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BLOG vom 23.11.2005


Stealth taxes: Neue, bissige Steuerfinten in England
Autor: Emil Baschnonga
 
Am laufenden Band und mit List und unter der Hand werden die Steuern in England hochgetrieben. Diese Art von versteckten und verdeckten Steuern heisst „Stealth tax“, und sie beissen besonders hart ins Einkommen. Eine Unmenge von solchen „stealth taxes“ haben sich eingeschlichen und werden in der Regel weit über die Inflationsrate hinaus hochgeschraubt. Obschon die Einkommenssteuer an und für sich niedrig ist, werden zum Ausgleich die steuerfreien Abzüge gedrosselt.
 
Die Engländer zahlen mehr und mehr durch die Nase: Benzinsteuer, Alkoholsteuer, Parkierungsbussen, Wassersteuer, Kehrichtabfuhr und viele, viele andere mehr, worunter die Council Tax (Steuer auf Wohnbesitz) das Haushaltsbudget am stärksten belastet.
 
Diese Steuer ist zwischen Band A und H unterteilt. Jemand im Mittelband D bezahlt in London zwischen £ 600 bis £ 1340, je nach behördlich aufgeteilten Wohnkreisen.
 
Nun stimme ich hier kein Klagelied an. Denn auch in vielen anderen Ländern werden die Leute stark in die Steuerknute genommen. Beim Erzielen des Haushaltseinkommens muss in England rund 4 Monate allein für das Steueramt gearbeitet werden – noch länger, wenn man alle Arten von „stealth taxes“ hinzu rechnet, bis man in die steuerfreie Zone gelangt. So weh es auch tut, bezahle auch ich, ohne dass ich mich deswegen von diesem misslichen und höchst langweiligen Thema in Beschlag nehmen lasse.
 
Eine neue Steuerfinte wird in England zurzeit hinterhältig inszeniert. Sie scheucht die Engländer aus ihrem Dämmerzustand auf: Seit je ist des Engländers Haus sein Schloss, auch wenn der Hausherr dort nur noch sehr beschränkt Herr und Meister ist, dank einschränkender Bauvorschriften und anderer Auflagen, die wohl bald bestimmen, welche Möbel in seinem Haus zulässig sind oder nicht ...
 
Laut einem Whitehall-Dokument sollen die Inspektoren der Wohnbesitzsteuer (VAO = Valuation Office Agency), also der lange und raffgierige Arm vom Council (Steueramt), gesetzlichen Zugang zum „Wohnheiligtum“ gewinnen, damit der versteuerbare Wert neu (und natürlich höher) angesetzt werden kann. Diese befürchtete Invasion von Inspektoren will auch feststellen, wie gross das Schlafzimmer ist. Es soll ihnen sogar erlaubt sein, den Tatbestand zu fotografieren. Hat die Wohnung oder das Haus erst noch einen offenen Ausblick auf den Garten, kommt es zu Steueraufschlägen, desgleichen, wenn es im Garten eine Veranda, ein Patio (Innenhof) oder ein Schwimmbecken hat. Nebenbei können die Beamten erst noch eine Grobschätzung der in den Räumen enthaltenen Besitztümer für die Erbschaftssteuer vornehmen, ohne dass der Hauseigentümer davon eine Ahnung hat. Eine potenzielle weitere neue Steuerfinte wird wohl nicht ausbleiben.
 
Zu Recht wird diese rabiate Vorgehensweise von der Presse und anderen Gegnern als krasser Einbruch in die Privatsphäre des Bürgers angeprangert, unvereinbar mit dem Menschenrecht (Human Rights Act).
 
Die Regierung wirft das Geld in Kriege, überschüttet die Mitglieder des Parlaments mit Konzessionen und verschleudert die Steuergelder auch sonst nach links und rechts. 2000 zusätzliche Soldaten sollen nächstes Jahr in Afghanistan eingesetzt werden. Der Rückzug aus dem Irak wurde wieder für ein weiteres Jahr aufgeschoben.
 
Aus dem Blog vom 20. 11. 2005 über die Bibersteiner Ortsgeschichte geht hervor, dass die dortigen Bürger von einer solchen Besteuerungstaktik verschont sind. England als „Steuervorbild“ hat dort und wohl auch anderswo in der Schweiz nichts zu suchen.
 
Weitere Blogs zum Thema Steuern
20. 11. 2005: „1,68 kg Bibersteiner Ortsgeschichte liegen vor“
19. 08. 2005: „Heimlich, still und leise: Philosophien über Furzideen“
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