrdrüsen und vielen Rückendrüsen abgesondert und soll neben der Warnfarbe Fressfeinde abschrecken. Auf Vögel und kleine Säuger wirkt das Gift tödlich. Gleichzeitig wird die Amphibie vor Infektionen geschützt. Für die menschliche Haut ist das Gift harmlos. Ein direkter Kontakt mit Schleimhäuten und Augen sollte jedoch vermieden werden.

Im „Leitfaden der Tierkunde“ von Prof. Dr. O. Schmeil (Ausgabe von 1924) – ein Buch aus unserer Schulzeit – ist dies zu lesen: „Dem Salamander würde aber die Giftigkeit nichts nützen, wenn sie Raubtieren gegenüber nicht auch äusserlich zum Ausdruck käme. Dies soll nun – wie jene Forscher annehmen – durch die auffällige Färbung geschehen, die gleichsam als Warnsignal anzusehen sei. Ausser der Ringelnatter besitzt der Feuersalamander in der Tat auch keine Feinde. Daher bringt ihm die Langsamkeit, die er in allen Bewegungen zeigt, auch kaum einen Schaden.“ Dann erfährt der aufmerksame Leser, dass der Feuersalamander sich von Schnecken, Regenwürmern und allerlei Insekten ernährt.

*Anhang
Die DGHT ist ein gemeinnütziger Verein (Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde e.V.), der sich für den Natur- und Artenschutz, die Erforschung von Amphibien und Reptilien sowie deren artgerechte und sachkundige Haltung einsetzt. Mit etwa 7000 Mitgliedern aus mehr als 30 Ländern ist die DGHT die weltweit größte Vereinigung ihrer Art. Ihre Besonderheit und Stärke liegen in derZusammenführung professioneller Fachdisziplinen (z.B. Herpetologie, internationaler Artenschutz, Veterinärmedizin) und der Fachkompetenz aus Amateurkreisen.

Ein herzliches Dankeschön an die DGHT für die Abdruckerlaubnis eines Fotos vom Feuersalamander.

Weitere Informationen
Informationen über den Feuersalamander (Infobroschüre, Poster, Flyer) zum Download unter:
www.dght.de
www.feldherpetologie.de
E-Mail: gs@dght.de (Anforderung eines gedruckten Exemplares)
Verantwortlich im Präsidium der DGHT: Dr. Axel Kwet.

 


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