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     19. Dezember 2018, 08:48 Uhr
 


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Volle Deckung Mr. Bush

Zitate und Fakten aus dem Buch „Volle Deckung Mr. Bush“ von Michael Moore.
Zusammengestellt und kommentiert von Heinz Scholz.

Michael Moore ist der schärfste und wirkungsvollste Bush-Kritiker. Er bringt Tatsachen ans Licht, die so manchem US-amerikanischen Politiker die Schamesröte ins Gesicht steigen lässt. Er beleuchtet den amerikanischen Wahlkampf, die Rolle des Öls beim Kampf gegen die „Achse des Bösen“ und fragt sich immer wieder, warum nur die Reichen von der Steuerpolitik profitieren.

Ist Michael Moore ein Aufwiegler oder ein Besserwisser? Er ist auf jeden Fall ein exzellenter Satiriker. Er schreibt seine Texte mit bitterem Ernst, rüttelt auf und liest so manchem „dummen“ Politiker die Leviten. Die Taten der Mächtigen sind nicht seiner Phantasie entsprungen, im Gegenteil, er hat sehr exakt recherchiert. Alle Reden, Zitate sind dokumentiert. Kein Politiker oder Manager kann dann behaupten, er hätte dies oder jenes nicht gesagt. Im Anhang des Buches sind 32 Seiten mit Quellenangaben und Internetadressen aufgeführt.

Kommentar: Auf jeden Fall wünscht sich so mancher für sein Land einen Michael Moore, der nichts unter den Teppich kehrt, auf Missstände hinweist, Hintergründe aufdeckt, Politiker, Manager und andere „Arbeitsplatzvernichter“ und „Geldverschwender“ in scharfer Form kritisiert. Wo ist ein Schweizer oder Deutscher Michael Moore? Wir sind auf der Suche. Vorschläge aus dem Leserkreis sind stets willkommen!

Sieben Fragen an George von Arabien
Michael Moore stellt an George W. Bush 7 unbequeme Fragen. Darunter sind Folgende: Warum unterhielt die Familie Bush mit den bin Ladens seit 25 Jahren geschäftliche Beziehungen? Warum unterhielten die Bushs eine „besondere Beziehung“ zur saudischen Königsfamilie? Am Schluss dieses Kapitels stellt der Autor die Frage: „Warum beschützt du (er meint George W. Bush) so eifrig die Saudis, obwohl du doch eigentlich uns beschützen solltest?“

Moore fragt sich auch, warum der Präsident erlaubt hat, die verschiedenen Verwandten von bin Laden trotz Flugverbot nach dem 11. September mit einem Privatjets der Saudis auszufliegen? Dazu Moore: „Die verängstigte amerikanische Bevölkerung müht sich, die Tage nach dem 11. September zu überstehen. Und am Himmel über uns jetten die bin Ladens und die saudischen Royals nach Hause. Ich denke, wir haben ein Recht auf eine Erklärung.“

Am Schluss des Fragenkatalogs meint Moore, dass die 3000 Toten, Hinterbliebenen und Millionen von Amerikanern ein Recht darauf haben, die Wahrheit zu erfahren . „Sie werden verlangen, dass du reinen Tisch machst oder dein Amt niederlegst.“

Die Lügen
Es gibt kaum einen US-Präsidenten, der das Volk nicht belogen hat. So wurden schon Lügen über Vietnam, Korea, über die Indianer und über die Gleichheit aller Menschen verbreitet. „Vielleicht ist Bush immer noch im Amt, weil er die alte Weisheit beherzigt hat, dass eine Lüge, wenn man sie nur lange und oft genug wiederholt, früher oder später zur Wahrheit wird“, meint Michael Moore.

In seinem Buch beleuchtet Moore auch die Lügen zum Irak-Krieg. So wurde behauptet, der Irak hätte Atomwaffen, chemische und biologische Waffen.

Der „Hammer“ ist jedoch, dass laut einem Untersuchungsbericht des US-Senats von 1994 amerikanische Konzerne Saddam Hussein zwischen 1985 und 1990 mit Genehmigung der US-Regierung gefährliche biologische Wirkstoffe (Bacillus Anthracis, Clostridium Botulinum, Histoplasma Capsulatum, Brucella Melitensis, Clostridium Perfringens) lieferten. Firmen sandten auch Escherichia coli und genetisches Material sowie menschliche und bakterielle DNS an die irakische Atomenergiekommission.

