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Chinesen ächten Gentech-Lebensmittel

Der Lebensmittelkonzern Nestlé ist im Jahr 2002 in China in Verruf geraten, weil er den chinesischen Konsumenten genveränderte Lebensmittel zumuten wollte. Er wandte schlechtere Standards als in Europa an und sorgte deshalb in China für einen Skandal. Viele Konsumenten haben Nestlé-Produkte sogar in die Läden zurückgebracht, wie der Greenpeace-Gentechnikexperte Thomas Fertl Mitte Juli 2003 mitteilte. 32 chinesische Lebensmittelproduzenten haben daraufhin angekündigt, keine gentechnisch veränderten Produkte mehr auf den Markt zu bringen. Unter den Unternehmen, die sich zur Gentechnik-Freiheit bekennen, sind einige prominente internationale Marken wie Wyeth, Mead Johnson, Wrigley und Lipton, die eine solche Marktpolitik auch in anderen Ländern verfolgen. Auch lokale Sojasauce-Produzenten aus Südchina wie Lee Kum Kee und Amoy sowie der grösste Sojamilch-Hersteller Vitasoy haben sich gegen die Produktion genetisch veränderter Nahrungsmittel ausgesprochen.

China ist der grösste Lebensmittelmarkt der Welt und auch der weltgrösste Produzent von Sojabohnen, die im Allgemeinen zu den am meisten manipulierten landwirtschaftlichen Produkten gehören. Seit März 2003 darf im Nordosten des Landes, in der Provinz mit der grössten Soja-Produktion, keine genmanipulierte Soja angebaut werden. Der Trend zu gentechnikfreien Lebensmitteln in China bekam vor dem Hintergrund der Klage der USA vor der Welthandelsorganisation (WTO) gegen das EU-Gentechnikrecht besonderes Gewicht. Die USA haben Europa nach dem Hormonfleisch, das die Menschen zu Fettlawinen macht, nun auch Gentechprodukte aufgezwungen, ein weiterer Skandal.

Die Ablehnung von Gen-Lebensmitteln ist (wäre) berechtigt: Möglicherweise wirbelt der Einbau eines fremden Gen-Konstrukts den Stoffwechsel einer Pflanze auf rätselhafte Weise durcheinander. Nach einer gentechnischen Manipulation ist eine Pflanze zweifellos nicht mehr die gleiche wie zuvor, und sie kann als Folge des Eingriffs toxische Substanzen produzieren. Entsprechende Forschungsresultate gibt es bereits. Zahlreiche weitere schwer wiegende Argumente sprechen ebenfalls gegen Genmanipulationen. Der Konsument muss seine Macht einsetzen und Länder und Produzenten durch konsequente Boykottverzichte bestrafen – nach dem Lehrstück China.

h.

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