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BLOG vom 26.08.2015


Schlaffördernde Heilpflanzen machen nicht süchtig
Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim
 

Heilkräuter sind eine Alternative zu chemisch-synthetischen Schlafmitteln, die häufig ungünstige Nebenwirkungen haben. Heilpflanzen machen nicht süchtig (einen Gewöhnungseffekt zeigt nur Baldrian), haben keine oder kaum Nebenwirkungen und beim Absetzen zeigen sich keine Entzugserscheinungen (ausser bei Baldrian).

Wie schon im vorherigen Blog erwähnt, sollte man auch die natürlichen Medikamente nie als einzige Massnahme bei Schlafstörungen anwenden. Im Blog vom 24.08.2015 („Schlafstörungen: Auswirkungen, Ursachen, Massnahmen“) sind die besten Tipps für einen guten Schlaf aufgeführt. Diese sollte man besonders beherzigen.

Die folgenden Heilpflanzen haben sich bei Schlafstörungen bewährt.
 
Baldrian (Valeriana officinalis)
Jedem mit Einschlaf- und Durchschlafstörungen kann geraten werden, es immer zuerst mit Baldrian zu versuchen. Aber Vorsicht: Baldrian muss richtig dosiert werden! Bei zu geringer Aufnahme zeigt er kaum Wirkung, bei zu hohen Mengen den gegenteiligen Effekt. Wenn Baldrian in hohen Dosen und länger als 4 Wochen eingenommen wird, muss die Dosis langsam wieder verringert werden. Da bei Kindern unter 12 Jahren, Schwangeren und Stillenden keine ausreichenden Untersuchungen vorliegen, sollten diese Baldrian nicht einnehmen. In den ersten Stunden nach der Einnahme kann Baldrian die Reaktionsfähigkeit beeinflussen. Baldrian nicht zusammen mit Alkohol einnehmen. Oft wird eine Schlafförderung erst nach 5 bis 14 Tagen beobachtet.

Zubereitungen: Tee, Heilpflanzentropfen, Kräuterkissen.

Einschlaffördernder Tee 1: 30 g Johanniskraut, 20 g Weissdornblüten, 20 g Melissenblätter, 10 g Kamillenblüten, 5 g Hopfenzapfen und 10 g Baldrianwurzel.

Einschlaffördernder Tee 2: 10 g Lavendelblüten, 20 g Orangenblüten, 10 g Lindenblüten, 5 g Melissenblätter, 20 g Hopfenzapfen, 10 g Baldrianwurzel.

Zubereitung: 1 bis 2 gehäufte Teelöffel der jeweiligen Mischung mit 150 ml heissem Wasser übergiessen, nach 10 bis 15 Minuten abseihen. Täglich 2 bis 3-mal eine Tasse trinken. Eine Tasse Tee mit Honig gesüsst oder ungesüsst vor dem Schlafengehen zu sich nehmen.

Kräuterkissen: Füllen Sie ein Leinensäckchen zu gleichen Teilen mit Baldrianwurzelstücken, Hopfenblüten, Thymiankraut und Lavendelblüten und legen Sie es unter oder neben das Kopfkissen. Sie können das Leinensäckchen auch auf dem Nachtschränkchen platzieren. Die Düfte beruhigen und bringen einen gesunden Schlaf.

Melisse (Melissa officinalis)
Die Inhaltsstoffe der Melisse wirken beruhigend, krampflösend, antibakteriell, virushemmend und bei Inhalation schleimlösend.

Wichtige Hinweise: In hohen Dosierungen kann Melisse die Reaktionsfähigkeit beeinflussen. Nicht anwenden bei Vorliegen von behandlungsbedürftigen Schilddrüsenerkrankungen.

Zubereitungen: Melissenbad, Melissentee, Melissengeist, Heilpflanzensaft und Melissentropfen werden angewandt bei nervös bedingten Einschlafstörungen, nervösen Magen-Darm-Beschwerden, nervöse Herzbeschwerden, Appetitlosigkeit, innerer Unruhe, Nervosität, Lampenfieber, Migräne.

Teebereitung: 1 bis 3 Teelöffel Melissenblätter mit 150 ml heissem Wasser übergiessen, nach 10 Minuten abseihen. Mehrmals am Tag und kurz vor dem Schlafengehen je eine Tasse Tee trinken.

Hopfen (Humulus lupulus)
Der Hopfen wurde schon im 8. Jahrhundert in Mitteleuropa kultiviert und zur Herstellung von Bier gebraucht. Erst später wiesen Heilkundige auf die beruhigende und die Erregung dämpfende Wirkung hin. Die Wirkung ist jedoch etwas schwächer als die von Baldrian.

Die wirksamen Pflanzenteile sind die weiblichen Fruchtstände des zweihäusigen Hopfens (Hopfenzapfen) und die Hopfendrüsen (Drüsenschuppen).