Kommentar: Es ist unglaublich, dass ein angeblich zivilisiertes Land in unsichere Gebiete solche gefährlichen „Waffen“ liefert. Kritisieren muss man auch die Lieferung von normalen Waffen und Kriegsgerät in solche Länder. Der Handel mit Waffen spült ja eine Menge Geld in die Kassen der Firmen. Passend dazu 2 Zitate über das Geld:
„Non olet. (Geld) stinkt nicht“ (Vespasian) oder „Keine Festung ist so stark, dass Geld sie nicht einnehmen kann“ (Cicero).

Franzosen und Deutsche wurden abgestraft
Als die Deutschen und Franzosen einen übereilten Krieg gegen den Irak nicht unterstützten, wurden sie in scharfer Form angegriffen. Die so genannten „Experten“ von Bush behaupteten, die Franzosen gehörten zur „Achse der Drückeberger“.

Die Deutschen und besonders die Franzosen wurden abgestraft. „Niemand verweigert den Vereinigten Staaten ungestraft den Gehorsam! Und niemand erzählt ungestraft überall herum, dass wir lügen, vor allem nicht, wenn wir lügen“ , so Moore.

Als Folge einer negativen Stimmungsmache wurde französischer Wein in den Rinnstein und in einem französischem Lokal in die Toilette gegossen; deutsche und französische Produkte blieben in den Regalen liegen oder wurden von den Speisekarten verbannt. Etliche französische Lokale wurden mit Graffitis beschmiert, ein Geschäft ging sogar in Flammen auf. Im Hotel „Sofitel“ in Manhatten, das in französischem Besitz ist, wurde die französische Flagge abgenommen und durch das Sternenbanner ersetzt. Ein französischer Käsevertrieb erhielt Hunderte von feindlichen E-Mails. Auch ein englischer Senfhersteller, der einen Senf mit französischem Namen vertreibt, bekam die Wut zu spüren. In einer eilig angesetzten Pressekonferenz betonte der Hersteller, „das einzig Französische an französischem Senf ist der Name!“ Ein französischer „Drückeberger“ blieb jedoch unbehelligt. Er durfte weiterhin für den amerikanischen Präsidenten Leckereien zubereiten.

Kommentar von Michael Moore: „George W. Bush braucht trotzdem sein pain au chocolat . Es gibt ihm Seelenstärke oder ‚Freiheitskraft'.“

Kommentar von Heinz Scholz : Schokolade mit seinem Phenylethylamin-Gehalt entfaltet eine aufmunternde Wirkung, steigert die Pulsfrequenz, erhöht den Blutdruck und den Blutzuckerspiegel. Die Polyphenole in der Schokolade schützen die Zellen vor freien Radikalen (nicht vor freien Terroristen!). Stoffe, die George W. Bush verhelfen, eine 2. Amtszeit durchzustehen (denn sonst würde ihn die Last der Lügen und falschen Entscheidungen zu Boden drücken!). Ich meine, bestimmte Nahrungsbestandteile könnten für die Arroganz und das ungemeine Selbstbewusstsein so mancher Politiker und Manager verantwortlich sein. Könnte man dem Volk nicht klar machen, dass es auch bestimme Nahrungsmittel verzehren soll, um diesen arroganten „Gebietern“ etwas Paroli bieten zu können? Im Sinne Moores würde ich sagen: „Wacht endlich auf ihr phlegmatischen Wähler, erhebt euch aus euren bequemen Sesseln und wählt die Versager ab!“

Das alte Europa
Im Vorwort bemerkt Moore über die Weigerung der Deutschen Folgendes: „Seid gegrüsst, meine deutschen Freunde, stolze Überreste des alten Europa und Anführer einer Koalition der Unwilligen!
Was zum Teufel ist los mit euch? Habt ihr nicht mehr gewusst, dass ihr gehorchen müsst, wenn die einzige Supermacht der Welt einen Befehl bellt? Wir bellen, ihr springt – das ist die Regel.“

Auch Donald Rumsfeld, seines Zeichen US-Verteidigungsminister, war sehr über die Verweigerung der Deutschen und Franzosen verärgert. Er meinte, die Länder gehören zum alten Europa. Das war nur eine harmlose Floskel. Es folgten noch ganz andere Beleidigungen.

