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BLOG vom 13.06.2018


Waldbaden, grüne Kraftwerke und Energie tanken

Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim D

 


 

Der Wald ist ein sehr gutes Erholungsgebiet für stressgeplagte Erwachsene und durch Schule, Computer und Handys überforderte Kinder. Warum der Wald für uns so gesund ist, haben Wissenschaftler herausgebracht. So bringen regelmässige Waldspaziergänge oder Wanderungen eine Beruhigung, eine Stärkung des Immunsystems und eine Blutdrucksenkung. Mit einem Gang durch den Wald profitiert nicht nur der Körper, sondern auch die Seele.
Verantwortlich für diese Effekte ist das Waldesgrün, die von den Bäumen abgegebenen Phytonzide (Terpene, ätherische Öle), die schadstoffarme und sauerstoffreiche Luft, das tiefe Einatmen und die herrliche Ruhe im Wald, das ab und zu nur durch angenehmes Vogelgezwitscher unterbrochen wird.

In Japan ist das Waldbaden unter dem Namen „Shinrin-yoku“ seit Anfang der 80er Jahre fester Bestandteil der Gesundheitsvorsorge. Bei uns entwickelt sich das Waldbaden derzeit zu einem Trend.
Zur Zeit laufen einige Studien, die das Thema „Wald  und Gesundheit“ im Fokus haben. So erforscht zum Beispiel die ETH Zürich mittels Umfragen den Positivfaktor bei Erholungsaktivitäten im Wald (Quelle: „Gesundheits Nachrichten“).

Energie tanken
„Der Wald ist eine endlos schöpfende Quelle an Energie – immer verfügbar und zudem kostenlos“, sagt Naturcoach und Wildnispädagogin Christine Grabrucker von Menzenschwand. Sie bietet seit kurzem Waldbaden-Workshops an. Ein solcher Workshop ist ein Kururlaub für die Seele.
Wichtig ist, dass man nicht mit schnellem Schritt durch den Wald läuft, sondern geruhsam dahinschreitet. Man soll den Wald bewusst und mit allen Sinnen erleben. Also ihn riechen, schmecken und fühlen. Das ist nicht immer leicht. Manche denken am Anfang an Alltagsprobleme oder Tätigkeiten, die noch erledigt werden müssen. Die Wildnispädagogin geht dann noch langsamer, um die Ablenkungen los zu werden.

Waldbaden – So geht´s
Die „Hochschwarzwald Tourismus GmbH“, Hinterzarten, empfiehlt die folgenden Punkte beim Waldbaden:
. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit,
. nehmen Sie sich nicht zu viel vor,
. versuchen Sie alle Sinne bewusst einzusetzen,
. schalten Sie ab – auch die Elektronik (Handys abschalten, keine Musik auf die Ohren).

Anmerkung: „Wäldersinn“ heisst der neue Wanderweg in Grafenhausen-Rothaus in der Nähe des Schluchsees. Er ist ab 21.06.2018 begehbar. An mehreren Stationen auf der 7 km langen Strecke werden Wanderer ihre Sinne testen können. Infos unter www.hochschwarzwald.de/Waldbaden

Mein Dr. Wald
Anlässlich einer Kräuterexkursion bei Bad Säckingen trug die Fachapothekerin für Offizinpharmazie und Ernährungsberaterin Rosemarie Boos-Baumgartner das Gedicht „Mein Dr. Wald“ vor. Die Verfasserin ist Gisela Schmidtlein, die das Buch „Die Kräuterkiste“ geschrieben hat. In einem Blog vom 04.07.2006 („Viagra“ fürs Gehirn und ein dankbarer Albrecht Dürer) habe ich das Gedicht schon erwähnt. Dieses passt sehr gut zu diesem Blog.

Mein Dr. Wald
Wenn ich an Kopfschmerz leide und Neurosen,
mich unverstanden fühle oder alt,
und mich die schönen Musen nicht umkosen,
dann konsultiere ich den Dr. Wald

Er ist mein Augenarzt, mein Psychiater,
mein Orthopäde und mein Internist.
Er heilt mich ganz bestimmt von jedem Kater,
ob der aus Kummer oder Cognac ist.

Er hält nicht viel von Pülverchen und Pille,
doch umso mehr von Luft und Sonnenschein,
und kaum umhüllt mich seine Stille,
raunt er mir zu „nun atme tief Du ein“.

Ist seine Praxis oft auch überlaufen,
in seiner Obhut läuft man sich gesund,
und „Kreislaufkranke“ die noch heute schnaufen,
sind morgen ohne klinischen Befund.

Er bringt uns immer wieder auf die Beine,
das Seelische ins Gleichgewicht,
verhindert Fettansatz und Gallensteine,
doch Hausbesuche macht er nicht.

Bäume sind grüne Kraftwerke
Die Bäume produzieren mittels Fotosynthese erhebliche Mengen an Sauerstoff. Beispiel: Ein 100-jähriger Nadelbaum gibt pro Stunde 1200 Liter Sauerstoff an die Luft ab. Er könnte damit 50 Menschen mit Luft zum Atmen liefern.
Bäume verarbeiten Kohlenstoffdioxid. Pro Stunde kann ein Baum 1800 Liter Kohlendioxid verarbeiten und damit den CO2-Ausstoss von 120 Menschen binden. Dies ist ein theoretischer Wert, da der Mensch durch seinen verschwenderischen Lebensstil viel CO2 erzeugt. So bleiben von über 100 Menschen gerade einmal 2 übrig. Laut www.msn.com bräuchte jeder Mensch einen 100-jährigen Baum in seinem Garten, um die eigenen CO2-Emission auszugleichen.

Literatur
Dominguez, Judith: „Sprechstunde bei Dr. Wald“, „Gesundheits Nachrichten“, November 2016, www.gesundheits-nachrichten.ch
Trinler, Sarah: „Natürliche Energie tanken“, „Der Sonntag“, 10.Juni 2018.
„Grüne Kraftwerke: Wie viele Menschen können von einem Baum leben?“  www.msn.com

 


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