Textatelier
BLOG vom: 03.12.2011

Start zum Weihnachtsrummel und zu Blockflötenklängen

Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London
 
Rummel herrscht vor Weihnachten überall
Erstickt Jubel und macht die Leute hässig
Die Trute liegt tiefgefroren im Eisschrank
Der Ausverkauf der Vernunft hat begonnen.
 
Die Wunschliste ist ein Kommando-Überfall
Alle wollen alles haben, alles auf einmal
Suppenküchen werden hastig eingerichtet
Die Armen sollen ihre Weihnacht haben.
 
Der Weihnachtsbaum lässt Nadeln fallen
Die Kinder sind kaum mehr zu bändigen
Sie wollen alles haben, alles auf einmal
Der goldene Engel ist vom Baum gefallen.
 
Heinrich allein übt auf der Blockflöte
Die Vögel kriegen ihr Futter von ihm
Eine Schachtel Farbstifte kostet wenig
Damit malt er sein eigenes Paradies.
 
Der Festschmaus beginnt mit Aperitif
Die Trute wird verspätet aufgetischt
Flaschen von Wein machen die Runde
Der Friede weicht der Familienfehde.
 *
Dort Weihnachten feiern
Nur dort feiern, wo Freude einschlüpft
Diese Freudeninsel lädt zum Vergnügen
Dort genügt weniges und stimmt froh
Dort mögen sich alle fröhlich einfinden.
 
Gedanken und Geschenke ausgetauscht
Deren Wert von keiner Waage bestimmt
Fern von Geiz und Neid sind die Sprossen
Dort welken Sorgen und blüht der Spass. 
*
Ein Weihnachtsgedanke
Die Entschuldigung gleicht der Friedenstaube
Sie überbringt den Olivenzweig im Schnabel
Besänftigt und löscht den aufgestauten Hass
Vergebung heisst das Zauberwort zum Frieden.
 
*
Trost und Lob des Alltags
Auch Weihnacht hinkt endlich vorbei
Der Alltag erwacht aus dem Schlummer
Der Arbeit wird Freude abgewonnen
Bis zur nächsten Pause über Ostern.
 
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