Kommentar: Herr Rumsfeld war wohl nicht mehr bewusst, dass er deutschstämmig ist und das alte Europa viel Kultur nach Amerika gebracht hat. Auch war ihm und seinem Chef nicht klar, dass das alte Europa nach den unzähligen Kriegen in der Vergangenheit endlich Frieden haben möchte. Das geht leider in etliche Gehirne nicht hinein.

Hier spricht Gott
In einem Kapitel lässt Moore Gott sprechen. Dies ist notwendig, damit die Welt endlich weiss, warum Bush sich immer auf Gott beruft. Hier einige Zitate von George W. Bush:
„Ich könnte nicht Gouverneur sein, wenn ich nicht an einen göttlichen Plan glauben würde, der alle menschlichen Pläne übertrifft.“

„Ich glaube, Gott will, dass ich Präsident werde.“

„Es gibt mir Trost und Stärke zu wissen, dass buchstäblich Millionen Amerikaner, die ich nie alle kennen lernen werde, jeden Tag meinen Namen dem Allmächtigen nennen und ihn bitten, mir zu helfen...“.

„Gott schütze Amerika!“

Gott spricht dann, seine Schöpfungen wären nicht immer gelungen. „Und dieser Mensch, den ihr als George W. Bush kennt, nun ja, das ist wirklich einer, der ist mir gründlich misslungen.“

Dann weiter: „Ich bin der Herr, dein Gott, und er ist nur der Sohn von George, nicht der Sohn Gottes. Sobald ich ihn in die Finger kriege, wird er bis in alle Ewigkeit als Parkwächter auf dem Promiparkplatz der Hölle herumlungern.“

Dann folgen weitere Äusserungen, u.a. die, dass er Bush nicht befohlen hat, andere Länder zu überfallen. Es ist ja nach wie vor falsch, seine Mitmenschen zu töten.

Kommentar: Es gehört schon ein gehöriges Mass an Unverfrorenheit dazu, immer im Namen Gottes zu sprechen. Bush und andere sind überzeugt, Amerika wäre das auserwählte Land, das Gott besonders schützt. Dieser Glaube wurde durch den 11. September allerdings gehörig erschüttert. Nun erhielt Bush den Auftrag vom Schöpfer, die Welt zu retten. Aber auch hier scheint er auf dem Holzweg zu sein. Er sollte Goethes Werk „Der Ewige Jude“ lesen. Dort steht nämlich folgendes: „O Freund, der Mensch ist nur ein Tor, stellt er sich Gott als seines Gleichen vor.“
Der pseudoreligiöse Bush ist also nicht Gottes Sohn oder sein Stellvertreter auf Erden. Er ist jedoch ein Geschöpf, das über Leben und Tod entscheidet.

Grossreinemachen bei der nächsten Wahl
In seinem Buch gibt Michael Moore Ratschläge, wie man Bush bei der nächsten Wahl los wird. Aber das wird nicht so leicht sein, da die Republikaner ja keinen so selbstbewussten Kandidaten haben.*)

Moore schlägt die Talkshow-Grösse Oprah Winfrey vor. „Oprah würde Bush schlagen. Stellt euch nur mal die Debatten vor – Bush gegen Oprah! Sie würde ihn so zusammenfalten, dass er nicht mehr wüsste, ob er Männchen oder Weibchen ist“ , so Moore .

Weitere Kandidaten sind Wesley Clark (das ist der General, der Bushs Entscheidung, den Irak anzugreifen, kritisierte), Tom Hanks, Paul Newman, Caroline Kennedy und die Dixie Chicks. Warum die Dixie Chicks? Nun, Moore betont, dass sie „schon den Mund aufgemacht haben, bevor das noch nicht populär war“. Sie haben ausserdem Mumm und singen bissige Lieder. Aber seine heisseste Anwärterin auf das Präsidentenamt bleibt Oprah Winfrey (2008 ist Hillary Clinton an der Reihe).

Am Schluss des Buches gibt Moore dem Wähler noch Tipps zur Abwahl von Bush. So soll beispielsweise jeder Leser des Buches feierlich versprechen, an den 4 Samstagen im Oktober 2004 rauszugehen und für seinen Kandidaten zu werben. Moore ist überzeugt, dass „wir es diesmal schaffen“.

