Textatelier
BLOG vom: 20.09.2013

Kinderelend in England: Der Tod des kleinen Hamzahs

Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London
 
Im Gegensatz zu Hunden und Katzen werden Kinder in England oft vernachlässigt und misshandelt. Elterlicher Zank, Ehescheidungen und Drogenmissbrauch tragen dazu bei. Hinzu kommen die an Kindern begangenen Sexualdelikte seitens gewissensloser Kinderschänder.
 
Die Fürsorger übersehen gefährdete Kleinkinder leicht. Es mangelt ihnen an Fachkenntnissen. Bei Heimbesuchen sprechen sie selten mit den von Eltern der vernachlässigten Opfer. Sie füllen nachher Formulare aus und glauben, damit ihrer Pflicht Genüge getan zu haben.
 
In südlichen Ländern sind allgemein die Familienbande viel enger geknüpft. Die Verwandtschaft hält mit und geniesst den Umgang mit dem Nachwuchs. Die Kinder werden geherzt, geküsst und beschenkt.
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Erschüttert las ich den am Donnerstag, 19. September 2013, erschienenen Zeitungsartikel, wonach die Mumie eines 4-jährigen Knaben in seinem Bettchen im Schlafzimmer seiner Mutter zufällig – nach 2 Jahren – entdeckt wurde. Ich kann mich nicht erinnern, ein derart trauriges Kindergesicht gesehen zu haben wie jenes, das die Fotografie des kleinen Opfers zeigte, die dem Artikel beigefügt war.
 
Er hiess Hamzah Khan. Der Schreck lag in seinen Augen. Seine Rabenmutter, die 43-jährige Amanda Hutton, war ebenfalls abgebildet, deren Gesichtszüge von Grausamkeit und Drogenmissbrauch gezeichnet sind. Hamzah war verhungert, stellte das Gericht fest. Wenige Stunden nach dem Tod des Kinds bestellte die Mutter eine Pizza, vermerkte der Artikel. Die Mutter war drogenabhängig (Cannabis und Alkohol, 1 Flasche Wodka pro Tag). Der Gerichtsfall dauert an.
 
Die Wohnung glich einem Saustall und war voller Unrat und Ungeziefer. Hamzahs Vater, Afteb Kahn, der die Wohnung nicht mit Amanda Hutton teilte, soll laut Zeugenaussagen seinen Sohn geschlagen haben. Es hatte viel Katzenfutter im Haus … Hamzah war zum Skelett abgemagert und für sein Alter unterentwickelt. Seine Mutter bezog nach Hamzahs Tod weiterhin die Kinderzulage.
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Fazit: Der arme, ausgehungerte und spindelmagere Hamzah hatte keinen einzigen glücklichen Tag in seinem Leben erlebt.
  
 
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