Wichtige Hinweise: Während der Schwangerschaft, Stillzeit oder bei Kindern unter 12 Jahren nicht anwenden, da keine ausreichenden Untersuchungen vorliegen. Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegenüber Hopfen.

Zubereitungen: Kräuterkissen, Tee, Fertigarzneimittel oft in Kombination mit Baldrian, Passionsblume oder Johanniskraut. Diese werden verwendet bei Unruhe und Angstzuständen.

Teebereitung: 2 bis 3 gehäufte Teelöffel Hopfenzapfen mit 150 ml kochendem Wasser übergiessen, nach 15 Minuten abseihen. Man trinkt eine Tasse 30 Minuten vor dem Schlafengehen oder vor den Mahlzeiten.

Kräuterkissen: Es werden entweder nur getrocknete Hopfenzapfen verwendet oder in Kombination mit Baldrianwurzel, Thymiankraut und Lavendelblüten.

Johanniskraut (Hypericum perforatum)
Das Johanniskraut wurde früher als „Wundkraut“ gepriesen. Erst später entdeckte man die antidepressive Wirkung.

Wichtige Hinweise: Johanniskraut erhöht nach neuesten Studien die Lichtsensibilität der Haut nicht. Diese tritt erst bei wiederholter Gabe sehr hoher Hypericum-Extrakt-Konzentrationen auf. Präparate mit Johanniskraut können darüber hinaus in höherer Dosierung Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln eingehen.

Zubereitungen: Tee, Tropfen, Heilpflanzensaft. Dragees, Ampullen werden verordnet bei psychovegetativen Störungen, Antriebsmangel, Unausgeglichenheit, Stimmungslabilität, Reizbarkeit, Depressionen, Angst und nervöser Unruhe.

Kombinationsmittel mit Johanniskraut und Hopfendrüsen eignen sich bei nervöser Unruhe und Einschlafschwierigkeiten. Es gibt auch Tinkturen mit Johanniskraut, Melisse und Hopfenzapfen. Hier wird die entspannende Wirkung von Johanniskraut noch verstärkt.

Kräuterkissen: 30 g Hopfenzapfen, 20 g Johanniskraut und 20 g Lavendelblüten.

Passionblume (Passiflora incarnata)
Der Passionsblumenkraut-Extrakt war einst Schlafmittel der Indianer. Die Stoffe in dieser Pflanze wirken beruhigend, entspannend und aufhellend.
Die Passionsblume wird als mild und nicht suchterzeugend bezeichnet.

Wichtiger Hinweis: Nicht während der Schwangerschaft oder Stillzeit anwenden.

Zubereitungen: eignen sich besonders für Kinder, die nicht gut einschlafen können. Verwendet werden Tropfen, Tee, Sirup bzw. Saft.

Tropfen: 25 bis 30 Tropfen einer Tinktur, die mit Wasser verdünnt wird, vor dem Schlafengehen einnehmen. Bei Kindern beträgt die Dosierung 1 Tropfen pro Lebensjahr.

Sirup bzw. Saft: eignet sich besonders bei unruhigen, nervösen, schlafgestörten und schulgestressten Kindern.

Dosierung: ein Teelöffel 3-mal täglich vor den Mahlzeiten, evtl. auch vor dem Zubettgehen.

Lavendel (Lavandula angustifolia)
Der Duft des Lavendels öffnet die Sinne und macht einen klaren Kopf. Aber nicht nur das: Er kuriert auch Nervenschwäche und Kopfschmerzen und ist hilfreich für einen guten Schlaf.

Wichtiger Hinweis: Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegenüber Lavendel.

Zubereitungen: Tee, Tropfen, Öl. Von der Lavendeltinktur nimmt man 3-mal täglich 15 bis 25 Tropfen in Wasser verdünnt ein.

Lavendelkissen: Die getrockneten Lavendelblüten entfalten eine beruhigende und entspannende Wirkung. Das Kissen eignet sich besonders bei unruhigen Babys.

Hafer (Avena sativa)
Der aus dem blühenden Haferkraut gewonnene Extrakt, Tee oder Heilpflanzensaft entfaltet eine beruhigende und entspannende Wirkung. Durch seine aufbauenden und kräftigenden Eigenschaften ist der Hafer bestens geeignet bei nervöser Erschöpfung und Gereiztheit als Folge von Überlastung. In höherer Dosierung helfen auch die Zubereitungen bei Einschlafschwierigkeiten.
 
Weitere Mittel
Es gibt noch weitere gute Mittel für einen guten Schlaf. Dazu gehören bestimmte homöopathische Arzneien, Schüssler Salze, Bachblüten.
Auch Kneippsche Anwendungen und Entspannungsmethoden können hilfreich sein.
 
 

 


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