*) Inzwischen wurde John Kerry als Gegenkandidat von Bush gewählt. Der Kandidat ist mit der Millionenerbin Teresa Heinz verheiratet. Ein Porträt der beiden findet man im Internet. Interessante und amüsante Infos auch unter www.focus.de. Die Frau ist Kerrys Geheimwaffe und wird als „lose Kanonenkugel“ bezeichnet, da sie eine lose Zunge hat. Wie man sieht, kann ein Kandidat, der viel Geld hat, in den Vereinigten Staaten von Amerika vieles erreichen.

Nachbetrachtung
Wir im „alten Europa“ wundern uns immer wieder, dass Michael Moore so freimütig berichten darf. Wohl deshalb, weil er sehr bekannt ist und sich jeder Politiker und Manager mit Gegendarstellungen und Prozessen blamieren würde. Moore, der für seinen Dokumentarfilm „Bowling for Columbine“ den Oscar erhielt, kämpft unermüdlich weiter. Viele seiner Landsleute stehen voll hinter ihm, obwohl er mit seinen Berichten sehr drastisch auf Missstände hinweist und sich auf Bush „eingeschossen“ hat. Aber überlassen wir ihm das Schlusswort:
„Millionen von uns versuchen hier in den USA mit aller Macht zu verhindern, dass das Bush-Regime rund um den Erdball noch mehr Unheil anrichtet.“

PS: Bitte beachten Sie dazu auch die Arbeiten „Stupiditäten und Rücksichtslosigkeiten“ und „Eine Betrachtung zu Dummheit und Klugheit“ von Heinz Scholz .

Wenn Sie mehr lesen oder Kontakt mit Moore aufnehmen wollen, gehen Sie auf www.MichaelMoore.com.

Zitate über Krieg und Frieden

„Wenn die führenden Häupter der Völker und ihre Diplomaten in der vordersten Reihe kämpfen müssten, gäbe es keine Kriege mehr. Aber man kann nicht erwarten, dass die Menschheit auf eine so einfache Lösung kommt.“
Curt Goetz

„Der Krieg ist der Vater aller Dinge und der König aller. Die einen macht er zu Göttern, die anderen zu Menschen, die einen zu Sklaven, die andern zu Freien.“
Heraklit

„Der Krieg ist nichts anderes als eine Fortsetzung des politischen Verkehrs mit Einmischung anderer Mittel.“
Karl von Clausewitz

„Zum Kriegführen sind 3 Dinge nötig: Geld, Geld und nochmals Geld.“
Marschall Trivulzio, zu Ludwig XII.

„Krieg und Liederlichkeit, die bleiben immer in der Mode.“
William Shakespeare

„Hinterm Ofen ist gut Krieg führen.“
Sprichwort

„Im Frieden werden die Väter von ihren Kindern begraben, im Krieg aber die Kinder von den Vätern.“
Krösus (letzter König Lydiens)

„In jedem Krieg vertreten die Kinder, die ihn noch nicht begreifen, allein die Würde der Menschheit.“
Sigmund Graff

„Einen Krieg beginnen, heisst nichts weiter, als einen Knoten zerhauen, statt ihn auflösen.“
Christian Morgenstern

„Töte einen, und du bist ein Mörder! Töte Tausende, und du bist ein Held.“
Aus Indien

„Jeder übermütige Sieger arbeitet an seinem Untergang.“
Jean de La Fontaine

„Friede macht Reichtum, Reichtum macht Übermut, Übermut bringt Krieg, Krieg bringt Armut, Armut macht Demut, Demut macht wieder Frieden.“
Johann Geiler von Kaysersberg

„Wir tragen den Frieden wie ein Gewand, an dem wir vorn flicken, während es hinten reisst.“
Wilhelm Raabe

„Es kann der Frömmste nicht im Frieden bleiben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“
Friedrich von Schiller

„Der durch Waffen überwunden,
hat noch lange nicht gesieget.
Friedemachen hat erfunden,
dass der Sieger unten lieget.
Friedrich Freiherr von Logau

„Frieden kannst du nur haben, wenn du ihn gibst.“
Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach

„Die Friedensliebe fängt damit an, dass man aufhört, von gerechten Kriegen zu sprechen.“
Siegmund Graff

„Die Behauptung mancher Politiker, eine Neutralität sei nicht zu verwirklichen, trifft insofern zu, als sie mit ihnen nicht zu verwirklichen ist.“
Siegmund Graff

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